Mit UNICEF in der Ukraine
Tagebuch der Reise vom 20.-23. März 2005 von Steffen Seibert, ZDF-„heute“-Moderator
Vor dem kleinen Flughafen von Odessa erwartet uns klirrende Kälte. Ein eisiger Wind bläst durch die Straßen. Die südukrainische Hafenstadt mit ihren Adelshäusern muss früher einmal prächtig gewesen sein. Heute liegt die Wirtschaft des Landes am Boden – auch wenn es einige Ukrainer seit der Unabhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion zu sichtbarem Reichtum gebracht haben. Teure Limousinen und junge, modisch gekleidete Frauen gehören längst zum Stadtbild. Alle westlichen Luxusmarken sind mit Läden vertreten. Doch von vielen Gebäuden bröckelt der Putz, die Hinterhöfe sind trist. Jeder dritte Ukrainer lebt unterhalb der Armutsgrenze und damit am Rande der Gesellschaft. Und die AIDS-Epidemie stellt das Land vor neue Probleme: 360.000 Menschen sind HIV-positiv, die Zahl der Infektionen hat sich in den letzten fünf Jahren verzwanzigfacht. In der Ukraine breitet sich das Virus damit so schnell aus wie in kaum einem anderen europäischen Land. Was das für die Kinder heißt, soll ich in den nächsten Tagen hautnah erleben.
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