
Straßenkinder sind in allen großen Städten Brasiliens zu finden. Sie schlagen sich mit kleinen Hilfsdiensten wie Schuhputzen, Autowaschen oder Bettelei durchs Leben. Die meisten kommen aus armen und kinderreichen Familien. Oft sind zu Hause Gewalt und Missbrauch an der Tagesordnung. Doch auch auf der Straße droht Gefahr: Immer wieder werden brutale Morde an Straßenkindern bekannt. Greift die Polizei Straßenkinder auf, müssen sie mit einer Zwangseinweisung ins Heim oder ins Gefängnis rechnen. UNICEF konzentriert seine Hilfe darauf, Kinder auf der Straße, zu Hause und in staatlichen Institutionen vor Gewalt und Missbrauch zu schützen.
Der Alltag auf der Straße ist lebensgefährlich: Viele Kinder werden Opfer von Überfällen, Mord oder sexueller Ausbeutung. Gerade den Mädchen auf der Straße bleibt häufig nichts anderes als die Prostitution, um zu überleben. Wer nicht nach Hause zurückkehren kann oder will, schläft auf dem Bürgersteig, auf Plätzen oder in Hauseingängen. Die Nächte im Freien, das Leben zwischen Autos und ihren Abgasen sowie schlechte Ernährung machen die Kinder krank, viele sind drogenabhängig. Die Straßenkinder sind ständig auf der Flucht: Sie laufen vor der Gewalt zu Hause ebenso davon wie vor brutalen Sicherheitskräften. Und das Leben in einem Heim macht die Jungen und Mädchen nur noch verzweifelter und aggressiver.
Die brasilianische Justiz sperrt Straßenkinder bereits bei kleinen Vergehen ins Gefängnis. Hier sind sie oft zusammen mit erwachsenen Häftlingen untergebracht. Mit Gewalt versuchen viele, sich im harten Gefängnisalltag zu behaupten. Andere resignieren und geben jede Hoffnung auf. Für viele Heranwachsende ist der tägliche Kontakt mit skrupellosen Verbrechern zudem der nächste Schritt in eine kriminelle Karriere. 80 Prozent aller jugendlichen Straftäter, die in Haft waren, werden wieder rückfällig.
In brasilianischen Großstädten unterstützt UNICEF Einrichtungen, die Straßenkindern helfen. Dazu gehören auch Heime der Stiftung Cidade Mãe, die in Salvador da Bahía täglich etwa 100 Straßenkinder betreut. Die Kinder besuchen öffentliche Schulen, und Obdachlose erhalten einen Schlafplatz. Misshandelte Kinder und Jugendliche bekommen hier psychologische Hilfe. Die Stiftung bietet Sport und kulturelle Veranstaltungen an. Das von UNICEF unterstützte Zentrum zum Schutz von Kindern und Jugendlichen CEDECA kümmert sich um sexuell missbrauchte Kinder und stellt den Opfern Rechtsberater zur Seite.
UNICEF setzt sich dafür ein, Fälle von Gewalt und Missbrauch an Kindern systematisch zu erfassen und zu verfolgen. Unterstützt wird der Aufbau von Polizeistationen, die auf die Strafverfolgung von Verbrechen an Kindern und Jugendlichen spezialisiert sind. Immer mehr Städte und Gemeinden richten Kinderrechtsräte ein. Sie setzen sich dafür ein, dass Angebote für Kinder ausgebaut werden und vermitteln von Gewalt betroffene Kinder und ihre Eltern an die richtigen Organisationen. UNICEF fördert zudem die Einrichtung eines Infonetzes: Kinderrechtsräte und Justiz können das „Integrierte Informationssystem zum Schutz von Kindern und Jugendlichen“ SIPIA einsetzen. Die Experten dokumentieren hier Kinderrechtsverletzungen, beobachten und verfolgen Einzelfälle und tauschen wichtige Daten miteinander aus.
UNICEF unterstützt die Reform des brasilianischen Jugendstrafrechts und will die Inhaftierung von Kindern vermeiden. Mit Unterstützung durch Polizei, Gerichte und Sozialdienste sollen jugendliche Straftäter soziale und psychologische Hilfe erhalten, um sich wieder in die Gesellschaft einzufügen. In Gemeinden, die erfolgreich auf Alternativen zur Haftstrafe setzen, ist die Rückfallquote straffälliger Jugendlicher bereits auf fünf Prozent gesunken. UNICEF unterstützt zudem die nationale Straßenkinderbewegung in Brasilien, die sich auch für Justizreformen für Jugendliche einsetzt.
Helfen Sie mit, Straßenkinder vor Gewalt und Missbrauch zu schützen und ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Danke!
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