
01.9.2011
Im Südwesten der Hauptstadt Dschibuti, an einer einsamen Wüstenstraße, liegt das Flüchtlingslager Bouldougo. 400 Familien leben hier in selbstgebauten Zelten aus Plastikplanen– einige schon seit Monaten, andere erst seit ein paar Tagen. Es gibt nichts in Bouldougo – keine Latrinen, kein Wasser, und kaum Hoffnung.
Über die Hungernden in Dschibuti wird nur wenig berichtet. Dschibuti ist ein kleiner Staat. Etwas über 500.000 Menschen leben hier. Die Lebenserwartung beträgt gerade einmal 43 Jahre; 60 Prozent der Bevölkerung ist arbeitslos. Zwischen den beiden größten Volksstämmen Afar und Issa gibt es erhebliche ethnische Spannungen -immer wieder kommt es zu Kämpfen. Zudem leben zehntausende Flüchtlinge aus den Nachbarländern Äthiopien, Somalia und Eritrea im Land.
Moumina Ismael floh vor einem Jahr mit ihrem Mann und ihren vier Kindern aus Äthiopien nach Bouldougo. Die Dürre hatte das letzte Vieh verenden lassen. Während Moumina sich um die Kinder kümmert, versucht ihr Mann, als Tagelöhner etwas Geld zu verdienen. Aber auch wenn die Lebensbedingungen hier im Lager nicht viel einfacher sind als in ihrer Heimat, ist Moumina dankbar. „Es geht uns wenigstens etwas besser hier als zu Hause“, sagt sie.
Auch wenn im gesamten Land nur wenig mehr Menschen leben als im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab, dürfen wir die Menschen in diesem Wüstenstaat nicht vergessen. Die Dürre- und Hungerkatastrophe bedroht auch hier viele Kinder. Der Großteil der Lebensmittel wird aus Nachbarländern importiert; durch die rapide angestiegenen Preise sind sie für die meisten armen Familien unerschwinglich. Jedes fünfte Kind in Dschibuti ist bereits mangelernährt. Als Folge der Krise sind allein 120.000 Menschen dringend auf Hilfe angewiesen. Sie brauchen Trinkwasser, Latrinen, Nahrung und medizinische Versorgung. In sechs Dörfern sind vor kurzem die Masern ausgebrochen.
UNICEF arbeitet seit Jahren in Dschibuti und hat seine regulären Programme jetzt noch ausgeweitet. UNICEF stellt beispielsweise Zusatznahrung, Trinkwasser und Medikamente für die über 20.000 mangelernährten Jungen und Mädchen bereit. UNICEF versorgt auch Familien und Flüchtlingslager mit Trinkwasser, Wasserkanistern und Wasseraufbereitungstabletten. Außerdem baut UNICEF Latrinen und führt Impfkampagnen gegen Masern und Polio durch. Zusätzlich werden imprägnierte Moskitonetze verteilt, denn Malaria ist weit verbreitet.
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