Im Zeitalter des Internet haben 101 Millionen Kinder nicht einmal die Chance, Lesen und Schreiben zu lernen - weil ihre Familien zu arm sind, weil die Schulen überfüllt oder zu weit entfernt sind. Knapp die Hälfte aller Kinder, die nicht zur Schule gehen, lebt in Afrika südlich der Sahara. Besonders die Mädchen sollen häufig früh arbeiten und heiraten – für die Schulbildung bleibt keine Zeit. Zwei Drittel der weltweit rund 776 Millionen Analphabeten ab 15 Jahre sind weiblich.
Dabei hat keine andere Investition so positive und weit reichende Auswirkungen auf die Entwicklung einer Gesellschaft wie die Förderung der Mädchenbildung. Die Kindersterblichkeit sinkt, je länger die Mütter zur Schule gegangen sind. Frauen mit Schulbildung heiraten meist später, bekommen weniger Kinder und können diese besser versorgen. Nicht zuletzt schützt Bildung Mädchen vor Diskriminierung, Ausbeutung und Gefahren wie AIDS.
Kinder brauchen ein gutes Lernumfeld, um sich Wissen konzentriert anzueignen. Deshalb hilft UNICEF, zerstörte oder verfallene Klassenräume instandzusetzen oder neue zu bauen. Häufig hilft die Dorfgemeinschaft mit und übernimmt so auch Verantwortung für den Erhalt ihres Schulgebäudes.
UNICEF sorgt für sicheres Trinkwasser an den Schulen, installier Latrinen und Waschmöglichkeiten. UNICEF hilft zudem, dass Gesundheit und Hygiene auch im Unterricht behandelt werden. So stellt UNICEF Unterrichtsmaterial bereit oder fördert Schulclubs, in denen sich Schüler und Lehrer gemeinsam für Hygiene engagieren.
Für Kinder aus armen Familien sind oft schon Schulhefte und Stifte unerschwinglich. Das gilt besonders für Waisen und andere benachteiligte Kinder. UNICEF versorgt Schüler und Lehrer mit Büchern, Heften und Lehrmaterial, allein 2007 waren dies zwölf Millionen Mädchen und Jungen in vielen Ländern der Erde. UNICEF stellt zudem Bänke, Tische sowie Schultafeln bereit.
Gute Lehrer sind der Schlüssel für guten Unterricht. UNICEF schult deshalb weltweit Lehrer, damit sie ihren Unterricht verbessern und für die Kinder lebensnäher gestalten können. UNICEF leitet die Lehrer auch an, die Kinder für einen regelmäßigen Schulbesuch zu motivieren und aktiv auf benachteiligte Mädchen und Jungen zuzugehen.
Über die Schulen unterstützt UNICEF auch eine bessere Versorgung der Kinder. So fördert UNICEF regelmäßige Untersuchungen und Impfungen. AIDS-Aufklärung im Unterricht hilft den Mädchen und Jungen, sich vor einer Ansteckung mit dem tödlichen Virus zu schützen. Wo immer möglich und sinnvoll, unterstützt UNICEF das Angebot von Schulspeisungen, um der gefährlichen chronischen Mangelernährung entgegenzuwirken.
UNICEF hilft aber auch, Solidarität und Hilfsbereitschaft unter den Schülern zu stärken. So fördert UNICEF Schülerclubs für Waisen und andere benachteiligte Kinder oder regt regelmäßige Treffen speziell für Mädchen an.
Einfache Bildungsangebote sind zudem heute fester Bestandteil der UNICEF-Nothilfe in Kriegs- und Katastrophengebieten. Dazu gehören Zeltschulen sowie die „Schule in der Kiste“, eine stabilen Metallbox mit Schulmaterial.
Der UNICEF-Jahresbericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2004“ zeigt, wie wirkungsvoll eine gute Schulbildung ist. Er dokumentiert die weltweite Bildungskatastrophe und benennt Gründe für die fortdauernde Benachteiligung von Mädchen. Download als PDF
Der weltweite UNICEF-Fortschrittsbericht „Gender parity and primary education“ von 2005 (engl.) enthält umfassendes Zahlenmaterial zum Thema. Download als PDF
Alle Fortschrittsberichte sind auf der Seite http://www.unicef.de/transparenz.html zu finden.
Umfassendes Informationsmaterial zum Thema Bildung finden Sie in der Mediathek.
Im UNICEF-Spendenshop spenden Sie ganz konkrete Hilfsgüter - zum Beispiel die blauen Schulhefte. Sie bieten 96 Seiten zum Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen.