
Die Bürgerkriege im ehemaligen Jugoslawien haben in den 1990er Jahren fast alle Roma aus dem Kosovo vertrieben. Ganze Siedlungen wie das Roma-Viertel Roma Mahala in Mitrovica wurden geplündert und niedergebrannt. Heute leben im Kosovo wieder schätzungsweise 35.000 bis 45.000 Roma – die meisten von ihnen unter katastrophalen Bedingungen in Slums und Notunterkünften. Viele Roma-Kinder arbeiten als Müllsammler mit, um zum Einkommen der Familie beizutragen. Viele schaffen keinen Schulabschluss, weil sie dem Unterricht kaum folgen können. UNICEF hilft, die Mädchen und Jungen frühzeitig auf die Einschulung vorzubereiten und stattet sie mit Unterrichtsmaterial aus. Freiwillige aus den Roma-Gemeinden vermitteln den Familien, wie sie ihre Kinder fördern und vor gesundheitlichen Gefahren schützen können.
Kinder aus Familien der Roma, Ashkali und Kosovo-Ägypter, kurz Roma, sind im Kosovo besonders oft von Armut betroffen. Die meisten Familien schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch, mehr als ein Drittel der Roma lebt unter dem Existenzminimum. Viele leben vom Sammeln von Altmetall: Erwachsene und oft auch Kinder schmelzen die Metallreste und Autobatterien zu Hause ein, um die Rohstoffe zu verkaufen. Roma-Kinder werden im Kosovo medizinisch schlechter versorgt und leben in schlechteren Wohnungen als ihre albanischen und serbischen Altersgenossen. Auch beim Schulbesuch sind Roma-Kinder benachteiligt: Viele sprechen nur ihre eigene Sprache Romanes und haben so keine Chance, dem Unterricht zu folgen. Besonders die Mädchen werden traditionell oft schon mit 14 Jahren verheiratet – spätestens dann ist der Schulbesuch für sie beendet.
Sehr kritisch ist die Situation im Flüchtlingslager „Osterode“ im Norden Mitrovicas. Ursprünglich war es nur als Zwischenstation für zurückkehrende Familien gedacht. Doch noch immer leben in der früheren Kaserne etwa 400 Menschen auf engstem Raum. Viele waren zuvor in Lagern untergebracht, die direkt neben bleiverseuchten Abraumhalden aus dem Bergbau lagen. Viele Roma-Kinder haben deshalb gefährlich viel Blei in Blut und Knochen. Die Folge der Bleivergiftungen sind Nerven- und Hirnschädigungen und Entwicklungsstörungen. Ohne medizinische Behandlung und gezielte Förderung haben diese Mädchen und Jungen oft keine Chance, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Viele Eltern sind kaum gebildet und wissen nicht, wie sie ihre Kinder gut betreuen. Auch die gesundheitlichen Gefahren - beispielsweise beim Einschmelzen alter Batterien – sind ihnen oft nicht bewusst.
UNICEF hilft im Flüchtlingslager Osterode und im Viertel Roma Mahala, Roma-Kinder im Kindergartenalter zu betreuen und auf die Schule vorzubereiten. In Gemeindezentren unterstützen Helfer die bereits eingeschulten Kinder bei den Hausaufgaben und beim Lernen der serbischen Sprache. Die Kinder spielen und singen gemeinsam oder treiben Sport. UNICEF stattet die Kinder mit Schulmaterial aus und schult die Betreuer in den Zentren. In Bildungskursen können auch die Eltern Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. UNICEF bringt sie mit Lehrern und Gemeindevertretern zusammen, um Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu schaffen.
Für alle Kinder, die an den Bildungsangeboten in Osterode teilnehmen, stellt UNICEF täglich ein nahrhaftes Mittagessen und Obst bereit. Die zusätzlichen Nährstoffe sind besonders wichtig für Kinder, die von Bleivergiftungen betroffen sind. Ein Psychologe hilft den Familien im Lager, Entwicklungsstörungen ihrer Kinder zu erkennen und sie zu fördern. Freiwillige Helfer aus der Roma-Gemeinde in Osterode gehen regelmäßig von Haus zu Haus. Sie klären über Hygiene und den Schutz vor gesundheitlichen Gefahren auf – zum Beispiel, wenn die Familien mit Altmetall und alten Batterien hantieren.
In insgesamt sieben Regionen, in denen viele Roma und andere benachteiligte Gruppen leben, unterstützt UNICEF die Informations- und Aufklärungsarbeit. UNICEF schult freiwillige Helfer sowie die Mitarbeiter von Gesundheitsstationen und Krankenhäusern und stattet sie mit Material aus. UNICEF hilft den lokalen Behörden auch, Aktionspläne zur Reintegration zu entwickeln. So sollen die Familien im Osterode-Lager baldmöglichst dauerhafte Unterkünfte erhalten, beispielsweise im wieder aufgebauten Viertel Roma Mahala. UNICEF hilft auch hier, Bildungsangebote für Kindergarten- und Schulkinder aufzubauen und die medizinische Versorgung zu verbessern.
Helfen Sie mit, Roma-Kinder aus dem Abseits zu holen und sie in die Schule zu bringen. Danke!
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