

Nirgendwo in Europa sind mehr Menschen mit HIV infiziert als in der Ukraine. 440.000 Menschen leben hier mit dem Virus. Jedes Jahr erkranken vor allem immer mehr Frauen – inzwischen machen sie fast die Hälfte aller neuen Fälle aus. Dadurch steigt die Zahl der Neugeborenen, die das Virus von ihrer Mutter übertragen bekommen. Auch sind besonders Kinder und Jugendliche aus sozial schwierigen Verhältnissen von HIV/Aids bedroht – viele von ihnen leben zumindest zeitweise auf der Straße. Dort sind sie Gefahren wie Drogenmissbrauch und Prostitution ungeschützt ausgesetzt. UNICEF unterstützt besonders benachteiligte Kinder mit Aufklärungs- und Hilfsangeboten. Außerdem begleitet UNICEF HIV-infizierte schwangere Frauen vor, während und nach der Geburt in integrativen Betreuungszentren.
Zentral- und Osteuropa ist die einzige Region der Welt, in der die Zahl der HIV-Infektionen weiterhin ansteigt. Auch immer mehr junge Frauen außerhalb des Drogenmilieus sind HIV-positiv. Viele Schwangere ahnen nicht, dass sie sich zum Beispiel über ihren Partner infiziert haben. Oder sie lassen sich aus Angst nicht testen. Die Gefahr ist groß, dass sie das Virus auf das Ungeborene übertragen. Noch immer erhalten vor allem werdende Mütter aus schwierigen sozialen Verhältnissen zu wenig Hilfe; vielerorts wird schwangeren HIV-infizierten Frauen die Betreuung sogar ganz verweigert. Jede zehnte HIV-positive Frau gibt ihr Kind nach der Geburt ins Heim, weil sie sich mit der Betreuung überfordert fühlt. Vor allem die medizinische Versorgung HIV-positiver Kinder ist unzureichend – es fehlt beispielsweise an qualifiziertem Personal und Medikamenten.
Die Zahl der Kinder, die ohne ihre Eltern aufwachsen, ist in Zentral- und Osteuropa am höchsten. Auch in der Ukraine zerstören Gewalt in den Familien sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch viele Familien – viele Kinder fliehen auf die Straße. Einer UNICEF-Studie zufolge nehmen 29 Prozent der 15-19-jährigen Straßenkinder Drogen; häufig teilen sie sich das Spritzbesteck. Nur die wenigsten wissen, wie HIV/Aids übertragen wird und wie sie sich schützen können. Die Meisten gehen nicht zur Schule, und es gibt kaum Anlaufstellen im Land, die sich auf die Unterstützung von Jugendlichen spezialisieren. Besonders gefährdet sind junge, drogenabhängige Frauen. Viele prostituieren sich für Geld oder Drogen und stecken sich bei einem Freier an.
Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland möchte UNICEF in Odessa im Süden, in Dnjepopetrowsk im Osten und in Poltava in der Mitte der Ukraine drei integrative Betreuungszentren für drogenabhängige, schwangere Frauen und Mütter ein. Sozialarbeiterinnen unterstützen hier die Frauen schon während der Schwangerschaft in ihrem Alltag – bei gesundheitlichen Problemen, Behördengängen oder bei Fällen von Diskriminierung. Hier können die Frauen endlich offen über ihre Situation sprechen und Kontakte zu anderen Betroffenen aufbauen. UNICEF schult zudem 60 Heimmitarbeiter, Sozialarbeiter und Ärzte, wie sie HIV-positive Frauen während Schwangerschaft und Geburt angemessen betreuen und Vorurteilen entgegenwirken können.
UNICEF arbeitet in der Ukraine mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die besonders benachteiligten Kindern eine Anlaufstelle bieten. Besonders setzt UNICEF sich dafür ein, die Kinder vor der Aids-Gefahr zu warnen. Beispielsweise im Straßenkinderzentrum „Way Home“ in Odessa erhalten die Kinder Informationen, wie sie sich vor Aids und anderen Krankheiten schützen können. Sie lernen aber auch Lesen, Schreiben und Rechnen. UNICEF entwickelt Informationsmaterial und schult jugendliche Freiwillige, die die Aufklärungsarbeit unterstützen. Außerdem stellt UNICEF Lebensmittel und warme Kleidung bereit. UNICEF möchte „Way Home“ weiter unterstützen und zusätzlich zwei Zentren in Kiew und Mykolyav einrichten. Wenn Sie dieses Programm gezielt unterstützen möchten, vermerken Sie auf Ihrer Überweisung bitte das Stichwort „Ukraine/Aids“.
Helfen Sie mit, Kinder vor AIDS zu schützen und HIV-positive Kinder besser zu versorgen. Danke!
Für die Ukraine spendenUNICEF Deutschland
Konto 300 000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln