März 2011
Nach dem Erdbeben in Haiti hat UNICEF dafür gesorgt, dass die Kinder schnellstmöglich wieder zur Schule gehen können. In der St. Gerard Schule in Port-au-Prince konnte der Unterricht trotz der großen Zerstörungen schon im April 2010 wieder starten. Anfangs saßen die Schüler wie in einem Amphitheater auf den Trümmern im Schulhof. „Ungefähr einen Monat hat es gedauert, den Schutt wegzuräumen. UNICEF hat uns Schulzelte zur Verfügung gestellt“, erzählt die Direktorin Schwester Yola Norelus. Knapp ein Jahr später haben die Mädchen und Jungen jetzt sogar wieder richtige Klassenzimmer.
Die St. Gerard Schule ist eine von bisher 110 Übergangsschulen, die UNICEF errichtet hat. Sie bestehen aus Zeltstangen, die mit einem Betonfundament verbunden sind, einem festen Dach und halbhohen Mauern. Bis Ende 2011 sollen 200 dieser stabilen Schulen fertig sein. „Wir sind gerade dabei, 28 neue Schulen im Umland aufzubauen“, erzählt UNICEF-Mitarbeiterin Ginette Mathurin. Eine Schule kostet durchschnittlich 130.000 Euro. Die Bauzeit beträgt nur drei Wochen.
Die elfjährige Chanaika beobachtet die Arbeiter, während sie Zement mischen und die neue Dachkonstruktion aufbauen. Sie weiß, dass sie Glück hat, am Leben zu sein und zur Schule gehen zu können. 27 Schulkameraden und drei Lehrer starben bei dem Erdbeben. „Ich schaue gern zu, wie die neue Schule entsteht, und träume von später. Ich möchte Krankenschwester werden“, sagt sie.
„Viele Nachbarskinder können nicht zur Schule gehen“, erklärt Chanaika, die in bescheidenen Verhältnissen wohnt. „Die Schule sollte für alle kostenlos und nicht zu weit weg sein.“ Viele Schulen im Land sind Privatschulen. In Zusammenarbeit mit dem Erziehungsministerium arbeitet UNICEF daran, die Schulgebühren abzuschaffen. „In unserer Schule betragen die Gebühren 2.000 Gourdes – das sind 36 Euro. Das Geld brauchen wir, um die Lehrer zu bezahlen“, erklärt Schwester Norelus.
Die Schule ist für die Kinder die einzige Chance für ein besseres Leben. Sie gibt den Kindern ein Stück geregelten Alltag und stärkt ihr Selbstwertgefühl. „Wir wollen, dass die Kinder hier etwas lernen und die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen zu Hause oft fehlt“, sagt Schwester Norelus.
Auch Ginette Mathurin von UNICEF freut sich über die kontinuierlichen Baufortschritte. Aber sie weiß auch, wie viel noch zu tun ist. „Rund 80 Prozent der Haitianer können nicht lesen und schreiben. Nur jedes zweite Kind im Schulalter geht zur Schule“, sagt sie. „Wir müssen alles dafür tun, dass sich das ändert und die Kinder ein besseres Haiti mit aufbauen können.“
Zurück zur Sonderseite Haiti
UNICEF ruft weiter zu Spenden für die Kinder in Haiti auf – vielen Dank!
Für Haiti spendenUNICEF Deutschland
Konto 300 000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln