80 Prozent der Menschen in Madagaskar leben unterhalb der Armutsgrenze. Über 400.000 Kinder erhalten keinen Unterricht. Und nur gut die Hälfte aller Schulanfänger schließt die fünfjährige Grundschulzeit auch ab – zumal viele Schulen gerade einmal Unterricht bis Klasse zwei bieten. Im Schnitt ist jeder Erwachsene nur 4,4 Jahre lang zur Schule gegangen. Und jeder zweite Lehrer in Madagaskar hat kaum eine Ausbildung.
In Madagaskar profitieren insgesamt schon 7.300 Kinder von neu gebauten oder instand gesetzten Schulen und Klassenräumen. Sie haben nun einen Platz zum Lernen in der Nähe ihrer Dörfer. Mit Hilfe von UNICEF konnten außerdem 827 Lehrer und Schulleiter an Weiterbildungen teilnehmen.
Ein weiterer Schwerpunkt der UNICEF-Hilfe sind sauberes Wasser und Hygiene: 65 Schulen erhielten mit Hilfe von „Schulen für Afrika“ Trinkwasseranschluss. Die Schulbrunnen versorgen auch die umliegenden Dörfer mit sauberem Trinkwasser. Vor allem die Mädchen haben dadurch mehr Zeit zum Lernen und Spielen. Denn meistens waren sie es, die mehrmals am Tag kilometerlange Wege zum Wasserholen zurücklegen mussten. An den 65 Schulen baute UNICEF außerdem Latrinen.
UNICEF hilft in besonders benachteiligten Regionen, zusätzliche Klassenräume zu bauen und die Schulen besser auszustatten. UNICEF hilft auch bei der Gründung von Komitees, in denen sich Eltern, Lehrer und lokale Behörden gemeinsam engagieren. Häufig helfen die Dorfbewohner zum Beispiel beim Bau mit. UNICEF stellt Schulmöbel sowie Bücher, Hefte und Stifte bereit, fördert Trinkwasserbrunnen, Latrinen und die Einrichtung von Schulgärten.
Jedes Kind hat das Recht auf Bildung. Doch in den Ländern Afrikas südlich der Sahara geht bis heute etwa jedes dritte Kind nicht zur Schule. Viele Familien sind zu arm, um das Schulmaterial für ihre Kinder zu bezahlen. Besonders auf dem Land sind die Schulen oft überfüllt, schlecht ausgestattet oder einfach zu weit entfernt. Und es fehlt an qualifizierten Lehrern. Die Aids-Epidemie verschärft die Situation. UNICEF, die Nelson-Mandela-Stiftung und die Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts haben deshalb die Aktion „Schulen für Afrika“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, für Kinder in insgesamt elf afrikanischen Ländern eine gute Grundbildung sicherzustellen. UNICEF unterstützt hier den Bau zusätzlicher Klassenzimmer, stellt Schulmaterial bereit und schult die Lehrer. Ziel ist es, dass alle Schulen „kinderfreundlich“ werden.
Mehr Informationen finden Sie auf der Kampagnenseite www.schulenfuerafrika.de.