Schlangestehen für ein Rinnsal
Fantanesh Yibre kommt aus dem Dorf Ibinat in Amhara - einer der trockensten Gegenden Äthiopiens. Um sieben Uhr morgens läuft die Zwölfjährige los, um Wasser für ihre Familie zu holen. Die Quelle ist nur ein dünnes Rinnsal in den Hügeln oberhalb ihres Dorfes. Oft muss sie stundenlang anstehen, bevor sie mit einem Becher endlich mühsam ihren Kanister füllen kann. Drei Stunden dauert der Weg hin und zurück. „In der Trockenzeit gibt es oft gar kein Wasser“, sagt Fantanesh. Dann muss sie noch weiter laufen, bis zum nächsten Brunnen. Doch der gehört Viehhirten, die das knappe Wasser den Dorfbewohnern gegenüber oft erbittert verteidigen.
UNICEF bohrt in Amhara neue Brunnen und stattet sie mit Handpumpen aus. Die Dorfbewohner helfen beim Bau mit oder beteiligen sich je nach ihren Möglichkeiten auch an den Materialkosten. Für Tausende Frauen und Mädchen werden die neuen Wasserquellen eine große Erleichterung sein: Sie müssen dann nicht mehr täglich lange Fußmärsche bewältigen. „Wenn der Brunnen im Dorf fertig ist, komme ich endlich rechtzeitig zur Schule“, sagt Fantanesh.