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Dadaab: Schulstart im Flüchtlingslager

08.09.2011

Kinder im Unterricht in einem UNICEF-Zelt in Dadaab.

Fast überall auf der Welt bietet sich seit dieser Woche das gleiche Bild: Jungen und Mädchen, bepackt mit Ranzen und Taschen, strömen in die Schule. Die Ferien sind vorbei, jetzt steht wieder Lernen auf dem Programm.  

Auch im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab hat in dieser Woche das neue Schuljahr begonnen. Doch im Gegensatz zu Kindern in Deutschland ist es für viele Flüchtlingskinder aus Somalia hier das erste Mal, dass sie ein Schulgebäude betreten oder ein Buch in den Händen halten. „Viele unserer Schüler wissen nicht, was eine Schule ist“, sagt Ahmed Hassan, Schulleiter der Illeys Schule. „Sie können mit dem Begriff „Lehrer“ nichts anfangen. Sie kennen nur Krieg und Gewalt.“

Die Illeys Schule wurde 1992 gebaut. Damals erreichten die ersten großen Flüchtlingswellen aus Somalia das kenianische Dorf. Seitdem kämpft die Schulleitung in Dadaab mit stetig ansteigenden Schülerzahlen. Kinder jeden Alters besuchen hier den Unterricht. Momentan sind über 4,000 Mädchen und Jungen an der Illeys Schule eingeschrieben – bei gerade einmal 58 Lehrern. Die Klassenzimmer platzen aus allen Nähten, viele der Kurse werden deshalb draußen abgehalten. Es geht nicht anders. UNICEF hat mehrere Schulzelte zur Verfügung gestellt, um den Kindern wenigstens etwas Schutz vor Sonne und Staub bieten zu können. 

Flüchtlingskinder konzentrieren sich auf den Unterricht in einer von UNICEF unterstützten Schule in Dadaab, Kenia.

Dem 15jährigen Nur sind Staub und Hitze egal. Er ist froh, eine Schule besuchen zu können. Zusammen mit seinem Cousin war er vor zwei Monaten aus Somalia nach Kenia gekommen. Sein Vater ist schon lange tot – wo seine Mutter ist, weiß er nicht. In Dadaab leben sie in einer selbstgebauten Hütte aus Ästen und Zweigen.

Nur nimmt seit vier Wochen an einem Aufholkurs teil, damit er möglichst schnell mit anderen Schülern mithalten kann. UNICEF und CARE haben diese Kurse gemeinsam während der Ferien an den beiden Schulen in den Außenbezirken des riesigen Camps organisiert. Denn hier leben die meisten neuen Flüchtlinge. „Ich möchte so viel wie möglich lernen“, sagt er. Er träumt davon, selbst Lehrer zu werden.

Nach der Schule bekommen alle Schüler etwas zu essen, bevor sie nach Hause gehen. Außerdem  lernen die wie sie sich und andere durch bessere Hygiene vor Krankheiten schützen können.

Nach UNICEF Schätzungen leben rund 150.000 schulpflichtige Kinder in Dadaab. Nur ein Drittel von ihnen besucht zurzeit den Unterricht. UNICEF richtet Notschulen ein und stellt deshalb Schulmaterial zur Verfügung, damit die Kinder lernen können. Gerade jetzt ist dies wichtig, um den Kindern ein Stück Normalität zu vermitteln.

 

 

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