
„Ich hatte neun Kinder, aber nur drei haben überlebt. Sechs sind an leicht vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall oder Masern gestorben, die heute verhindert werden könnten“, erzählt die 60-jährige Vit den Besuchern aus Deutschland – zehn ehrenamtlichen UNICEF-Mitarbeiterinnen aus ganz Deutschland. Durch UNICEF wissen die Kinder und Bewohner in dem Dorf Sa Pa im Norden Vietnams inzwischen, wie sie Krankheiten verhindern, wie sie eine Toilette bauen und diese auch instand halten können. Gibt es in einem Dorf kein sauberes Trinkwasser und keine Toiletten, beruft UNICEF mit Regierungsvertretern eine Dorfversammlung ein. Die UNICEF-Mitarbeiter erklären, wie verschmutztes Wasser und die Entstehung von Krankheiten wie Durchfall zusammenhängen. Wenn das Vieh frei herumläuft, verunreinigt es mit den Fäkalien Felder und Quellen. Deshalb, so erfahren die Leute im Dorf, dürfen die Tiere keinesfalls mit im Haus leben.
Sinnvolle Hilfe
Entschließt sich das Dorf dazu, einen Brunnen zu bauen, wird ein Wasserkomitee eingerichtet. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen aus dem Dorf. UNICEF schult sie, damit sie sich um den Bau, die Wartung und Reparatur der Brunnen kümmern. Eine saubere Quelle oberhalb des Ortes muss gefunden, Leitungen gelegt und das Wasser in einem großen Betonbecken aufgestaut werden. Es fließt dann in Plastikrohren in einen Behälter im Dorf. Die Erfolge der UNICEF-Arbeit sind sichtbar: Die Wasserqualität ist besser, Durchfall- und Augenerkrankungen gehen zurück. UNICEF unterstützt die Familien zudem dabei, sich selbst einfache Erdlatrinen einzurichten.
Am Ende der Reise ist allen Ehrenamtlichen klar, wie wichtig das UNICEF-Programm für die Gesundheit der Kinder ist – und wie wertvoll dafür ihre in Deutschland gesammelten Spenden sind: „Vietnam war ein großer Ansporn. Wir haben mit eigenen Augen gesehen, wie nötig die Hilfe ist und wie sinnvoll UNICEF die Gelder einsetzt. Die Wasserhähne und Toiletten rechnen sich wirklich.“