
In den abgelegenen Siedlungen des Himalaja-Staates Bhutan bringt die Geburt eines Kindes Frauen immer wieder in Lebensgefahr. UNICEF hilft, die medizinische Versorgung zu verbessern. Der Weg eines Entbindungsbetts bis ins Dorf führt über steile Gebirgspfade.
"Früher war die nächste Entbindungsstation sechs Stunden Fußmarsch entfernt", sagt Passang Wangmo. Die 25-Jährige kommt aus dem Dorf Gasa in Bhutan. Hoch schwanger war die junge Frau über steile Gebirgspfade geklettert, um ihren Sohn im Krankenhaus sicher zur Welt zu bringen. Doch zwei von drei Frauen in Bhutan bekommen ihre Kinder noch immer zu Hause, oft ohne jede medizinische Unterstützung.
Die Bergdörfer sind abgelegen, es gibt nur wenig Transportmöglichkeiten zu den oft weit entfernten Gesundheitseinrichtungen. Und kaum jemand in den Dörfern weiß, wie mögliche Komplikationen und Gefahren wie die Blutarmut bei Schwangeren oder eine Steißlage des Babys erkannt werden können – und was zu tun ist. Immer wieder sterben deshalb junge Mütter während oder kurz nach der Geburt.
Zu den Todesopfern gehört auch Ten Tshomo, Tochter eines Straßenbauers aus dem Osten von Bhutan. Die 25-Jährige war unverheiratet, aus Scham hatte sie ihre Schwangerschaft bis zuletzt geheim gehalten. Bei der Geburt stand ihr nur ihre ältere Schwester Choden bei. Als Tshomo nicht aufhörte zu bluten, wusste Choden keinen Rat. Erst vier Stunden später entschied die Familie, die junge Mutter ins Krankenhaus zu bringen. Doch es war zu spät: Tshomo verblutete noch in dem Lastwagen, der sie in die Klinik bringen sollte.
UNICEF versorgt Geburtshilfestationen in Bhutan mit medizinischen Geräten und bildet Hebammen aus. In den Gebirgsdörfern klärt UNICEF darüber auf, wie wichtig eine gute Versorgung während der Schwangerschaft ist und wie Alarmzeichen frühzeitig zu erkennen sind. UNICEF unterstützt zudem Dorfkomitees aus engagierten Freiwilligen. Sie besuchen Schwangere zu Hause und informieren sie über die Angebote des nächsten Gesundheitszentrums. Das Programm erreicht inzwischen jährlich Tausende schwangere Frauen.
Auch in Passangs Heimatdorf hat UNICEF die medizinische Versorgung deutlich verbessert. Per Lastpferd hat UNICEF ein Entbindungsbett sowie weiteren medizinischen Bedarf nach Gasa transportiert, das für Fahrzeuge nicht erreichbar ist – siehe die Fotos auf dieser Seite. "Jetzt können wir unsere Kinder in unserer eigenen Gesundheitsstation zur Welt bringen", sagt die junge Mutter.
7:30 Uhr: Ein UNICEF-Fahrzeug bringt das Entbindungsbett für Gasa bis zum Abzweig Damji.
© UNICEF Bhutan
8.30 Uhr: Helfer entladen das für die Gesundheitsstation bestimmte Entbindungsbett.
© UNICEF Bhutan
9 Uhr: Die Einzelteile des Betts werden auf Lastpferde umgepackt.
© UNICEF Bhutan
10 Uhr: Es geht über steile Bergpfade...
© UNICEF Bhutan
... und schwankende Hängebrücken.
© UNICEF Bhutan
12 Uhr: Weiter bergauf - im Hintergrund ist schon das Dorf Gasa zu sehen.
© UNICEF Bhutan
16 Uhr: Endlich am Ziel: Die Gesundheitsstation von Gasa.
© UNICEF Bhutan
Mit dem neuen Bett ist das Entbindungszimmer komplett.
© UNICEF Bhutan
Passang aus dem Dorf Gasa ist froh über die bessere Versorgung.
© UNICEF Bhutan
Bei der Geburt von Passangs Sohn gab es die Entbindungsstation noch nicht.
© UNICEF Bhutan
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