
Der Wiederaufbau des von jahrzehntelangem Krieg gezeichneten Afghanistan wird noch viele Jahre dauern. Für dauerhaften Frieden und Entwicklung braucht das Land vor allem eines: Bildung. Armut und Bürgerkrieg haben ganze Generationen vom Lernen ausgeschlossen. Vor allem Mädchen sind benachteiligt: Unter den Taliban war ihnen der Schulbesuch verboten. Und noch immer sind 1,5 Millionen Mädchen im Grundschulalter vom Unterricht ausgeschlossen - das sind mehr als die Hälfte. Nur fünf Prozent der afghanischen Frauen können Lesen und Schreiben. UNICEF will alle Mädchen in die Schule bringen und richtet deshalb einfache Schulen in den Dörfern ein. UNICEF stellt auch Schulmaterial bereit und hilft bei der Lehrerausbildung.
Während der Kriegsjahre in Afghanistan wurden drei Viertel aller Schulen zerstört oder schwer beschädigt. Etwa 7.500 Schulgebäude müssen in den nächsten Jahren wieder aufgebaut werden. Der Unterricht findet noch immer unter einfachsten Bedingungen statt: in notdürftig hergerichteten Ruinen, in unbeheizten Schulzelten oder in provisorischen Klassenzimmern in Privathäusern. Viele Lehrer arbeiten im Schichtbetrieb, um möglichst vielen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Mindestens 40.000 Lehrer fehlen. Besonders schwer ist es, qualifizierte Lehrerinnen zu finden. Denn unter den Taliban durften Frauen ihren Beruf nicht ausüben.
In Afghanistan ist es in vielen Familien Tradition, die Töchter im Haus zu behalten. Sie müssen beim Kochen und Waschen helfen oder jüngere Geschwister beaufsichtigen. Zwar setzen sich immer mehr Dorfälteste und religiöse Führer für Mädchenbildung ein – doch es wird noch lange dauern, bis Mädchen in Afghanistan wirklich die gleichen Chancen haben wie Jungen. 85 Prozent der Mädchen, die heute bereits zur Schule gehen, besuchen die Klassen eins bis drei. Doch nach den ersten Jahren brechen viele die Schule ab, nur jedes hundertste Mädchen besucht eine weiterführende Schule. Ein besonderes Hindernis für Mädchen sind die weiten Schulwege. Viele Eltern haben Angst, sie allein zur Schule gehen zu lassen. Andere möchten nicht, dass sie gemeinsam mit Jungen im Klassenzimmer sitzen. Auch fehlende sanitäre Anlagen spielen eine Rolle - jede zweite Schule in Afghanistan besitzt keine separaten Toiletten für Mädchen.
Allein in den dicht besiedelten Provinzen Ghazni und Parwan in Zentralafghanistan gehen über 200.000 Mädchen nicht zur Schule. UNICEF hat hier ein Bildungsprogramm speziell für Mädchen gestartet.
In Privathäusern, Moscheen oder Gemeinderäumen der Dörfer hilft UNICEF, 400 so genannte Hausschulen einzurichten. So müssen die Mädchen keine langen Wege zurücklegen. UNICEF versorgt die Schülerinnen mit Büchern, Heften und Stiften. Bei Bedarf werden auch Schulzelte bereitgestellt. Gemeinsam mit dem afghanischen Bildungsministerium stellt UNICEF sicher, dass die Mädchen einen anerkannten Abschluss machen und später eine weiterführende Schule besuchen können.
UNICEF hilft, in den Dörfern der Region geeignete Lehrerinnen für die Hausschulen zu finden und sie auszubilden. Meist sind dies Frauen, die selbst zumindest eine geringe Schulbildung haben und jetzt mit Hilfe von UNICEF auf die Arbeit im Klassenzimmer vorbereitet werden. UNICEF schult auch Lehrer und Lehrerinnen aus staatlichen Schulen in modernen Unterrichtsmethoden. Diese besuchen die Lehrerinnen der Hausschulen regelmäßig und stehen ihnen als Mentoren zur Verfügung.
Unterstützt wird zudem die Gründung von Dorfkomitees aus Eltern, Lehrern und religiösen Führern. Sie setzen sich für den regelmäßigen Schulbesuch von Mädchen ein und helfen, in ihrem Dorf geeignete Unterrichtsräume zu finden und sie instand zu halten.
Helfen Sie mit, dass Kinder gesund und sicher aufwachsen und zur Schule gehen können. Danke!
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