
Zehn Uhr morgens in einer kleinen Dorfschule im Süden Senegals: Die Pause ist fast vorüber. Hoch konzentriert erledigt Fatim noch schnell ihre schwierigen Mathe-Aufgaben. „Wenn ich heimkomme, habe ich keine Zeit mehr dazu“, sagt die 14-Jährige. “Dann muss ich meiner Mutter bei der Hausarbeit helfen.“
Fatim bereitet sich auf die weiterführende Schule vor. Im vergangenen Jahr hatte sie den Wechsel noch nicht geschafft: Der lange Schulweg und die viele Hausarbeit nahmen zu viel Zeit in Anspruch. Außerdem gab es in der Schule keinen Wasseranschluss. War die mitgebrachte Wasserflasche leer, mussten die Kinder Nachbarn der Schule um Wasser bitten. Viele gingen auch zurück in ihre zwei, drei Kilometer entfernten Heimatdörfer, nur um ihren Durst zu stillen. Fatim verschweigt, dass sie danach manchmal nicht zum Unterricht zurückgekehrt ist.
Aber das vergangene Jahr hat viel verändert: Mit Hilfe von UNICEF hat die Schule jetzt einen eigenen Brunnen, der allen Dorfbewohnern zur Verfügung steht. Schüler und Eltern haben sogar einen Schulgarten angelegt. In manchen Monaten bereichert das selbst gezogene Gemüse den Speiseplan der neuen Schulkantine.