

Aids trifft immer mehr Kinder: 30 Jahre nach dem Ausbruch der Epidemie leben schätzungsweise 3,3 Millionen Kinder mit HIV. Täglich werden 1.000 Babys mit dem HI-Virus geboren. Allein 2011 steckten sich 330.000 Kinder unter 15 Jahren mit dem Virus an, 230.000 Kinder starben an Aids. Bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sind es rund 2.300 HIV-Infektionen pro Tag. Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Zahl der Kinder, die einen oder beide Elternteile durch die Krankheit verloren haben, von 11,5 auf 17,3 Millionen. Die meisten dieser Waisen – fast 15 Millionen – leben in Afrika.
In vielen Dörfern im südlichen Afrika ist die mittlere Generation weggestorben. Es sind vor allem die Großmütter, die sich um die Waisen kümmern. Immer mehr von ihnen sind jedoch ganz auf sich allein gestellt. Viele HIV-positive Kinder erhalten keinerlei medizinische Behandlung. So sterben viele schon in den ersten zwei Lebensjahren. Eine große Herausforderung ist es zudem, die Mutter-zu-Kind-Übertragung des Virus zu stoppen. Besonders in ländlichen Regionen fehlt es an Medikamenten und ausgebildeten Helfern. Und noch längst nicht alle schwangeren Frauen werden durch Vorsorgeuntersuchungen erreicht.
UNICEF hilft den Dorfgemeinschaften, die wachsende Zahl der Waisen zu versorgen. So bildet UNICEF Freiwillige zu Dorfhelfern aus. Sie besuchen von Aids betroffene Familien, helfen bei der Krankenpflege und im Haushalt. In von UNICEF unterstützten Tagesstätten werden jüngere Waisen tagsüber betreut. Ältere Kinder erhalten von UNICEF Schulmaterial, damit sie weiter lernen können.
Die meisten HIV-positiven Kinder haben sich bereits im Mutterleib, bei der Geburt oder durch das Stillen infiziert. UNICEF hilft, schwangere Frauen zu beraten und sie mit dem Medikament Nevirapin zu versorgen. Es senkt das Risiko einer Ansteckung für das Baby deutlich.
UNICEF ist Mitglied im "Aktionsbündnis gegen AIDS" und unterstützt die aktuelle Kampagne in9monaten.de. Die Kampagne fordert, bis 2015 die Mutter-Kind-Übertragung zu stoppen. Lesen Sie hier die Hintergrundinformationen (PDF) und unterstützen Sie die Kampagne unter www.in9monaten.de.
UNICEF setzt sich intensiv dafür ein, dass HIV-positive Kinder besser versorgt werden und Zugang zu virenhemmenden Medikamenten erhalten. UNICEF schult Gesundheitshelfer in der Betreuung HIV-positiver Kinder und stattet Krankenhäuser mit Medikamenten und Geräten aus. Wichtig ist es auch, dass Neugeborene so früh wie möglich auf HIV getestet werden.
Wissen ist der einzige Schutz vor Aids. UNICEF entwickelt deshalb Aufklärungsmaterial und bildet Jugendliche aus, die an Schulen über den Schutz vor einer Ansteckung informieren. Gemeinsam mit Selbsthilfegruppen HIV-positiver Menschen kämpfen sie zudem gegen die häufige Diskriminierung von Aids betroffener Kinder.
Umfassendes Informationsmaterial zum Thema HIV/Aids finden Sie in der Mediathek.
Februar 2011: Die 22-jährige Tselane aus Lesotho ist hochschwanger. Bei einem Routine-Bluttest stellte sich heraus, dass sie HIV-positiv ist – ein Schock für die werdende Mutter.
Tselane lebt im Hochland von Lesotho. Für jede Untersuchung macht sie sich zu Fuß auf den Weg in die nächstgelegene Klinik, die zehn Kilometer entfernt ist. Der Weg ist beschwerlich – vor allem während der Regenzeit, wenn sich die Straße in einen Fluss aus Schlamm verwandelt.
Die Gesundheitsstation wird von UNICEF unterstützt. Seit der Diagnose erhält Tselane dort antiretrovirale Medikamente. Diese sollen eine Übertragung des Virus auf ihr ungeborenes Baby verhindern. Tselane wünscht sich nichts mehr, als ein gesundes Baby zur Welt zu bringen: „Ich glaube, dass ich dank der Medikamente überleben werde. Und auch mein Baby wird überleben.“
Sechs Monate später: Tselane ist glücklich. Die kleine Dintle wurde im Februar geboren. Mithilfe der Medikamente ist es der Mutter gelungen, eine Übertragung des Virus auf ihr Kind zu verhindern. Inzwischen wurde Dintle auf HIV getestet: Sie ist negativ.
Tselane hält sich gewissenhaft an die Anweisungen der Hebamme: Sie stillt ihr Baby voll, bis es sechs Monate alt ist. Da sie frühzeitig mit der Einnahme von Medikamenten begonnen hat, muss sie nicht auf das Stillen verzichten. Im Gegenteil: Indem sie ihre Tochter voll stillt, verringert sie das Risiko einer Mangelernährung.
Ein gutes Jahr später, Oktober 2012. Ihre gesunde Tochter Dintle sitzt entspannt auf dem Schoß ihrer Mutter. Tselane erzählt: „Ich liebe meine Tochter sehr. Ich kaufe ihr Kleidung und Essen und kümmere mich um sie. Ich bin so stolz auf sie!“ Noch vor zwei Jahren hätte sich Tselane nicht vorstellen können, dass sie heute beide noch am Leben sind.
UNICEF setzt sich weltweit mit seinen Partnern dafür ein, neue HIV-Infektionen unter Kindern zu verhindern. Ziel ist es, bis 2015 die Zahl der Neuinfektionen vor, während oder nach der Geburt um 90 Prozent zu senken. Mit Hilfe von UNICEF ist die Zahl der Neuerkrankungen in 33 Ländern zwischen 2001 und 2009 um ein Viertel zurückgegangen.
Fotos: UNICEF/Leonie Marinovich.
Helfen Sie mit, Kinder vor AIDS zu schützen und HIV-positive Kinder besser zu versorgen. Danke!
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