
Ourèye Sall war bis vor wenigen Jahren Beschneiderin des Dorfes Nguerigne Bambara im Senegal. 18 Jahre übte sie die Tradition aus:
„Ich habe mit einer Rasierklinge gearbeitet, die ich vorher mit Parfüm oder Eau de Cologne sterilisiert habe. Wir hatten keinen Alkohol. Man kann nicht sagen, dass die Frauen gezwungen wurden. Sie wollten es, sie kannten nichts anderes. Wenn man es nicht anders kennt und alle es tun, macht man es auch. Ich kenne ein Mädchen, das sehr lange unbeschnitten blieb. Schließlich entschied sie selbst, dass sie beschnitten werden wollte, weil sie die Diskriminierungen nicht länger ertragen konnte. Ich habe aufgehört, nachdem ich einen Kurs besucht habe. Dort habe ich viel über Menschenrechte gelernt. Ich erfuhr, dass es eine Menschenrechtsverletzung ist, wenn man Menschen Dinge zufügt, die gesundheitlich schädigen. Ich habe viel über Gesundheitsfürsorge gelernt. Ohne dies hätte ich niemals aufgehört. Die Tradition war schlecht. Aber wir wussten es nicht.“
Ourèye Sall leitet heute selbst eine Frauengruppe. Das Kind ihrer Tochter ist eines der ersten Mädchen, die nicht mehr beschnitten wurden.
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