Auch Jahre nach Ende des langen Bürgerkriegs sind in Angola noch immer viele Schulen beschädigt oder zerstört. Zehntausende Klassenräume fehlen. Jedes dritte Kind geht nicht zur Schule – das sind rund 1,2 Millionen Kinder. Nur ein Drittel aller Erstklässler schließt die Grundschulzeit ab – oft auch deshalb, weil die Qualität des Unterrichts schlecht ist. Besonders Mädchen und Kinder, die durch den Krieg oder durch Krankheiten wie Aids zu Waisen wurden, sind benachteiligt.
In Angola wurden mit Hilfe der Aktion „Schulen für Afrika“ bereits insgesamt 1.532 Klassenräume und fast 400 Schulen neu gebaut, instand gesetzt oder erweitert. 207.000 Kinder haben dadurch einen sicheren Platz zum Lernen bekommen. 121 Schulen wurden mit Latrinen oder Toiletten für Mädchen und Jungen ausgestattet. Alle vier Millionen Grundschulkinder in Angola erhalten jetzt in der Schule regelmäßig Entwurmungstabletten. Denn viele Kinder sind durch Parasiten geschwächt und anfällig für Infektionen. Auch ihre Lernfortschritte werden dadurch behindert. UNICEF hat zudem geholfen, Hygieneaufklärung fest im Lehrplan der Grundschulen zu verankern. UNICEF hat in Angola außerdem die Fortbildung von 54.000 Lehrern und Schulleitern unterstützt. So verbessert sich der Unterricht für rund 2,4 Millionen Jungen und Mädchen.
Ab 2010 wird UNICEF sich auf die Schwerpunktprovinzen Bié, Cunene, Huila, Luanda und Moxico konzentrieren. Hier sind weitere kinderfreundliche Modellschulen geplant – dazu gehören auch Spielplätze und Schulgärten. UNICEF wird Schulleiter und Lehrer schulen, die Kinder aktiv in den Unterricht einzubeziehen und wichtige Hygieneregeln zu vermitteln. Geplant sind auch weitere Entwurmungskampagnen an den Grundschulen. Denn viele Kinder leiden unter Darmparasiten, die sie schwächen und ihre Lernfortschritte behindern.
Jedes Kind hat das Recht auf Bildung. Doch in den Ländern Afrikas südlich der Sahara geht bis heute etwa jedes dritte Kind nicht zur Schule. Viele Familien sind zu arm, um das Schulmaterial für ihre Kinder zu bezahlen. Besonders auf dem Land sind die Schulen oft überfüllt, schlecht ausgestattet oder einfach zu weit entfernt. Und es fehlt an qualifizierten Lehrern. Die Aids-Epidemie verschärft die Situation. UNICEF, die Nelson-Mandela-Stiftung und die Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts haben deshalb die Aktion „Schulen für Afrika“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, für Kinder in insgesamt elf afrikanischen Ländern eine gute Grundbildung sicherzustellen. UNICEF unterstützt hier den Bau zusätzlicher Klassenzimmer, stellt Schulmaterial bereit und schult die Lehrer. Ziel ist es, dass alle Schulen „kinderfreundlich“ werden.
Mehr Informationen finden Sie auf der Kampagnenseite www.schulenfuerafrika.de.