Suchen
Ein Junge spricht vor den Vereinten Nationen in New York. | © UNICEF/NYHQ2007-1974/Susan Markisz

Die UN-Kinderrechtskonvention

Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Alle Kinder auf der Welt erhielten damit verbriefte Rechte - auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung. Die Kinderrechtskonvention formuliert weltweit gültige Grundwerte im Umgang mit Kindern, über alle sozialen, kulturellen, ethnischen oder religiösen Unterschiede hinweg.

Die Kinderrechtskonvention beruht auf vier Prinzipien:

  • Das Recht auf Gleichbehandlung: Kein Kind darf benachteiligt werden - sei es wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, seiner Staatsbürgerschaft, seiner Sprache, Religion oder Hautfarbe, einer Behinderung oder wegen seiner politischen Ansichten.
  • Wohl des Kindes hat Vorrang: Wann immer Entscheidungen getroffen werden, die sich auf Kinder auswirken können, muss das Wohl des Kindes vorrangig berücksichtigt werden - dies gilt in der Familie genauso wie für staatliches Handeln.
  • Das Recht auf Leben und Entwicklung: Jedes Land verpflichtet sich, in größtmöglichem Umfang die Entwicklung der Kinder zu sichern - zum Beispiel durch Zugang zu medizinischer Hilfe, Bildung und Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch.
  • Achtung vor der Meinung des Kindes: Alle Kinder sollen als Personen ernst genommen und respektiert und ihrem Alter und Reife gemäß in Entscheidungen einbezogen werden.

Alle Staaten mit Ausnahme der USA und Somalias haben die Konvention ratifiziert, ihr also zugestimmt. Alle fünf Jahre müssen die Unterzeichnerstaaten vor dem UN-Komitee über die Rechte des Kindes Rechenschaft ablegen. Allerdings kann niemand die Staaten zur Einhaltung ihrer Verpflichtung zwingen. Auch begründet die Konvention keine von Einzelnen einklagbaren Rechtsansprüche.

Die Kinderrechtskonvention ist ein wichtiges Instrument der Zivilgesellschaft. Sie hat das Bewusstsein für Verstöße gegen Kinderrechte geschärft und in vielen Ländern zu besseren Schutzgesetzen geführt. Dennoch heißt die formale Anerkennung der Kinderrechte nicht immer, dass sie auch umgesetzt werden.

Ausgewählte Rechte für Kinder kurz erklärt

Alle Kinder sind gleich. Jedes Jahr sterben aber allein in Südasien eine Million Kinder, nur weil sie Mädchen sind. Sie werden schlechter ernährt und medizinisch versorgt als ihre Brüder. Von den 100 Millionen Kindern weltweit, die nicht zur Schule gehen, sind über die Hälfte Mädchen. Statt lesen und schreiben zu lernen, müssen sie im Haus mithelfen und auf die jüngeren Geschwister aufpassen. Die Benachteiligung der Mädchen beruht nicht nur auf traditionellen Vorstellungen. Der wichtigere Grund ist die Armut vieler Familien. Wo das Einkommen der Familien nicht ausreicht, bevorzugen Eltern oft ihre Söhne, wenn Geld für ärztliche Betreuung, eine bessere Ernährung oder für die Ausbildung ausgegeben werden muss.

Die Konvention besagt, dass Regierungen die aufgeschriebenen Rechte immer respektieren sollen, zu jeder Zeit, für alle ihre Kinder, auch wenn die Kinder aus einem anderen Land stammen, eine andere Hautfarbe haben, Mädchen oder Jungen sind, eine andere Sprache sprechen, an einen anderen Gott oder an keinen Gott glauben, Eltern haben, die anders denken als Deine, reicher oder ärmer sind als Du oder behindert sind.
Mehr zu diesem Recht

 

Jedes Kind soll gesund sein und gesund bleiben. Dennoch sterben täglich etwa 22.000 Kinder an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Masern, Kinderlähmung oder Lungenentzündung. Die meisten Krankheiten lassen sich auf schmutziges Trinkwasser zurückführen. Noch immer haben fast eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In vielen Regionen fehlen zudem sanitäre Einrichtungen wie Latrinen und Abwassersysteme. Offene Abwasserkanäle sind ein Brutherd für Insekten und Parasiten, die Infektionen verursachen.

Deshalb sollen die Regierungen ermöglichen, dass Du von einem Arzt oder einer Ärztin behandelt wirst, wenn Du krank bist oder einen Unfall hattest; dass Mütter vor und nach der Geburt gut betreut werden, damit ihre Kinder gesund zur Welt kommen; dass Kinder gesund essen und nicht hungern müssen; dass Kinder sauberes Wasser zum Trinken und saubere Luft zum Atmen haben; dass Du und Deine Eltern wissen, was Du tun musst um gesund zu bleiben und wie Du Dich verhalten musst um keinen Unfall zu erleiden; dass die Erwachsenen alle Kranken nur mit Behandlungsmethoden pflegen, die der Gesundheit nicht schaden. Jedes Kind hat das Recht zu leben. Die Regierungen unternehmen alles, damit die Kinder überleben und Kinder sein können.
Mehr zu diesem Recht

 

So wie Du das Recht hast zu denken, zu sprechen, zu fühlen und zu glauben, was Du möchtest, hast Du auch das Recht Dich zu informieren und Informationen zu erhalten. Informationen gibt es in Hülle und Fülle. Kinder haben das Recht zu lernen, was sie interessiert und was sie für das Zusammensein mit andern Menschen brauchen. Deshalb führen alle Länder auf der Welt Schulen. Das Übereinkommen besagt sogar, dass es Pflicht ist, die Schule zu besuchen. Der Schulunterricht ist kostenlos. Alle Kinder müssen den Unterricht während neun Schuljahren regelmäßig besuchen. Am Ende der Schulzeit sollen Kinder wählen können, ob sie einen Beruf erlernen oder noch weiterhin die Schule besuchen möchten. Mehr als 100 Millionen Kindern wird ihr Recht, zur Schule zu gehen und zu lernen, noch immer vorenthalten. 90 Prozent von ihnen leben in Afrika und in Südasien.

Die Regierungen helfen einander Informationen zu verbreiten. Diese Informationen werden aufgeschrieben und gedruckt. Im Fernsehen und Radio soll in speziellen Sendungen für Kinder über Interessantes berichtet werden. Für Kinder, die nicht die gleiche Sprache sprechen wie Du, soll es Sendungen im Fernsehen und Artikel in Zeitschriften In ihrer Sprache geben. Deine Lehrerin oder Dein Lehrer versucht in Deiner Klasse eine gute Lernatmosphäre zu schaffen. In Klassen, wo alle Kinder akzeptiert sind, wo Kinder sich gegenseitig helfen, wo miteinander gelacht, gefeiert und diskutiert wird, lernen Kinder besser. Straft der Lehrer oder die Lehrerin die Kinder, so dürfen diese Kinder nicht gedemütigt werden. In der Schule soll nicht nur gelesen, geschrieben und gerechnet werden. Kinder sollen auch ihre besonderen Begabungen kennen lernen und diese vertiefen. Sie sollen lernen, ihre eigene Meinung zu haben, diese zu sagen und die Meinung der anderen anzuhören und anzunehmen. Sie sollen lernen, eine gemeinsame Lösung bei unterschiedlichen Meinungen zu suchen. Sie sollen lernen, sich zu informieren und ihre eigenen Ideen auszuprobieren.
Mehr zu diesem Recht

Ruhe, Erholung und Spiel sind wichtige Augenblicke im Leben jedes Kindes. Schulferien, Zeit zum Spielen, Werken, Deine Freunde zu treffen, ins Museum, Kino oder in eine Ausstellung zu gehen, Dir ein Theater oder eine Zirkusvorstellung anzusehen, bereichern das Leben. Die Städte und Gemeinden achten darauf, dass ihre Kinder und Jugendlichen Möglichkeiten zur vielfältigen Freizeitgestaltung haben.
Mehr zu diesem Recht

 

Es gibt viele Dinge auf der Welt, die für Kinder wichtig sind: die Trennung der Eltern, die Gestaltung der Pausenplätze, die Gefahren im Straßenverkehr usw. Die Konvention sagt, dass Kinder zu allen Dingen, die sie betreffen, sagen können, was sie denken, was sie fühlen und was sie möchten. Die Meinung der Kinder muss von den Regierungen berücksichtigt werden, die bei ihren Entscheidungen an die Kinder denken sollen. Kinder haben nicht nur das Recht, ihre Meinung zu äußern. Erwachsene müssen die Kinder auch ernst nehmen und sie an Entscheidungen, die sie angehen, beteiligen. Immer mehr Kinder weltweit engagieren sich in Kinderparlamenten oder machen mit Aktionen auf ihre Anliegen aufmerksam. Und immer mehr Erwachsene lernen, dass Kinder Experten für Kinderrechte sind. Seine Meinung frei Äußern heißt aber noch nicht, dass der andere mit mir einverstanden sein muss. Es bedeutet erst mal, dass er mir zuhören soll, über meine Ideen nachdenken wird und erst dann entscheidet.

Immer aber muss gefragt werden, ob das, was das Kind sagt, auch gut für das Kind selbst, für die anderen Kinder und die Erwachsenen ist. Je älter das Kind ist, desto mehr weiß es von der Welt und ihren Problemen. Es macht sich Gedanken darüber, ob das, was es denkt und tut, nur für es selbst vorteilhaft ist oder auch anderen dient. Je mehr die Kinder sich mit solchen Gedanken auseinandersetzen, desto stärker werden die Erwachsenen ihre Meinung berücksichtigen. Sie sagen dann, die Kinder sind reif genug mitzubestimmen. Kleinere Kinder haben eine andere Reife als größere Kinder und Jugendliche. Sie sind von anderen Dingen betroffen und bestimmen somit auch bei anderen Dingen mit.
Mehr zu diesem Recht

 

Deine Eltern müssen Dich gewaltfrei erziehen, denn Dein Körper gehört Dir. Niemand hat das Recht Dich zu berühren, wenn Du es nicht wünschst oder wenn es Dir nicht angenehm ist. Du hast das Recht nein zu sagen. Manche Erwachsenen berühren Kinder unangenehm. Sie schlagen oder treten sie. Beides tut weh. Aber auch bei Berührungen, die sich für Dich komisch anfühlen, hast Du das Recht nein zu sagen. Ablehnen kannst Du, wenn Erwachsene Dich länger drücken und festhalten, als Du möchtest. Wehren musst Du Dich, wenn sie Dich an Deiner Scheide, Deinem Penis oder Deinem Po streicheln wollen oder Dich dazu bringen wollen sie auf eine Art anzufassen, die Du nicht magst. Für Kinder ist dies abstoßend und sehr schlimm. Viele Kinder sprechen nicht darüber. Sie haben Angst und fühlen sich bedroht. Manche schämen sich dafür, obwohl sie keine Schuld daran haben. Diese Kinder brauchen Hilfe von Menschen, die ihnen glauben und denen sie vertrauen können.
Mehr zu diesem Recht

 

Es gibt Länder, wo Kinder Soldaten sind und in den Krieg ziehen müssen. Krieg ist aber kein Spiel, und Kinder müssen davor geschützt werden als Soldaten teilzunehmen. 90 Prozent der Opfer von Kriegen sind heute unter der Zivilbevölkerung zu finden. Die Hälfte der Opfer sind Kinder. Durch Kriege und bewaffnete Konflikte mussten weltweit rund 40 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Jeder zweite dieser Flüchtlinge und Inlandsvertriebenen ist ein Kind. Viele von ihnen haben tiefe seelische Wunden erlitten. Sie mussten den Tod von Eltern oder Geschwistern mitansehen, wurden Zeugen von Mord, Folter und Vergewaltigung. Sie leiden unter Alpträumen, Weinkrämpfen oder Depressionen, viele haben Lernschwierigkeiten.

Wenn in einem Land Krieg geführt wird, müssen die Kinder, die Frauen und die alten Menschen besonders geschützt werden. Es gibt Kinder, die ihr Land verlassen müssen. Sie fliehen vor Krieg, Hunger und Not. Manchmal fliehen sie alleine, manchmal in Begleitung der Mutter, des Vaters oder mit anderen Menschen. Im neuen Land haben sie ein Recht auf besonderen Schutz und Hilfe. Insbesondere versuchen die Behörden herauszufinden, wo die Eltern oder die Verwandten leben um das Kind wieder mit ihnen zusammenzuführen. Gelingt dies nicht, haben Flüchtlingskinder die gleichen Rechte wie die Kinder, die im Aufnahmeland aufgewachsen sind.

Kinder, die keine Eltern mehr haben oder von ihren Familien getrennt werden, brauchen besondere Fürsorge und Schutz. Erwachsene suchen dann einen Ort, wo das Kind sich wohl fühlen kann und wo es sich sicher fühlt. Wohlfühlen kann heißen, dass das Kind vielleicht in einer anderen Familie lebt, aber in seiner Klasse bleiben oder seine Freunde behalten kann. Oder dass es in einer Familie leben kann, die dieselbe Sprache spricht und an denselben Gott glaubt. Die neue Familie nimmt das Kind auf, pflegt es und liebt es. Manchmal kommt es vor, dass das Kind von der Familie adoptiert wird. Es kann aber auch sein, dass das Kind mit anderen Kindern im Heim lebt.
Mehr zu diesem Recht

 

Es gibt Erwachsene, die nutzen das Vertrauen von Kindern aus. Sie handeln mit Kindern, verkaufen oder entführen sie. Weltweit müssen rund 150 Millionen Kinder arbeiten: Auf Plantagen und Baustellen, in Bergwerken und Fabriken schuften sie bis zu zwölf Stunden und länger, oft unter menschenunwürdigen Bedingungen. Viele Kinder, vor allem Mädchen, werden als Prostituierte ausgebeutet. Nicht selten werden sie wie Leibeigene gehalten. Die harte Arbeit führt zu bleibenden Gesundheitsschäden und oft zu einem frühen Tod. Zeit und Kraft für den Schulbesuch bleibt diesen Kindern nicht. Davor und vor anderen Formen der Ausbeutung müssen Kinder geschützt werden.

 Das Übereinkommen will alle Kinder vor Kinderarbeit und Ausbeutung schützen. Schutz bedeutet hier, dass die Regierungen der verschiedenen Länder Gesetze erlassen, die sagen von welchem Alter an Kinder arbeiten dürfen, wie viele Arbeitsstunden erlaubt sind und wie viel ein Geschäftsinhaber bezahlen muss.
Mehr zu diesem Recht

 

Für die Kinder sorgen die Eltern. Sie versuchen dabei, ihre Kinder so zu betreuen, dass keine Kinderrechte verletzt werden. Die Regierungen unterstützen sie dabei. Die Eltern stehen ihren Kindern mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen. Wenn die Eltern sich streiten und nicht mehr beieinander wohnen wollen, muss das Kind bei einem Elternteil wohnen. Deswegen sprechen Richter und Richterinnen mit dem Kind und versuchen herauszufinden, was das Kind darüber denkt und was es sich wünscht. Sie hören auch die Eltern an und befragen Menschen, die das Kind gut kennen. Anschließend beraten und diskutieren sie darüber. Erst dann entscheiden sie, wo das Kind leben wird.
Mehr zu diesem Recht

 

Manche Kinder können nicht sehen, nicht hören, nicht gehen, nicht sprechen – es sind körperbehinderte Kinder. Manche Kinder lernen sehr langsam, brauchen viel mehr Zeit um neue Sachen aufzunehmen und zu behalten und dies, obwohl sie sich sehr große Mühe geben. Auch gibt es Sachen, die sie nicht lernen können – es sind geistig behinderte Kinder. Behinderte Kinder haben die gleichen Rechte wie alle anderen Kinder.

Darüber hinaus haben sie das Recht auf besondere Hilfe. Ärztliche Hilfe soll ermöglichen ihre Behinderung zu behandeln. Therapien sollen die Folgen der Behinderung mildern. Schulen bereiten die Kinder auf ein möglichst selbstständiges Leben vor und ermöglichen ihnen einen Beruf zu lernen. Trotz der Verschiedenheit von behinderten und nichtbehinderten Kindern sollen sie möglichst viel miteinander zusammen sein, gemeinsam spielen, lernen, und sich gegenseitig helfen.
Mehr zu diesem Recht

 

Weitere Informationen

Auf dieser Seite konntest Du schon einiges über die Kinderrechte erfahren.

Wenn Du dir genauer anschauen möchtest, was die Konvention im Einzelnen besagt, helfen Dir folgende Links weiter:

Auf unserer Aktionstag-Seite kannst Du Dein Statement über die Bedeutung, Einhaltung oder Verletzung der Kinderrechte in Deinem Wohnort eingeben. Die Politiker Deines Wahlkreises haben die Möglichkeit, sich diese Statements anzuschauen und sich darum zu kümmern! Hier entlang

Auf unicef.de haben wir noch viele weitere Informationen, schau Dich hier einfach um!

Younicef ist die spannende UNICEF Webseite für Kinder und Jugendliche, schau doch mal vorbei!

Falls Du Kummer oder Probleme mit Deiner Familie, Deinen Freunden oder in der Schule hast, kannst Du Dich an die folgende Stelle wenden:

Nummer gegen Kummer

Helfen Sie mit, dass Kinder gesund und sicher aufwachsen und zur Schule gehen können. Danke!

Online spenden
Ja, ich möchte helfen!
Euro

UNICEF Deutschland

Konto 300 000
BLZ 370 205 00

Bank für Sozialwirtschaft Köln

Neue Online-Plattform

Besuchen Sie die neue Aktions-Website

aktionstag-kinderrechte.de

Hier können Sie Ihr Statement zu den Kinderrechten abgeben!