Sifa (Name geändert) war erst acht Jahre alt, als sie von bewaffneten Männern brutal vergewaltigt wurde. „Ich schrie vor Schmerzen, bis Nachbarn mich hörten“, erzählt das Mädchen aus der Region Masisi in Nord-Kivu. „Auf dem Weg ins Krankenhaus wurde ich ohnmächtig.“ In der Stadt Goma hat Sifa im Zentrum des UNICEF-Partners Heal Africa Aufnahme gefunden. Vier Wochen ist der Angriff jetzt her – doch sie ist noch immer schwer traumatisiert und spricht kaum ein Wort. „Viele hier sind noch Kinder“, berichtet Rehema, eine der Betreuerinnen. „Sie weinen viel, sie haben Alpträume, können kaum sprechen.“ Die 30-Jährige hält Sifas Hand und erklärt, wie wichtig eine sensible Betreuung für die Überlebenden ist: „Wir hören ihnen zu, kümmern uns um sie, sind immer da.“
Viele der Mädchen und Frauen im Zentrum haben schwerste innere Verletzungen erlitten, oft leiden sie unter Inkontinenz. Manche haben schon mit 13 Jahren ein Neugeborenes zu versorgen. Manche brauchen monatelange Unterstützung. Auch für Sifa beginnt der Heilungsprozess erst jetzt. „Sobald es mir besser geht, möchte ich nach Hause und wieder zur Schule gehen“, sagt das Mädchen. „Meine Eltern haben
nach dem Angriff so viel geweint. Ich möchte, dass sie wieder glücklich und stolz auf mich sein können.“