
In kaum einem Land der Erde ist das Aufwachsen für Mädchen und Jungen so schwierig wie in Somalia: Fast jedes fünfte Kind erlebt seinen fünften Geburtstag nicht. Eine der Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit ist die extrem schlechte Wasser- und Hygienesituation im Land. Immer häufiger auftretende Dürreperioden trocknen die wenigen Wasserquellen aus, das Vieh verendet. Im Süden Somalias wird der Zugang zu Wasserquellen außerdem immer wieder durch bewaffnete Konflikte behindert. Die meisten Familien sind daher auf offene Tümpel angewiesen – doch diese sind häufig verschmutzt und mit Krankheitserregern verseucht. UNICEF hilft in zwei ausgewählten Regionen in Somalia, die Wasserversorgung nachhaltig zu verbessern und für die Ärmsten erschwinglich zu machen.
Noch vor kurzem musste Jamilah jeden Tag zwei Stunden zum nächsten Brunnen laufen. Das elfjährige Mädchen aus Dheenta in Nordsomalia ist in ihrer Familie fürs Wasserholen zuständig. Weiterlesen
In Somalia kommt es immer wieder zu langen Trockenperioden. Zwar haben sich die Menschen den schwierigen Bedingungen so gut wie möglich angepasst. Doch mittlerweile wiederholen sich die Dürreperioden immer häufiger – Mensch und Natur haben nicht genug Zeit, sich zu erholen. Besonders in der Region Süd-Zentral-Somalia ist es für die Menschen sehr schwierig, sich mit sauberem Wasser zu versorgen. Vielerorts konkurrieren Nomaden mit sesshaften Bauern um die spärlichen Wasserquellen und um Weideland. Flüsse und Tümpel sind häufig verschmutzt. Dies führt besonders bei Kindern zu Durchfallerkrankungen. Durchfall kann ein Kleinkind innerhalb weniger Tage das Leben kosten – besonders dann, wenn es schon vorher durch Mangerernährung geschwächt war. Gleichzeitig zehren häufige Infektionen den Körper weiter aus und verschlechtern den Zustand der Kinder zusätzlich – ein Teufelskreis.
Auch die Region Puntland im Nordosten Somalias ist sehr trocken. Der Grundwasserspiegel ist extrem niedrig. Sauberes Wasser muss daher mit Hilfe von Dieselgeneratoren aus großen Tiefen hochgepumpt werden. Doch die meisten Dorfbewohner können die Kosten für den notwendigen Treibstoff nicht tragen – so bleibt das saubere Grundwasser für sie unerreichbar. Stattdessen benutzen die Familien stehende, ungeschützte Gewässer, um ihren täglichen Bedarf zu decken. In manchen Orten haben die Familien Regenauffangbecken. Doch während Dürreperioden sind sie nutzlos. Auch an den meisten Schulen gibt es keine Wasserversorgung. Selbst wenn es Latrinen gibt, können diese nicht regelmäßig gereinigt werden. So müssen die meisten Schüler ihre Notdurft im Freien verrichten. All das führt dazu, dass auch in Puntland gefährlicher Durchfall bei Kindern häufig vorkommt.
UNICEF arbeitet seit rund 40 Jahren in Somalia und ist eine der wenigen Organisationen, die trotz der schwierigen Sicherheitslage helfen kann. Mit Partnerorganisationen und nationalen Mitarbeitern nutzt UNICEF jeden Spielraum, um Zugang zu den bedürftigen Familien zu erhalten.
UNICEF möchte mit Hilfe von Spenden aus Deutschland in der Region Süd-Zentral-Somalia fünf Wasseraufbereitungsanlagen aufbauen und mit solarbetriebenen Pumpen ausstatten. Die Solarenergie reicht aus, um Wasser aus dem nächstgelegenen Fluss zu pumpen und aufzubereiten. Jede Wasserstation produziert täglich zehn bis 15 Kubikmeter sicheres Wasser – genug für 1.000 bis 1.500 Menschen. Auch für umherziehende Nomadengruppen sind diese Wasserstationen oft lebensrettend. UNICEF schult für jede Wasserstation ein Dorfkomitee, um die Anlagen regelmäßig zu reinigen und zu warten. UNICEF unterstützt zudem Aufklärungskampagnen. Auch hier helfen die Dorfkomitees mit: Sie werben beispielsweise für das regelmäßige Händewaschen mit Seife.
UNICEF plant, auch im Nordosten Somalias fünf solarbetriebene Wasser-Pumpstationen einzurichten. Insgesamt sollen rund 23.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser aus der Tiefe versorgt werden. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern wählt UNICEF geeignete Standorte aus und installiert die Pumpen und Wasseranschlüsse. Auch in Puntland schult UNICEF Dorfkomitees, die dann gemeinsam für die Wartung und Reparatur der Anlagen verantwortlich sind. Aufklärung über Hygiene und Gesundheit gehört mit zum Programm.
zur UNICEF-Kampagne Wasser wirkt
Wasser wirkt: Helfen Sie mit, Brunnen zu bauen und über Hygiene aufzuklären. Danke!
Für Somalia spendenUNICEF Deutschland
Konto 300 000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln