
31.8.2011
Jeden Mittag, wenn Habiba Mohamed Shuriye vor das Schultor tritt, bietet sich ihr das gleiche Bild: Hunderte kleine und große Kinder drängen sich ihr entgegen; in den ausgestreckten Händen halten sie Schüsseln, Töpfe und Becher. Habiba stellt den großen Kessel mit dampfendem Haferbrei ab. Nacheinander füllt sie die Behälter ihrer Schüler. Geduldig warten die Jungen und Mädchen in der staubigen Hitze auf ihre Schulleiterin. Denn obwohl im Moment Ferien sind, werden in Kenia die Schulspeisungen fortgeführt. So wird sichergestellt, dass die Kinder wenigstens eine Mahlzeit am Tag bekommen.
Das Wajir Distrikt liegt im Nordosten Kenias und ist mit am stärksten von der Hungerkatastrophe betroffen. Die Schulspeisung ist daher eine lebenswichtige Unterstützung für viele Familien. „Für die meisten Kinder ist dies die einzige Mahlzeit am Tag“, sagt Habiba, während sie mit einer großen Kelle den Brei in die Behälter schöpft. Schon immer war Wajir eine arme Gegend. Doch die extreme Dürre der letzten Monate hat den meisten Menschen auch noch das letzte Vieh genommen. Viele Eltern wissen nicht mehr, wie sie ihre Familien ernähren sollen. Daher sind auch heute nicht nur Schüler zur Speisung gekommen: Viele haben ihre Geschwister, ihre Eltern und weitere Verwandte mitgebracht. Sie werden sich die kleine Portion Haferbrei teilen. Eine Mahlzeit pro Tag muss reichen. Es ist besser als nichts.
„Wir sehen immer mehr Fälle von akuter Mangelernährung“, bestätigt Mohammed Farah, Krankenpfleger im Ernährungszentrum von Wajir. „Ihr geschwächter Zustand macht vor allem die Kinder noch anfälliger für Krankheiten.“
UNICEF unterstützt Ernährungszentren in Wajir und in anderen Dürregebieten Kenias mit therapeutischer Zusatznahrung und Trinkwasser. Über 20.000 schwer mangelernährte Kinder wurden bereits mit Spezialmilch und Erdnusspaste wieder zu Kräften gebracht. Außerdem stellt UNICEF medizinisches Gerät und Medikamente bereit und führt Impfkampagnen durch, um die Kinder vor ansteckenden Krankheiten zu schützen. 230.000 Kinder wurden in Kenia mit Hilfe von UNICEF bereits vor Masern und Polio geschützt.
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