
Überschwänglich umarmt Vitaliy, zwei Jahre alt, seine Spielkameradin Ira. Zusammen toben die beiden durch das Spielzimmer des Waisenheims „Kleine Sonne“ in Odessa, stapeln Bauklötze, drücken ihre Stofftiere. Auf den ersten Blick deutet nichts darauf hin, dass der Junge mit dem HI-Virus infiziert ist. Vitaliy erhält täglich infektions- und virenhemmende Medikamente, die ihm ein fast normales Leben ermöglichen.
In der „Kleinen Sonne“ wächst der Zweijährige gemeinsam mit nicht infizierten Kindern auf – ein Pilotprojekt. UNICEF hat die Betreuerinnen der Einrichtung geschult, so dass sie keine Angst mehr vor einer Ansteckung haben. Früher wurden Kinder wie Vitaliy häufig nur mit Gummihandschuhen angefasst. Es gab keine Medikamente oder niemand wusste, wie man sie richtig anwendet.
Und noch immer sind die Vorurteile gegenüber HIV-positiven Kindern in der Ukraine groß. UNICEF schult deshalb weitere Betreuer und baut das dringend benötigte Angebot an Tagesstätten aus. Denn spätestens wenn Kinder wie Vitaliy in der Ukraine ins Kindergartenalter kommen, gibt es für sie kaum noch gute Betreuungsangebote.
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