01.09.2010 - Heute gehen zwar weltweit mehr Kinder zur Schule als im Jahr 2000. Trotzdem besuchen nach Schätzungen von UNICEF weltweit etwa 100 Millionen Kinder im Grundschulalter 2008 keinen Unterricht, 52 Prozent davon sind Mädchen.
In Südasien gibt es absolut gesehen die meisten Kinder, die die Schule abbrechen oder gar nicht erst hingehen – es sind 33 Millionen. Es folgen West- und Zentralafrika mit 25 Millionen nicht eingeschulten Kindern im schulfähigen Alter und Ost- und Südafrika mit 19 Millionen. Kinder in Afrika südlich der Sahara haben die geringste Chance auf eine Grundschulbildung. Dort gehen nur 65 von 100 Kindern im Grundschulalter zur Schule.
Die Bildungsaussichten der Kinder sind je nach den finanziellen Möglichkeiten der Familie enorm unterschiedlich. Die Auswertung von Daten aus 43 Entwicklungsländern zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Grundschulbildung zu erhalten, für Kinder aus dem ärmsten Fünftel der Haushalte deutlich geringer ist als für die aus dem wohlhabendsten Fünftel. Während von zehn Kindern der wohlhabendsten Familien im Schnitt neun Kinder zur Schule gehen, sind es in den ärmsten Familien nur sechs von zehn.
Auch der Wohnort von Kindern spielt für ihre Bildung eine große Rolle. Während Kinder aus der Stadt zu 86 Prozent eine Schule besuchen, sind es in ländlichen Gegenden nur 72 Prozent. Die größte Spanne zeigt sich in Liberia: dort sind Stadtkinder doppelt so häufig in der Schule wie ihre Altersgenossen auf dem Land – obwohl selbst in der Stadt nur fast jedes zweite Kind den Unterricht besucht.
UNICEF weist aber auch auf ein Folgeproblem zum Millenniumsziel Nummer zwei hin. Während immerhin in 60 Entwicklungsländern mindestens 90 Prozent aller Kinder die Grundschule besuchen, sieht es für die Sekundarschule deutlich schlechter aus. Nur zwölf Länder erreichen hier diese Quote. Im Durchschnitt besucht nur jedes zweite Kind in den Entwicklungsländern eine weiterführende Schule.