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Besetzte palästinensische Gebiete

Luft zum Atmen

Ein Mädchen in dem Bildungsprojekt "Lernen kann Spaß machen" im nördlichen Westjordanland.

Im Flüchtlingslager Tulkarem in der Westbank dringt fröhlicher Lärm durch die Fenster eines Jugendzentrums: Ein Dutzend Jungen trommelt gemeinsam, angeleitet von einem Betreuer. Der Kurs ist für sie eine seltene Abwechslung: Tulkarem ist durch einen Schutzwall von Israel abgeriegelt, der Zugang zum Rest der Westbank wird durch Checkpoints streng kontrolliert. „Dein Leben besteht nur aus dem, was es hier gibt“, sagt Muhanned Abu Libdeh. Der 15-Jährige hilft mit, die beliebten Kurse zu organisieren. „Hier gibt es kaum Grün, keinen Ort zum Ausruhen – nur das Jugendzentrum“, sagt Zakia Masoud von der UNICEF-Partnerorganisation Tamer. „Unser Programm ist einfach, aber sehr notwendig.“

Nur wenige Kilometer weiter liegt Beit Dajan. Die 15.000 Einwohner können ihr Dorf nur über einen Militär-Checkpoint verlassen, nachts wird es komplett abgeriegelt. Trotzdem
ist hier viel in Bewegung: Seit kurzem treffen sich 25 Mädchen einmal die Woche nachmittags in der Bibliothek. Sie lesen gemeinsam, abends dürfen sie ein Buch mit nach Hause nehmen und ihren Eltern zeigen. „Mein Lieblingsbuch erklärt, wie der Körper funktioniert“, sagt Noor Ikram, 14 Jahre alt. UNICEF hat über 12.000 Bücher für Bibliotheken bereitgestellt und Zehntausende Kinder mit Schulmaterial ausgestattet. Auch die Mädchen in Beit Dajan machen gute Fortschritte – ihre Eltern und Lehrer sind begeistert.

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