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Freiwillige Helfer impfen die Kinder gegen Masern und Polio | Foto: UNICEF/NYHQ2011-1208/Modola

„Mein Sohn muss leben“

1.8.2011

Video: Impfkampagne in Ostafrika

Es ist heiß und staubig in Liboi, einem kleinen Dorf an der Grenze zwischen Kenia und Somalia. Auch hier sind die Folgen der Dürre deutlich zu spüren – die Kinder sind ausgezehrt, viele Brunnen ausgetrocknet. Nahrungsmittel und Wasser sind knapp geworden in Liboi; das meiste Vieh ist bereits verendet. Viele Flüchtlinge aus Somalia überqueren in Liboi die Grenze nach Kenia – auf dem Weg ins Lager Dadaab, in dem sie sich Hilfe erhoffen.

Die Situation in Liboi ist gerade für die mangelernährten Kinder kritisch. Sie sind besonders anfällig für Infektionskrankheiten wie Polio oder Masern. Deshalb hat UNICEF eine umfassende Impfaktion gestartet: In den kommenden Wochen und Monaten sollen 200.000 Kinder in Kenia und Somalia gegen diese gefährlichen Krankheiten geimpft werden. Zusätzlich erhalten die Kinder Vitamin-A-Tabletten zur Stärkung ihrer Abwehrkräfte und Entwurmungstabletten. UNICEF arbeitet dazu mit lokalen Partnern zusammen: Mobile Gesundheitsteams – bestehend aus Gesundheitshelfern, Freiwilligen und  Dorfältesten -  gehen von Dorf zu Dorf und impfen die Kinder. Die Arbeit ist beschwerlich. Die Teams müssen gegen den heißen Wüstenwind ankämpfen - schwer bepackt mit Kühlboxen, in denen die Impfstoffe aufbewahrt werden. Und die Dörfer liegen oft weit voneinander entfernt.

Mit dabei ist Mohammed – er koordiniert die Impfkampagne in diesem Distrikt. Wer Mohammed beobachtet, sieht, dass er stark hinkt – als Kind war er selbst an Polio erkrankt. Das hält ihn aber nicht davon ab, tagelang durch Hitze und Staub zu laufen, um auch die entlegensten Dörfer zu erreichen.  „Ich muss einfach dafür sorgen, dass alle Kinder unter fünf Jahren geimpft werden; wir dürfen keines von ihnen vergessen oder übersehen“, sagt Mohammed. „Ich weiß, was es bedeutet, an Kinderlähmung zu erkranken…ich lebe noch heute mit den Folgen.“

Der Dorfälteste von Liboi hat die Mütter und ihre Kinder zusammengetrommelt; sie alle versammeln sich auf dem kleinen Marktplatz.  Nacheinander erhalten alle Kinder die Impfung. Hawa Abdulla steht noch in der Schlange; die zehnfache Mutter hat heute ihren jüngsten Sohn Ayub mitgebracht. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Impfschutz ist: Zwei ihrer Kinder sind schwer an Masern erkrankt; ob sie überleben, ist ungewiss.  „Ich muss Ayub beschützen, so gut ich kann“, sagt die Mutter. „Mein Sohn muss leben.“

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