
Shukri Dirre ist neun Jahre alt und lebt im Dorf Deghachebsi im Norden Äthiopiens. Ihr Tag beginnt frühmorgens mit dem Wasserholen: „Ich gehe mit zwei Kanistern zum Brunnen, später noch einmal. Manchmal helfen meine Brüder oder meine Mutter.“ Den Brunnen gibt es erst seit einigen Jahren - UNICEF hat geholfen, ihn zu bauen und mit einer Handpumpe auszustatten.
Früher gruben die Bewohner im Flussbett kleine Tümpel aus, um Wasser zu sammeln. Das stehende Wasser war eine Brutstätte für Krankheitserreger und Moskitos. Malaria war häufig und forderte viele Todesopfer, besonders unter den Kindern. Der neue Brunnen hat viel verbessert. Ein Wasserkomitee im Dorf achtet darauf, dass der Brunnen sauber bleibt und bei Bedarf repariert wird.
Shukri - ein Mädchen aus Äthiopien
© Foto: Barbara Dombrowski
Unter dem größten Baum des Dorfes treffen sich die Kinder zur Koranschule.
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Shukris Stundenplan: Die Fächer sind Somali, Englisch, Rechnen, aber auch Naturwissenschaften.
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Shukri und ihre Freundin Hibo sitzen in der Schule nebeneinander.
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Auch Shukris Bruder Mohammed, sieben, ist ein begeisterter Schüler.
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Lehrer Mohammed Kora an der Tafel. Er besuchte eine dreimonatige Ausbildung von UNICEF.
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Halima kocht für ihre Familie.
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Die zweijährige Hamdir isst Sorghum, das traditionelle Getreide der Region.
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Mutter und Tochter beim Wasserholen - auch Shukris Freundin Hibo ist dabei.
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Die Hütte der Familie Dirre. Hier leben sechs Personen.
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Shukri und Hibo (Mitte) spielen gern zu zweit - oder mit den anderen Dorfkindern.
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Danach geht Shukri zum Koranuntericht und dann in eine von UNICEF unterstützte, alternative Schule. Die Dorfbewohner haben sie selbst aus Holzstämmen und Lehm gebaut. Die Regierung hat Geld für zusätzliches Material, zum Beispiel das Wellblechdach, dazugegeben. Die Fenster sind aus Blech und mit Draht befestigt. UNICEF hat ein Latrinenhäuschen aus Wellblech gebaut sowie Hefte und Stifte zur Verfügung gestellt. Der Lehrer Mohammed Kora, 25, hat zudem eine von UNICEF mit organisierte Ausbildung besucht. In der Region Shenile, in der viele Menschen in abgelegenen Dörfern und Siedlungen leben, geht nur jedes fünfte Kind zur Schule. Doch in vielen Dörfern sind neue Schulen bereits im Bau.
In Shukris Dorf gehen 42 Jungen und 15 Mädchen in die erste Klasse. Viele Kinder sind - wie Shukri - schon neun oder zehn Jahre alt. Denn im Dorf gab es jahrelang keine Schule. Ab dem nächsten Jahr soll im Nebenzimmer eine neue erste Klasse anfangen. „Wir lernen Englisch und das somalische Alphabet“, erzählt Shukri. Sie mag den Somali-Untericht am liebsten und träumt davon, später einmal selbst Lehrerin zu werden. Die Schule findet von acht bis etwa elf Uhr statt. Die meisten Familien in der Region sind Pastoralisten, sie leben von ihren Ziegen, Eseln oder Kamelen. Oft sind die Kinder dafür verantwortlich, das Vieh zum Grasen auf die Weiden zu treiben - nach der Schule. Shukris Familie jedoch ist sehr arm und besitzt kein Vieh. Der Vater verdient mit dem Verkauf von Holzkohle etwas Geld oder verdingt sich ab und zu als Tagelöhner. So kommen sie mehr schlecht als recht durch. Zum Frühstück gibt es die traditionellen Injeera-Fladen mit etwas Ziegenkäse. Für ein Mittagessen reichen die Vorräte meist nicht.
Wenn Shukri aus der Schule kommt, macht sie als erstes Hausaufgaben. Dann hilft sie zu Hause, sammelt Feuerholz oder bäckt Injeera-Brot über dem Feuer. „Gemüse gibt es nicht oft“, erzählt die Neunjährige. Gemeinsam mit ihrer Freundin Hibo Muse, acht Jahre, singt sie gern Lieder oder tanzt traditionelle somalische Tänze. Hibos Lieblingsfach ist Englisch. Ihre Familie lebt mit sechs Kindern etwas außerhalb. Auch Hibo hilft zu Hause. Wasser holen muss sie jedoch nur freitags, wenn schulfrei ist. Zum Abendessen kocht Shukris Mutter, Halima Mohammed, eine einfache Mahlzeit aus Sorghum, einer Getreideart. Die sechsköpfige Familie wohnt in einer aus Zweigen und Planen notdürftig gebauten Hütte. Auch Shukris Bruder Mohammed, 7, geht in die erste Klasse. Dann gibt es noch die zweijährige Hamdir sowie Omar, sechs Jahre alt. Halima kann es kaum erwarten, dass auch Omar offiziell eingeschult wird – schon heute sitzt er oft mit im Klassenzimmer. Halima selbst ist nie zur Schule gegangen. Aber sie tut alles dafür, dass ihre Kinder lernen können. „Schule ist eine Hilfe für die Zukunft“, so die 30-Jährige. „Sie ist die einzige Chance, die wir haben.“
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Barbara Dombrowski, www.ausloeser.com.
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