
Thiaba Seck ist 21 Jahre alt und lebt in einem Vorort von Dakar, Senegal. Mit 12 musste sie die Schule abbrechen, weil ihre Eltern Schuluniform und Bücher nicht mehr bezahlen konnten. Mit Hilfe von UNICEF hat sie weiter Lernen können und jetzt eine Friseurausbildung begonnen. UNICEF Mitarbeiterin Nisha Bakker hat sie zu ihren Erwartungen bezüglich des G8-Gipfels befragt.
Senegal ist ein schönes Land -aber es ist auch arm. Das Leben kann für Kinder sehr hart sein, wenn die Familien nicht genug Geld haben. Viele Mädchen wie ich können dann nicht zur Schule gehen, weil die Eltern die Schuluniform, Hefte, Stifte und das Busgeld nicht für alle Kinder bezahlen können. Ich musste die Schule mit 12 Jahren abbrechen und dann auf meine drei Geschwister aufpassen. Da ich keinen Schulabschluss habe, ist es für mich jetzt sehr schwer ein Job zu finden. Egal, wo ich mich bewerbe - bei einem Friseur, in einer Schneiderei oder einem Restaurant - alle wollen ein Abschlusszeugnis sehen.
Eine Arbeit zu haben oder keine entscheidet im Senegal darüber, ob du zweimal oder einmal am Tag isst. Außerdem schützt dich ein Job auch vor vielen anderen Problemen: Einige Mädchen müssen sich prostituieren, um ein bisschen Geld zu verdienen. Wenn die Eltern das rausfinden, werden sie rausgeworfen. Aber ohne Zuhause ist ein Mädchen völlig ausgeliefert.
Am meisten sorgt mich die Zukunft der vielen Jugendlichen in unserem Land (52 Prozent sind jünger als18 Jahren, Anmerk.Red.). Es gibt viele Probleme und Gefahren: AIDS, frühe Schwangerschaft und Zwangsheiraten. Wir müssen kämpfen, damit wir einen Job finden. Es gibt einfach nicht genügend Arbeit. Warum flüchten sonst so viele nach Europa? Das ist nur, weil sie einen Job haben wollen, um ihre Familien zu ernähren.
Mit Hilfe von UNICEF habe ich Lesen und Schreiben gelernt. Jetzt nehme ich an einem Ausbildungskurs zur Friseurin teil und arbeite gleichzeitig in einem Schönheitssalon. Aber eigentlich möchte ich lernen, ein Restaurant zu führen. Ich weiß auch schon einen Namen für den Pub: „Ado’s“ soll es heißen – das steht für „adolenscents“ (Jugendliche). Ich würde afrikanische und europäische Speisen anbieten und die Mädchen aus den Ausbildungsprogrammen einstellen. So könnte ich ihnen Jobs verschaffen.
Ich wünsche mir eine gerechtere Welt, in der jede Familie genug zum Leben hat und alle Kinder zur Schule gehen können, damit sie später eine anständige Arbeit bekommen. Wahrscheinlich ist das für Frauen wichtiger als für Männer. Im Senegal gibt es ein Sprichwort: ‚Wenn du einen Mann ausbildest, profitiert davon eine Person, aber wenn du eine Frau ausbildet, profitiert davon das ganze Land.
Die Regierungschefs der G8 sollten den jungen Leuten aus dem Senegal zuhören und uns helfen eine bessere Welt zu schaffen. Denn wir sind die Zukunft. Sie sollten unser Land finanziell unterstützten, damit alle Kinder und Jugendlichen zur Schule gehen und ihre Ausbildung abschließen können und dabei helfen neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Helfen Sie mit, dass Kinder gesund und sicher aufwachsen und zur Schule gehen können. Danke!
Online spenden