„Acht Stunden brauchte ich früher, um die Wasserstelle zu erreichen – vier Stunden hin und vier Stunden wieder zurück“, erzählt Jawahir. Die 28-Jährige ist Sprecherin des Frauen-Komitees in Daba Naira. Das Dorf liegt ganz im Westen des Sudan, umgeben von Wüste. Seit sie sieben Jahre alt war, verbrachte Jawahir den größten Teil des Tages mit der Suche nach Wasser – eine mühselige, kräftezehrende Aufgabe. Und trotz der harten Arbeit der Frauen gab es nie genug Wasser; immer wieder litten die Dorfbewohner unter Durchfall und Infektionen.
Doch eines Tages veränderte sich das Dorfleben. UNICEF bohrte einen Brunnen in Daba Naira und ermöglichte den Dorfbewohnern, sich eigene Latrinen zu bauen. „Jetzt ist unser Wasser sauber“, erzählt Jawahir. „Und ich habe viel mehr Zeit für meinen Sohn und die Arbeit im Dorfkomitee.“ Jawahir ist stolz, dass sich die Frauen im Dorf organisiert haben. Monatlich zahlen sie einen kleinen Betrag in eine gemeinsame Kasse. Von dem Geld unterhalten die Frauen einen Obst- und Gemüsegarten und kaufen, wenn nötig, Medikamente für ihre Kinder. Darüber hinaus besuchen sie regelmäßig Familien, um über Hygiene aufzuklären.