Tödliche Nachbarschaft -
die Geschichte von Da und Lin
„Endlich sind die Minenräumer auch bei uns“, sagt die Tante von Da, 14, und Lin, 7. Seit dem Tod der Eltern leben die beiden Mädchen bei ihr am Rande der kambodschanischen Grenzstadt Poipet. Ihr kleines Stück Land liegt mitten im Minengebiet. Gleich hinter dem Zaun ragen rot-weiß gestrichene Pfähle aus dem Schlamm: Minengefahr!
Gefährliche Arbeit
Nur wenige hundert Meter vom Haus der Mädchen entfernt tastet sich ein Team des von UNICEF unterstützten „Cambodian Mine Action Centre“ langsam durch vermintes Gelände. Seit 15 Tagen durchkämmen die Männer ein gut hundert Meter langes Stück Weg. Gerade wird ein Blindgänger zur Explosion gebracht. Die Minenräumer leisten Millimeterarbeit, schweißtreibend und gefährlich. Mit einer Heckenschere kürzt einer der Männer das Gras. Vorsichtig legt er eine Fläche frei, auf der die Metallsonde Alarm geschlagen hat.
Das nervtötend langsame Vorankommen lässt keinen Zweifel: Da und Lin müssen noch lange mit der Gefahr leben. Erst kürzlich fuhr in der Nachbarschaft ein Karren auf eine Mine – sechs Menschen starben. Deshalb kommt es UNICEF darauf an, zunächst die Zugänge zu Brunnen oder Schulen sowie Wege zwischen Siedlungen zu sichern und die Minenfelder zu markieren.
Schutz durch Wissen
Vor allem müssen die Kinder wissen, wann Gefahr droht. Mit Hilfe von UNICEF lernen die Kinder, dass sie markierte Wege nicht verlassen. Die Aufklärung macht sogar Spaß: Unter einem Sonnenschutz fiebern 150 Kinder mit einem Jungen mit, der im Rollenspiel beim Viehhüten auf eine Mine stößt. Laut schreiend warnen sie ihn, nicht weiterzugehen und den Fund keinesfalls anzufassen. Allein 2003 half UNICEF, über eine halbe Million Kinder aufzuklären, wie sie sich vor Blindgängern und Minen schützen.