August 2011

UNICEF-Patin und Fernsehmoderatorin Sandra Thier besuchte vom 2. bis 8. August 2011 Mädchen und Frauen in Bangladesch, die Opfer von Säureattentaten wurden. Die Säure fügt den Opfern schreckliche Verbrennungen zu, sie entstellt ihre Gesichter und Körper. Sandra Thier schildert in ihrem Reisetagebuch ihre Eindrücke und wie UNICEF in Bangladesch den Säureopfern hilft.
Nach einer knappen Woche in Bangladesch heißt es Abschied nehmen – von den UNICEF-Kollegen, die uns begleitet haben, von den Frauen und Kindern und von UNICEFs vielen Partnern. Am meisten hat mich die Stärke der Kinder und Frauen beeindruckt, die Opfer von Säureattacken wurden.
Heute haben wir viel im Freien gedreht und waren DIE Hauptattraktion! Die Leute liefen zusammen und haben uns zugeschaut. Viele von ihnen wollten Fotos mit uns – ich glaube, sie denken ich bin ein Bollywoodstar! Niemand wird zudringlich oder bettelt. Die Menschen scheinen stolz zu sein, dass wir hier filmen und über ihr Land berichten.
Wir besuchen noch einmal ASF, die Acid Survivors Foundation. Denn noch mehr Frauen wollen uns ihre Geschichte erzählen, auf die ungeheuerlichen Gräueltaten aufmerksam machen, die in Bangladesch an der Tagesordnung stehen. Die Frauen freuen sich sehr, dass wir zurückgekommen sind, um noch mehr über ihre Schicksale zu erfahren.
Wie kann ein Ehemann seine eigene Frau und sein eigenes Kind verstümmeln? Wie kann ein Mensch jahrelang mit unfassbaren körperlichen und seelischen Schmerzen leben?
Ich habe heute Menschen getroffen, die eine Säureattacke überlebt haben und die mir zeigen: Ja, es geht. Und ja, wir lassen uns nicht die letzte Würde nehmen, auch wenn wir anders aussehen.
Ich bin heute mit meinem Team in Bangladesch angekommen. Der asiatische Staat ist mit 158,5 Millionen Einwohnern nach Monaco, Malta und Vatikanstadt der am vierten dicht besiedelte Flächenstaat der Welt. Die Gewalt gegen Kindern und Frauen ist hier enorm hoch. Die wohl brutalste Form der Gewalt in Bangladesch ist die „Bestrafung“ von Frauen mit Säure. Sie ist extrem schmerzhaft und entstellt die Frauen ihr Leben lang.
Helfen Sie mit, Mädchen vor Säureattentätern zu schützen und die Opfer zu versorgen. Danke!
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