Die Unicef-Kampagne für Kinder, die von AIDS bedroht sind
Moderation:
Etwa 15 Millionen Kinder leben in Deutschland. Genau so viele Kinder sind weltweit zu Waisen geworden - durch eine einzige Krankheit: AIDS. Kinder sind die vergessenen Opfer dieser nach wie vor unheilbaren Krankheit, erklärt Naisiadet (Nais) Mason, vom UNICEF Regionalbüro Südostafrika:
„Children have been effected tremendously by HIV – AIDS. And they have been the missing piece – when you look at treatment of aids. Its there, but not affordable. When you look at prevention of mother to child transmission. That is something we are able to do in Europe and Northern America. But in places like Southern Africa or Asia that is not possible. And every day we know that 1500 children are dying because of aids. The number is growing up and up. And much of what is going on is preventable.”
Übersetzung:
“Kinder sind massiv von AIDS bedroht. Sie sind die vergessenen Opfer von AIDS. Wenn sie sich die Behandlung von Kindern angucken: Es gibt sie, aber sie ist zu teuer für arme Länder. Wenn sie die Möglichkeiten betrachten, der Übertragung von Müttern auf Kinder vorzubeugen. Das ist in Europa oder Nordamerika möglich. Aber im südlichen Afrika oder in Asien ist das nicht machbar. Jeden Tag sterben 1500 Kindern wegen AIDS. Die Zahl wächst und wächst. Und vieles von dem, was da vor sich geht, wäre verhinderbar.“
Moderation: Jede Minute stirbt ein Kind an AIDS, das sind 500.000 Kinder im Jahr. Die meisten von ihnen haben überhaupt keine Chance, der Krankheit zu entgehen. Sie kommen schon vom Virus infiziert auf die Welt und werden kaum älter als fünf Jahre. Ihre Behandlungschancen sind düster – denn die Therapie eines Kindes kostet fünf mal so viel wie die eines Erwachsenen. Hinzu kommt: AIDS zerstört die Kindheit von immer mehr Mädchen und Jungen, auch wenn sie nicht selbst krank werden. Schon bevor die Eltern sterben, müssen Kinder die Aufgaben von Erwachsenen übernehmen. Sie pflegen kranke Angehörige, kümmern sich um jüngere Geschwister und können nicht länger zur Schule gehen. Eva Luise Köhler, die Frau des Bundespräsidenten und UNICEF Schirmherrin hat in Sambia Barbara kennen gelernt, die durch AIDS zur Waise wurde:
„Ich habe ein Mädchen getroffen, die Babara, die für Geschwisterkinder sorgen musste, die ihre todkranke Tante versorgt hat und die auch noch ihren Schulabschluss gemacht hat. Und – mit welcher Energie dieses Mädchen all diese Aufgaben bewältigt hat, das war bewundernswert. Es ist unglaublich, wie die Menschen selbst dort versuchen, dieser Epidemie Herr zu werden.“
Moderation: Für Eva Luise Köhler steht fest, dass sich beim Kampf gegen AIDS alle gemeinsam engagieren müssen. Zusammen mit der Bevölkerung in Deutschland will sie durch die UNICEF-Aktion die Bedingungen für Kinder mit AIDS verbessern:
„Weil ich mich auf meiner Reise nach Afrika wirklich vor Ort davon überzeugt habe, wie verheerend die Epidemie sich auswirkt. Und vor allem auch auf die Kinder. Es ist eine ungeheuer große Zahl von Kinder, die alleine gelassen wird, deren Eltern sterben und die sich selbst auch an AIDS infizieren. Ich denke, das können wir sehenden Auges nicht zulassen.“
Moderation: Die Frau des Bundespräsidenten unterschrieb in Berlin als erste auch die Forderungen von UNICEF im Rahmen der Kampagne „Du und ich gegen AIDS“. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland erklärt, was das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen von den Regierungen – sowohl der reichen als auch der armen Staaten – und von der Pharmaindustrie erwartet:
„Man muss feststellen, dass bisher Kinder beim Kampf gegen AIDS weitgehend vernachlässigt worden sind. Darum müssen endlich bezahlbare Medikamente für Kinder entwickelt werden. Und Regierungen müssen mehr für Gesundheitsdienste und Aufklärungskampagnen tun. Und auch die Bundesregierung sollte ihre Entwicklungshilfe aufstocken, um mehr für von AIDS betroffene Kinder tun zu können.“
Moderation: Starke Forderungen also, die UNICEF mit der Kampagne „Du und ich gegen AIDS“ durchsetzen will. 130 UNICEF-Gruppen mit ihren 8.000 ehrenamtlichen Helfern werben dafür bundesweit um Unterstützung und rufen zum Mitmachen auf. Dietrich Garlichs erklärt, was jeder einzelne tun kann, damit die Kampagne Erfolg hat und Millionen von AIDS betroffene Kinder Hilfe erhalten:
„Ja, jede Stimme für diese Kampagne zählt. Dieses ist ja auch eine Unterschriftenkampagne. Man findet im Internet alle Informationen, dort kann sich aktiv beteiligen. Die Adresse lautet: www.unicef.de. Dort kann man zum Beispiel selbst Unterstützer-Aufrufe formulieren. Man kann sich die Projekte ansehen, die unterstützt werden. Und man kann die Forderungen unterschreiben. Die Unterschriften werden wir zum Abschluss der Kampagne symbolisch an die Bundesregierung übergeben.“
UNICEF Deutschland
Konto 300 000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln