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Sahelzone: Mehr als 1 Million Kinder in akuter Gefahr

Hungerkrise in der Sahelzone | Foto: UNICEF/NYHQ2012-0180/Asselin

November 2012 - Auch wenn in den Medien darüber aktuell wenig berichtet wird, bleibt die Situation für die Kinder in der Sahelzone lebensgefährlich: Mehr als vier Millionen Kinder unter fünf Jahren in Burkina Faso, Gambia, Kamerun, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal und Tschad sind von akuter Mangelernährung bedroht - mehr als eine Million Kinder davon sogar von schwerer akuter Mangelernährung. Schätzungen zufolge werden in diesem Jahr rund 18 Millionen Menschen in der Sahelzone nicht genügend zu essen haben.

Die Regenzeit brachte zwar etwas Erleichterung für die von der extremen Dürre betroffenen Familien – doch auch neue Gefahren: Vielerorts wurden Felder und Häuser überschwemmt. Die Zahl der Cholerafälle stieg. Langsam beruhigt sich die Lage. Mit den Folgen jedoch werden die Familien noch lange zu kämpfen haben. 

Die UNICEF-Hilfe läuft weiterhin auf Hochtouren. Besonders schwierig ist die Lage für die Kinder – aber auch für die Helfer – in Mali: Die Kombination von Dürre, Lebensmittelknappheit und politischer Unruhe hat inzwischen rund 360.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Mehr als 200.000 Flüchtlinge haben Zuflucht in den Nachbarländern Burkina Faso, Mauretanien und Niger gesucht und brauchen dringend Unterstützung. Eine Rückkehr nach Mali ist vorerst praktisch ausgeschlossen – die politische Lage in ihrem Zuhause ist noch immer angespannt. Immerhin sank die Zahl der neu angekommenen Flüchtlinge etwas im Vergleich zum Vormonat.  

So hilft UNICEF

  • In Tschad sind mehr als 400.000 Menschen von Überschwemmungen betroffen – rund 34.000 mussten ihr Zuhause verlassen. UNICEF hat bereits Unterkünfte für 10.000 Menschen bereitgestellt. Außerdem unterstützt UNICEF in Tschad rund 370 Ernährungszentren mit therapeutischer Zusatznahrung, Medikamenten und medizinischen Geräten.
  • In Senegal sind mehr als 300.000 Menschen von Überschwemmungen betroffen. 15.000 Haushalte werden von UNICEF mit Trinkwasser und weiteren wichtigen Hilfsgütern versorgt. UNICEF unterstützt auch 150 Schulen mit Unterrichtsmaterial.
  • Insgesamt sind in den neun Ländern der Sahelzone bisher rund 577.000.000 schwer mangelernährte Kinder unter fünf Jahren in einfachen Ernährungszentren behandelt worden. Über 370.000 Jungen und Mädchen konnten die Zentren bereits wieder verlassen.
  • Gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk versorgt UNICEF Flüchtlinge in Mali und den Nachbarländern mit sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Unterkünften. Außerdem gehören die Prävention von Epidemien wie Cholera und der Schutz von Kindern und Frauen zu den dringendsten Aufgaben.
  • In Flüchtlingslagern in Mauretanien betreut UNICEF fast 800 Kinder in vier sicheren Kinderzentren.

Um weiterhin alle gefährdeten Kinder erreichen zu können, braucht UNICEF dringend Ihre Unterstützung. Bitte spenden Sie – herzlichen Dank!
 

Fotostrecke Mauretanien

Im Kaedi Krankenhaus: Spezialisten gegen Mangelernährung

Mauretanien ist eines von acht Ländern der Sahelzone, die derzeit stark von der Hungerkrise betroffen sind. Mehr als 15 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen - darunter über eine Million Kinder unter fünf Jahren (Stand: Mai 2012).

Unterwegs zum Kaedi Krankenhaus

Mauretanien: Eine Mutter trägt ihren schwer mangelernährten Sohn Ahmed zu dem von UNICEF unterstützten Ernährungszentrum des Kaedi Krankenhauses. Dort wird er gewogen und mit Spezialnahrung versorgt.

Tschad: UNICEF-Kampagne gegen Mangelernährung

Mangelernährung im Tschad | Foto: UNICEF

Tschad, Juni 2012 – „Meine anderen Kinder konnten in dem Alter bereits laufen“, erzählt Zainabou. Sie hält ihre kleine Tochter Ereta in den Armen. Das Atmen fällt dem Kind schwer, es wiegt nur 2,6 Kilogramm. Die Behandlung mit therapeutischer Zusatznahrung im Krankenhaus von Nokou rettet dem kleinen Mädchen das Leben.

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Video: UPS-Hilfsflug mit UNICEF-Hilfsgütern erreicht Mauretanien

UPS-Hilfsflug erreicht Mauretanien

Nouakchott, Mauretanien, 23.04.2012 - Am Sonntagvormittag um 10.40 Uhr Ortszeit erreichte der UPS-Hilfsflug beladen mit fast 50 Tonnen UNICEF-Hilfsgütern den Flughafen in Nouakchott, Mauretanien. Gestartet war die UNICEF-Hilfslieferung vom Flughafen Köln/Bonn.

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Niger: Hilfe für mangelernährte Kinder

©UNICEF/Niger/2012/CTidey

Ein Beitrag von Chris Tidey, UNICEF-Mitarbeiter in Niger

23.04.2012 - Kinder weinen, es riecht nach Desinfektionsmittel, die Mittagshitze ist drückend. Dennoch herrscht geschäftiges Treiben im „Centre Regional Nutritionnel Intensif“ für mangelernährte Kinder in Madarounfa. Vor drei Monaten habe ich das Gesundheitszentrum im Südosten von Niger zum ersten Mal besucht. Schwer mangelernährte Kinder werden hier behandelt. Aber heute erinnert mich nur wenig an meinen letzten Besuch. Mehr

Interview: „Wir können die Kinder retten“

Roland Kupka, Ernährungsspezialist im UNICEF-Regionalbüro für West- und Zentralafrika | Foto: UNICEF/Video

04.04.2012 - Roland Kupka (36) arbeitet seit drei Jahren als Ernährungsspezialist für die Sahel-Länder im UNICEF-Regionalbüro in Dakar (Senegal). In einem Interview spricht er darüber, wie er die Lage der Kinder persönlich empfindet und warum die Lage so besonders schwierig ist.

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So hilft UNICEF

So hilft UNICEF in der Sahelzone| Foto: UNICEF/NYHQ2012-0184/Asselin

30.03.2012 - Bereits heute hilft UNICEF, rund 700.000 Kindern in der Region mit Zusatznahrung, Medikamenten und sauberem Wasser zu versorgen. UNICEF weitet diese Hilfe derzeit massiv aus und bringt große Mengen nahrhafter Erdnusspaste, Spezialmilch und andere Hilfsgüter in die betroffenen Länder.

So hilft UNICEF in der Sahelzone

So hilft UNICEF mangelernährten Kindern

Fragen und Antworten zur Krise in der Sahelzone

Kinder werden auf Mangelernährung untersucht | Foto: UNICEF

Herrscht in den Sahel-Ländern eine Hungersnot?
Bisher nicht – wir müssen alles tun, um eine Hungersnot wie im vergangenen Jahr in Somalia abzuwenden. Sieben von acht Sahel-Staaten haben den Notfall ausgerufen und die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten. Die Ernährungsunsicherheit hat für viele Menschen zugenommen und wird sich in den kommenden Monaten weiter verschärfen. Selbst wenn Nahrungsmittel auf den Märkten verfügbar sind, können sich arme Familien diese oft nicht mehr leisten. Bereits heute leiden zehn bis 15 Prozent der Kinder in der Region an akuter Mangelernährung. Sie sind besonders von Krankheiten bedroht. Ihre gesamte Entwicklung wird geschädigt.

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Bitte unterstützen Sie UNICEF mit einer Spende für die Nothilfe in den Ländern der Sahelzone – vielen Dank!

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