

Mehr als 550.000 Kinder in Malawi haben durch Aids ihre Mutter, ihren Vater oder beide Elternteile verloren. Viele Familien und Dorfgemein- schaften sind angesichts des Ausmaßes der Epidemie völlig überfordert. Oft hat Aids fast die ganze Generation der Eltern ausgelöscht. Eine akute Nahrungsmittelkrise, unter der rund ein Drittel der Bevölkerung leidet, hat die Situation zusätzlich verschärft. Ohne Unterstützung können Großeltern, Tanten oder Nachbarn die Kinder nur unzureichend versorgen. Immer mehr Mädchen und Jungen müssen sich allein durchschlagen - sie haben kaum genug zum Überleben. UNICEF stärkt die Gemeinden, so dass diese sich selbst um von Aids betroffene Kinder kümmern können. So fördert UNICEF Freiwilligenorganisationen, die in den Dörfern Kinderkrippen einrichten und bei der Betreuung von Kranken und Waisen helfen.
Aids ist längst nicht mehr nur das Schicksal einzelner Familien, sondern drängt die gesamte Gesellschaft Malawis tiefer in das Elend. In einigen Dörfern sterben derzeit 40 bis 60 Prozent der Bevölkerung durch die Krankheit. 70 Prozent der verfügbaren Krankenhausbetten sind mit Aids-Patienten belegt. Krankheiten, die man bereits weitgehend unter Kontrolle hatte, wie Tuberkulose, sind durch Aids wieder aufgeflammt. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist seit 1995 von 45 Jahren auf nur noch etwa 39 Jahre gesunken. Die Krankheit trifft alle Bereiche der Gesellschaft: Schätzungen zufolge sind schon jetzt zehn Prozent der Lehrer an Aids gestorben. In vielen Gemeinden ist guter Unterricht deshalb kaum noch möglich. Dabei ist Bildung für die Zukunft Malawis enorm wichtig: Bisher kann nur jeder zweite Einwohner über 15 Jahren lesen und schreiben.
Kinder, deren Eltern an Aids erkrankt sind, müssen diese in der Regel pflegen und für den Unterhalt der Familie sorgen. Zeit für die Schule bleibt dabei oft nicht. In jedem fünften Haushalt in Malawi leben bereits ein oder sogar mehrere Waisen. Häufig sind nur noch die Großmütter da, um die zahlreichen Waisen ihrer verstorbenen Kinder zu betreuen. Sterben auch sie, sind die Kinder auf sich allein gestellt. Ohne Unterstützung von außen sind die Waisen in Gefahr, vernachlässigt zu werden. Vor allem die betroffenen Mädchen und Frauen müssen sexuellen Missbrauch fürchten - häufig infizieren sie sich dabei selbst mit dem Virus. Nach dem Tod der Väter haben Witwen und verwaiste Mädchen es schwer, ihren Anspruch auf Haus, Land oder sonstiges Erbe durchzusetzen. Häufig setzen sich männliche Verwandte im Streit um das Erbe selbst gegen bestehende Gesetze durch.
UNICEF fördert in den Dörfern die Arbeit so genannter Aids-Komitees. Ihre Mitglieder besuchen von Aids betroffene Familien und Kinder ohne Eltern zu Hause und helfen auch bei der Pflege Erkrankter. UNICEF schult die freiwilligen Helfer und stellt ihnen einfache medizinische Ausrüstung sowie Fahrräder zur Verfügung. UNICEF setzt sich zudem dafür ein, dass Waisen weiter zur Schule gehen können. Damit die Kinder das ihnen zustehende Erbe auch erhalten, entwickelt UNICEF einen Rechtsratgeber mit praktischen Tipps für Gemeindevertreter und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.
UNICEF hilft, einfache Kinderkrippen einzurichten und sie mit Spielzeug und Geschirr auszustatten. Die Krippen entlasten erkrankte Eltern oder Verwandte, die sich um Waisen kümmern. Kinder im Schulalter, die in ihrer Familie mit Aids konfrontiert sind, werden durch von UNICEF geschulte Freiwillige in Kinderzentren betreut. Dazu gehört auch das Schreiben so genannter „Memory Books“. An Aids erkrankte Eltern halten darin ihre Familiengeschichte und ihre Wünsche für die Kinder fest.
UNICEF hilft, Kinder ohne Eltern in Pflege- oder Adoptivfamilien in ihrem Heimatland zu vermitteln. Meist sind dies entfernte Angehörige, die von UNICEF auf ihre neue Aufgabe vorbereitet werden. UNICEF unterstützt auch den regelmäßigen Austausch von Pflegeeltern. Der offizielle Status als Pflegekind erleichtert es den Waisen, ihr Recht auf Schulbesuch und medizinische Versorgung zu verwirklichen.
Helfen Sie mit, Kinder vor AIDS zu schützen und HIV-positive Kinder besser zu versorgen. Danke!
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UNICEF Deutschland
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