Stand: 30. Juni 2011
UNICEF Deutschland hat im Jahr 2010 Einnahmen in Höhe von 92,5 Mio. Euro aus Spenden und dem Verkauf von Grußkarten erzielt. Die Einnahmen 2010 liegen 21,9 Millionen Euro über dem Vorjahr (2009: 55,48 Millionen Euro). Das entspricht einem Anstieg von 31 Prozent. Bereinigt um die Auflösung der Rückstellung beträgt der Anstieg 17,1 Millionen Euro oder 24 Prozent.
75,5 Mio. Euro wurden für die weltweite Programmarbeit bereitgestellt. Unter den 36 Nationalen UNICEF-Komitees in den Industrieländern gehört UNICEF neben Japan und den USA zu den wichtigsten Stützen der weltweiten Arbeit.
Die Verwaltungskosten betrugen 4,44 Prozent, die Kosten für Öffentlichkeitsarbeit und Werbung betrugen 8,75 Prozent. (Vorjahr Verwaltungskosten 6,05%, Kosten für Öffentlichkeit und Werbung 8,90%).
85,2 Prozent der Mittel flossen in die weltweite UNICEF-Arbeit (75,7 Mio. Euro). 1,61 Prozent wurden für satzungsgemäße Arbeit in Deutschland eingesetzt (1,4 Mio. Euro).
Zu den inländischen satzungsmäßigen Aufgaben gehören die Förderung der Beteiligung von Kindern, Bildungs- und Kinderrechtsarbeit an Schulen sowie politische Lobbyarbeit.
Die Kostenquote in Deutschland ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (um knapp 2 Prozent). 85,2 Prozent der Mittel wurden für die weltweite UNICEF-Arbeit bereitgestellt – gegenüber 83,1 Prozent in 2009. Der Anteil für die satzungsgemäße inländische Arbeit sank von 1,95 Prozent (2009) auf 1,61 Prozent in 2010.
Für Leitungsaufgaben, die inhaltliche Steuerung und strategische Programmentwicklung, das Informationsmanagement sowie die Finanz- und Personalverwaltung in New York . - Dabei fallen Kosten an, die nach DZI-Kriterien dem Verwaltungsbereich zuzuordnen sind.
Zusätzlich unterstützt UNICEF die Fundraising-Aktivitäten der Nationalen Komitees mit innovativen Maßnahmen.
Hierfür wurden insgesamt 7,9 Prozent der für die weltweite UNICEF-Arbeit zur Verfügung gestellten Mittel aufgewendet. Diese Kosten sind für die internationale Programmarbeit notwendig, aber nicht direkt einem einzelnen Projekt zuzuordnen.
UNICEF international unterstützt die Fundraising-Aktivitäten der Nationalen Komitees bei innovativen Maßnahmen. Das Deutsche Komitee erhielt dafür zweckgebundene Zuschüsse von UNICEF Genf von 1,03 Mio Euro.
UNICEF ist in rund 150 Ländern mit eigenen Länderbüros präsent. Dort wird von – überwiegend einheimischen – Fachleuten die Programmarbeit entwickelt, umgesetzt und kontrolliert. Das Deutsche Komitee für UNICEF unterhält deshalb keine eigene Programmabteilung.
UNICEF ist weltweit die wichtigste Datenquelle zur Situation von Kindern und erarbeitet mit vielen Studien, Haushaltsbefragungen etc. die Grundlage für wichtige politische Entscheidungen und auch für die Arbeit anderer Organisationen. Diese Arbeit wäre ohne die Unterstützung der Zentrale mit entsprechenden Fachleuten nicht zu leisten.
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts von UNICEF Deutschland lagen noch nicht alle geprüften Abschlüsse der Nationalen Komitees bei UNICEF International vor. Die Meldungen der Geschäftsergebnisse erfolgt in der Regel zeitversetzt. Deshalb wird das Vorjahr zugrunde gelegt. Das Vorgehen ist mit dem DZI abgestimmt.
Die Ausgaben für Leitung, Koordination und Management sind notwendig, damit UNICEF weltweit und effizient Hilfsprogramme für Kinder durchführen und ihre Wirksamkeit sicherstellen kann. Dazu gehören Leitungs- und Steuerungsaufgaben sowie Informationsmanagement, Finanz-und Personalverwaltung in New York und Genf.
Die Kosten von 7,9 Prozent entfallen auf die UNICEF international zur Verfügung gestellten Mittel (85,2 Prozent aller Einnahmen von UNICEF Deutschland).
Das DZI hält eine Kostenquote bis maximal 35 Prozent für vertretbar. Unterhalb der Höchstgrenze verwendet das DZI in den von ihm veröffentlichten Auskünften folgende Einstufungen: unter 10%„niedrig“, 10% bis unter 20%„angemessen“, 20% bis 35%„vertretbar“.
Alle Spenden werden über die UNICEF-Zentrale in New York geleitet. Das schützt vor lokalen Bankrisiken und Währungsverlusten. Und es ist effizienter: Das UNICEF-Finanzsystem braucht für die Bearbeitung maximal eine Woche. Im Notfall, zum Beispiel, nach einer Naturkatastrophe, steht das Geld sogar schon nach 24 Stunden im Programmland zur Verfügung.
Zweckgebundene Spenden werden von Deutschland aus den Konten von UNICEF für die von den Spendern bestimmten Programme oder Nothilfeeinsätze gutgeschrieben. Sie werden entsprechend über die Zentrale in New York von den UNICEF-Länderbüros abgerufen.
Nicht zweckgebundene Spenden, zum Beispiel von UNICEF-Fördermitgliedern oder Grußkartenkäufern, setzt UNICEF entsprechend seiner weltweiten Programmschwerpunkte Überlebenssicherung von Kindern, Bildung, HIV/Aids, Kinderschutz und Kinderrechtearbeit ein. Diese Spenden tragen maßgeblich dazu bei, dass UNICEF auch in denjenigen Krisengebieten und Ländern Not leidenden Kindern helfen kann, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen und daher besonders dringend auf Unterstützung angewiesen sind.
UNICEF Deutschland liegt im Mittelfeld. Der Vergleich zwischen Hilfsorganisationen auf der Basis ausgewiesener Verwaltungskosten ist allerdings schwierig, weil diese sehr unterschiedlich arbeiten. Das DZI warnt deshalb vor Fehlschlüssen.
So gibt es Hilfsorganisationen, die überwiegend aus Steuermitteln oder anderen öffentlichen Mitteln finanziert werden oder auf kirchliche Strukturen zurückgreifen. Sie benötigen anteilig weniger Geld für die Verbuchung von Einzelspenden als Organisationen, die sich wie das Deutsche Komitee für UNICEF ausschließlich aus privaten Spenden finanzieren.
Die Gehälter der Mitarbeiter des Deutschen Komitees orientieren sich an vergleichbaren Einkommen im öffentlichen Dienst und sind gemessen an der Verantwortung und Komplexität der Aufgaben angemessen. Das gilt auch für das Gehalt des Geschäftsführers.
UNICEF Deutschland ist eine der wenigen Organisationen, die in ihrem Geschäftsbericht die Gehaltsgruppen seiner Mitarbeiter vollständig offen legt.
Alle Vorstandsmitglieder einschließlich des Vorsitzenden und alle prominenten UNICEF-Paten und die arbeiten ehrenamtlich.
UNICEF Deutschland die Verhaltenskodizes des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). Dazu gehören die im "VENRO-Kodex Entwicklungsbezogene Öffentlichkeitsarbeit" formulierten ethischen Grundsätze und der Verhaltenskodex zu Transparenz, Organisationsführung und Kontrolle.
UNICEF unterstützt auch die neue Initiative Transparente Zivilgesellschaft von Transparency International und veröffentlicht die entsprechenden Daten auf seiner website.
UNICEF informiert detailliert über Strukturen. Arbeitsweise und Finanzen in seinem ausführlichen Geschäftsbericht und auf seiner Website. Das Bemühen um umfassende Transparenz wurde im Dezember 2010 mit dem ersten Platz beim Transparenzwettbewerb 2010 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ausgezeichnet.
Zuvor hatte UNICEF im November bereits das Spendensiegel des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen zurückerhalten.
UNICEF Deutschland hat wieder an die Einnahmensituation vor der Führungskrise angeknüpft. Auch während der Wirtschafts- und Finanzkrise, die vor allem in 2008 und 2009 viele Menschen verunsicherte, blieb die Unterstützung in Deutschland sehr positiv. Stark ausgewirkt haben sich 2010 natürlich die beiden Großkatastrophen in Haiti und Pakistan, über die die Medien intensiv berichtet haben. Insgesamt hat das deutsche Komitee in 2010 rund 1,7 Millionen Einzelspenden erhalten. Rund 175.000 Fördermitglieder unterstützen die Arbeit mit einem monatlichen Betrag – das ist ein großer Vertrauensbeweis.
Wie andere Spendenorganisationen auch nutzt UNICEF verstärkt digitale Medien zur Informationsarbeit und Spendenwerbung. Dieser Weg ist effizient - E-Mails, SMS oder Tweets sind schneller und preiswerter als Briefe. Im Internet lassen sich wesentlich ausführlichere Informationen aktuell bereitstellen als in gedruckter Form.
UNICEF hat deshalb verstärkt in Online-Medien investiert. Dazu gehören ein Internet-Fernsehformat und der Ausbau des Suchmaschinenmarketings. Die deutlich steigende Anzahl von Internetbesuchern auf den Seiten von UNICEF und der kontinuierlich wachsende Einnahmeanteil durch diese neuen Medien bestärken uns, diese Aktivitäten weiter auszubauen und neue Informations- und Werbewege zu entwickeln.
Insbesondere in Katastrophenfällen ist das Internet ein sehr schnelles Medium, um durch Spenden rasch Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. Schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der Spendeneinnahmen in Katastrophenfällen kommen bereits über das Internet. In 2010 sind insgesamt 42.200 Spenden bei UNICEF online eingegangen.
Hinzu kommen die gestiegenen Einnahmen durch Spendenbriefe. Die Spenderbriefe von UNICEF sind stets sachlich gehalten und bringen dem Empfänger in knapper Form neben der Situation einzelner Kinder UNICEF-Fakten zu wichtigen Schwerpunktthemen nahe. Im Durchschnitt erhält jeder Spender über das Jahr verteilt drei bis vier Briefe.
Die Fördermitgliedschaft ist eine besonders effiziente Form der Hilfe. Rund 175.000 Menschen unterstützten Ende 2010 unsere Arbeit. Etwa ein Drittel der Spendeneinnahmen kamen auf diesem Weg zusammen.
UNICEF wirbt weiter intensiv für diese Form der Unterstützung. Hierbei greift UNICEF auch auf die Arbeit spezialisierter Dienstleister zurück. In ausgewählten Städten haben sie an Informationsständen Aktionen zur Mitgliederwerbung durchgeführt.
Seit Herbst 2009 hat UNICEF Deutschland durch diese Aktivität rund 11.900 neue Fördermitglieder gewonnen.
Die Verträge mit den Dienstleistern für die Werbung von Fördermitgliedern sahen vor, dass die Vergütung der Mitarbeiter - so wie in der Branche generell üblich - auf der Basis der gewonnenen Fördermitglieder geschieht. Das heißt, zeitbezogene Honorare und die Werbung einer bestimmten Zahl von Fördermitgliedern waren vorgesehen. Damit hat man eine einnahmenabhängige Komponente mit aufgenommen. Diese Vorgehensweise wird vom DZI akzeptiert.
Generell haben die Verträge es den Dienstleistern für die Straßenwerbung erlaubt, das Einkommen ihrer Mitarbeiter abhängig von den erzielten Ergebnissen zu erhöhen. Eine solche Erfolgskomponente war auf 30 Prozent des Einkommens gedeckelt. Das DZI lässt eine Deckelung bis 50 Prozent des Einkommens zu.
UNICEF verzichtet grundsätzlich auf aufwändige Werbung in den Medien. Alle Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, Plakate oder Fernsehspots von UNICEF werden kostenlos veröffentlicht. UNICEF zahlt keine Schaltkosten für diese Art der Werbung, lediglich Druck- oder Materialkosten werden übernommen. Auch aufwändige Beilagen in Zeitschriften setzt UNICEF nicht ein. Alle Vorstandsmitglieder einschließlich des Vorsitzenden und alle prominenten UNICEF-Paten arbeiten ehrenamtlich.
UNICEF Deutschland setzt zur Begrüßung neuer Spender sowie zur Rückgewinnung von Fördermitgliedern auch Telefon-Dienstleister ein. Die Mitarbeiter werden ausschließlich nach geleisteten Telefonaten bezahlt, nicht nach Erfolg. Außerdem ruft UNICEF ausgewählte Spender an, um sie über neue Kampagnen zu informieren und ihnen Gelegenheit für Fragen zu geben. Die allermeisten Unterstützer sind mit dieser Art des Kontaktes einverstanden: Nur 0,2 Prozent der Spender wollen künftig keinen Anruf mehr erhalten.
Im Rahmen der Neuspendergewinnung werden potenzielle Spender von einem externen Dienstleister angerufen und gefragt, ob sie die Organisation unterstützen möchten. Es werden keine Personen angerufen, von denen keine Genehmigung für solche Anrufe vorliegt.
Datenschutz hat bei UNICEF hohe Priorität. Alle personenbezogenen Daten von Spendern sind bei UNICEF besonders geschützt. Auch alle Dienstleister unterliegen strengen internen Richtlinien für die Verarbeitung von Daten.
UNICEF hat die Datensicherheit in 2010 routinemäßig von einem Fachunternehmen auf mögliche Sicherheitsprobleme untersuchen lassen. Danach entsprechen alle Sicherheitsvorkehrungen dem derzeitigen Stand der Technik und den Anforderungen des Datenschutzes.
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