
In Nigeria leben bis zu zwei Millionen Menschen mit Albinismus - einer Pigmentstörung, die Haut, Haare und Augen extrem empfindlich macht. Rund 40 Prozent von ihnen sind Kinder. Viele von ihnen leiden unter Diskriminierung und Ausgrenzung. Die meisten der Mädchen und Jungen gehen nicht zur Schule - auch, weil sie wegen der Pigmentstörung häufig stark kurzsichtig sind und keine Sehhilfen haben. UNICEF hat in Nigeria gemeinsam mit Partnern ein Programm entwickelt, um den Kindern zu helfen und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.
Nigeria ist eines der Länder in Afrika mit der höchsten Zahl von Albinismus betroffener Menschen. Die angeborene Pigmentstörung
kommt in unterschiedlichen Ausprägungen vor.
Den am stärksten Betroffenen fehlen nicht nur
im Auge schützende Pigmente, sondern im ganzen Körper: Sie haben eine sehr helle Haut und weiße Haare. Deshalb leiden von Albinismus betroffene Menschen häufig unter Sonnenbrand, Blasen und Ausschlägen. In Afrika erkranken viele von ihnen an Hautkrebs und sterben früh: 98 Prozent der Todesfälle unter Albinos sind auf Hautkrebs zurück-zuführen. Auch Augenprobleme sind verbreitet. Viele Albino-Kinder sind stark kurzsichtig und können deshalb dem normalem Unterricht kaum folgen. Häufig bleiben sie Analphabeten und haben kaum Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt
selbst zu verdienen.
Albinos gehören in Nigeria wie in anderen afrikanischen Ländern zu den ärmsten und am meisten benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Viele leben am Rande der Gesellschaft. Oft ist ihnen nicht einmal bewusst,
wie gefährlich die Sonneneinstrahlung für sie ist. Gerade die Mädchen und Frauen haben oft wenig Selbstbewusstsein und sind Gewalt und Diskriminierung schutzlos ausgeliefert. Dazu trägt der im Land weit verbreitete Aberglaube bei. So betrachten viele Menschen auf dem
Land Albinismus als Strafe der Götter für ein Vergehen eines Vorfahren. In Ländern wie Nigeria und Tansania machten in den vergangenen Jahren auch rituelle Tötungen von Albinos Schlagzeilen. Nach entsprechenden berichten aus diesen Ländern wurden diese Menschen umgebracht, weil ihren Körperteilen Zauberkräfte zugesprochen werden.
UNICEF hat eine Partnerschaft mit der nigerianischen Albino-Stiftung begonnen. Gemeinsam starten sie erstmals ein umfassendes Programm für von Albinis-
mus betroffene Kinder – in der Region um die Haupt-
stadt Abuja sowie in ersten ländlichen Gebieten.
UNICEF wird helfen, zunächst 60 Kindern und Jugendliche
mit Albinismus den Schulbesuch zu ermöglichen. Die
Kinder erhalten dafür besondere Sehhilfen, so dass sie von der Tafel ablesen und dem Unterricht besser folgen können. UNICEF stattet die Kinder auch mit Schuluniformen sowie Büchern, Heften und Stiften aus. Auch für Kopfbedeckungen und Sonnenschutzmittel wird gesorgt. UNICEF schult die Lehrer und hilft ihnen, die Bedürfnisse von Albino-Kindern im Unterricht besser zu berücksichtigen. Dazu gehört zum Beispiel ein Platz weiter vorn in der Klasse oder der Einsatz angemessener Arbeitsblätter. UNICEF wird die Erfahrungen aus den ersten Projektgemeinden dokumentieren und plant, das Programm nach und nach auf zusätzliche Regionen zu erweitern.
In den Projektgemeinden informiert UNICEF Lehrer, Angehörige und weitere Dorfvertreter über die Ursachen von Albinismus und Hilfsmöglichkeiten für betroffene Kinder. Auch landesweit hilft UNICEF, über die Pigmentstörung aufzuklären und um Unterstützung für die Kinder zu werben. UNICEF arbeitet dazu eng mit Schulleitern, den Bildungsbehörden sowie mit Radio- und Fernsehstationen zusammen. So entwickelt UNICEF gemeinsam mit Partnern Aufklärungsmaterial über Albinismus und
verteilt es in Dörfern und Schulen. So soll es gelingen, dass Albino-Kinder besser integriert werden und spezielle medizinische und psychosoziale Unterstützung erhalten.
Helfen Sie mit, dass Kinder gesund und sicher aufwachsen und zur Schule gehen können. Danke!
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