Drei Lagen Pullover schützen Monika vor der Kälte. Von morgens sechs bis abends marschiert die Zwölfjährige vor dem kleinen Telefonladen auf und ab, in ihrer Hand ein schnurloses Telefon. Seit drei Jahren verkauft sie zwölf Stunden am Tag Telefongespräche auf den Straßen El Altos. „120 Bolivianos bekomme ich pro Woche“ berichtet sie stolz. Das sind etwa zwölf Euro. Damit trägt sie zum Lebensunterhalt der fünfköpfigen Familie bei. Vater und Mutter verdienen als Tagelöhner nicht genug, um die Familie zu versorgen.
Für Monica steht fest, dass sie später einen richtigen Beruf erlernen möchte: Sie will Lehrerin werden. Und ihre Chancen werden immer besser. Denn seit drei Jahren besucht sie die Abendschule Unidad Educativa Rio Seco Nocturno. Von 19 bis 21.30 Uhr lernt sie hier Lesen, Schreiben und Rechnen. Das Schulangebot für arbeitende Kinder wird von UNICEF finanziert. Die Schüler erhalten kostenlos Hefte, Bücher und Stifte. Schulgebühren muss Monika nicht zahlen, auf eine Schuluniform kann sie verzichten. Die Hausaufgaben, die sie anschließend zu Hause bei Kerzenlicht und beißender Kälte erledigen muss, stören sie nicht. Im Gegenteil: „Ich freue mich den ganzen Tag auf die Stunden am Abend.“
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