
Über 3,3 Millionen Menschen in Kolumbien sind in den letzten Jahren zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden. Bewaffnete Angriffe und Angst vor Entführungen vertreiben tagtäglich Familien aus ihren Heimatorten. Der brutale Bürgerkrieg hält die Menschen in den Konfliktregionen seit über 40 Jahren in Schrecken. Bewaffnete Gruppen rekrutieren gezielt Kinder, um sie als Kämpfer, Späher oder Leibwächter einzusetzen. UNICEF will speziell in vier Regionen psychosoziale Angebote für die Kriegskinder aufbauen und den Aufbau von Kinderschutznetzen fördern. Lehrer, Eltern, Selbsthilfegruppen und andere Freiwillige arbeiten hier zusammen, um über die Rekrutierungsmethoden aufzuklären und gefährdeten Kindern rechtzeitig Hilfe anzubieten.
Kolumbien gehört zu den Ländern, in denen weltweit die meisten Kinder als Soldaten missbraucht werden. In den letzten Jahren waren es Tausende. Seit über 40 Jahren terrorisiert der Kampf zwischen FARC (Bewaffnete revolutionäre Front Kolumbiens), ELN (Nationale Befreiungs-armee), weiteren paramilitärischen Gruppen und der Regierung die Bevölkerung landesweit. Viele Kinder schließen sich den Truppen aus Mangel an Alternativen an. Andere werden mit Waffengewalt zwangsrekrutiert. Rund ein Viertel aller Kämpfer sind Kinder oder Jugendliche. Im Durchschnitt sind sie nicht einmal 13 Jahre alt – und jeder vierte Kindersoldat ist ein Mädchen. Viele der Kinder werden in den Truppen gequält und geschlagen. Die Mädchen leiden zusätzlich unter sexuellem Missbrauch.
Besonders in Gefahr, sich den Truppen anzuschließen, sind Kinder aus sehr armen oder zerrütteten Familien. Sie haben häufig kaum Bildung und berufliche Perspektiven. Waffen und Gewalt prägen ihren Alltag. Zwei Drittel von 350 befragten ehemaligen Kindersoldaten gaben an, früher zu Hause geschlagen worden zu sein. Fast 90 Prozent berichteten über Entführungen in ihrem Heimatdorf, die Hälfte über Massaker. Jahr für Jahr treibt die anhaltende Gewalt etwa 300.000 Menschen in die Flucht. Dazu kommt die Gefahr durch Landminen und Blindgänger: Kolumbien verzeichnet seit 2005 Jahr für die Jahr die weltweit meisten Minenunfälle. Etwa ein Drittel der zivilen Opfer sind Kinder. Für sie ist es besonders gefährlich, dass die verfeindeten Gruppen Sprengkörper immer öfter auch auf Schulhöfen, an Brunnen und Hauptverkehrswegen verlegen.
UNICEF will mit Hilfe von Spendern aus Deutschland Kindern in den besonders betroffenen Regionen Bolivar, Còrdoba, Sucre und Magdalena erreichen:
UNICEF will mit dem Programm „Retorno a la Alegrìa“ („Wieder fröhlich sein“) zunächst 3.000 Kinder in den Krisenregionen psychosozial betreuen. UNICEF bildet junge Freiwillige aus, die beispielsweise mit den Mädchen und Jungen spielen und malen. So können sie das Erlebte ausdrücken und langsam Abstand gewinnen. UNICEF unterstützt das Familienministerium dabei, die Betreuung für ehemalige Kindersoldaten sowie Opfer von Minenexplosionen zu verbessern. So hilft UNICEF, Psychologen und Sozialarbeiter auszubilden. Sie besuchen die Kinder zu Hause oder in ihrer Pflegefamilie und bieten Unterstützung an. Mit einem breit angelegten Aufklärungsprogramm informiert UNICEF die Familien über die Landminengefahr.
UNICEF unterstützt in den Konfliktregionen den Aufbau von Kinderschutznetzen. Lehrer, Eltern, Selbsthilfegruppen und andere Freiwilligearbeiten hier zusammen. UNICEF wird 1.000 Lehrer und Eltern darin schulen, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen lokale Sport-, Bildungs- und Kulturprojekte zu realisieren. Sie helfen ihnen, Selbstbewusstsein und berufliche Perspektiven außerhalb des Militärs zu entwickeln. Die Mitglieder der Kinderschutznetze klären aber auch über die Rekrutierungsmethoden der Kämpfer auf.
UNICEF will es 5.000 Kindern und Jugendlichen ermöglichen, an dem in Konfliktregionen bewährten Programm „El Golombiao“ teilzunehmen (Gol = Tor, Colombiao = Kolumbien). Dieses Fußballspiel hat eigene Regeln: Das erste Tor muss von einem Mädchen geschossen werden, faires Spiel wird mit Pluspunkten belohnt. Der Friedensfußball fördert so Toleranz, Dialogfähigkeit und friedliche Konfliktlösung.
Helfen Sie mit, dass Kinder gesund und sicher aufwachsen und zur Schule gehen können. Danke!
Für Kolumbien spenden
UNICEF Deutschland
Konto 300 000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln
