
15 Jahre nach dem furchtbaren Völkermord 1994 gehen in Ruanda trotz vieler Fortschritte noch immer rund 400.000 Kinder nicht zur Schule. Es besteht jedoch die Chance, dass bis 2015 jedes Kind zur Schule gehen kann und damit für Ruanda dieses wichtige Millenniumsziel erfüllt wird. Eine enorme Herausforderung bleibt jedoch, dass bis heute nur jedes zweite Kind den Schulbesuch auch abschließt. Zwei von drei Mädchen und Jungen müssen arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Besonders die rund 860.000 Waisen und Halbwaisen sowie andere benachteiligte Kinder sind in Gefahr, frühzeitig abzubrechen.
Seit 2005 hat UNICEF in Ruanda bereits 54 große Modellschulen mit fast 600 Klassenräumen neu gebaut oder wiederhergerichtet. Alle Schulen haben auch Latrinen und Waschgelegenheiten erhalten - installiert wurden insgesamt 1.500 Toilettenblocks und 236 Wassertanks. UNICEF hat auch Tafeln, Bänke und Stühle bereitgestellt und 18 Fortbildungszentren für Lehrer eingerichtet. Sportplätze wurden gebaut, Bälle bereitgestellt, 630 Lehrer als Koordinatoren für Schülerclubs ausgebildet. Rund 50.000 Kinder, darunter Waisen und behinderte Kinder, nehmen regelmäßig an den Aktivitäten teil. Die Bildungsbehörde hat jetzt ein landesweites Programm zum Bau zusätzlicher Klassenräume angeschoben und trägt so das Konzept „kinderfreundlicher“ Schulen von UNICEF weiter in die Breite.
UNICEF will das Programm in Ruanda jetzt auf zusätzliche Provinzen erweitern. UNICEF plant hier, weitere Schulen neu zu bauen und sie mit Trinkwasseranschluss und Latrinen auszustatten. Für Lehrer sind weitere Ausbildungszentren vorgesehen. Mit UNICEF-Hilfe sollen an den neu dazukommenden Schulen Schulclubs entstehen, in denen Waisen und andere benachteiligte Kinder sich gegenseitig unterstützen.
Jedes Kind hat das Recht auf Bildung. Doch in den Ländern Afrikas südlich der Sahara geht bis heute etwa jedes dritte Kind nicht zur Schule. Viele Familien sind zu arm, um das Schulmaterial für ihre Kinder zu bezahlen. Besonders auf dem Land sind die Schulen oft überfüllt, schlecht ausgestattet oder einfach zu weit entfernt. Und es fehlt an qualifizierten Lehrern. Die Aids-Epidemie verschärft die Situation. UNICEF, die Nelson-Mandela-Stiftung und die Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts haben deshalb die Aktion „Schulen für Afrika“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, für Kinder in insgesamt elf afrikanischen Ländern eine gute Grundbildung sicherzustellen. UNICEF unterstützt hier den Bau zusätzlicher Klassenzimmer, stellt Schulmaterial bereit und schult die Lehrer. Ziel ist es, dass alle Schulen „kinderfreundlich“ werden.
Mehr Informationen finden Sie auf der Kampagnenseite www.schulenfuerafrika.de.
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