UNICEF Deutschland hat im Jahr 2011 Einnahmen in Höhe von 93,3 Millionen Euro aus Spenden und dem Verkauf von Grußkarten erzielt. 76,7 Mio. Euro wurden für die weltweite Programmarbeit bereitgestellt. Die große Hilfsbereitschaft während der Hungerkatastrophe in Ostafrika, die weiter steigende Zahl der regelmäßigen Spenden durch UNICEF-Paten sowie viele ehrenamtliche Aktivitäten haben zu dem sehr guten Gesamtergebnis beigetragen. Die Unterstützung für die Arbeit von UNICEF in Deutschland ist nach dem starken Anstieg des Jahres 2010 (plus 31 Prozent vor allem als Reaktion auf die Großkatastrophen in Haiti und Pakistan) noch weiter gewachsen. UNICEF Deutschland ist neben Japan eine der wichtigsten Stützen für die weltweite UNICEF-Arbeit.
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen arbeitet in über 150 Ländern. Die Programme sorgen dafür, dass Kinder gesund aufwachsen, Zugang zu sauberem Wasser und ausreichender Nahrung haben, zur Schule gehen können und besser vor Missbrauch und Ausbeutung geschützt sind. UNICEF leistet auch umfassende Nothilfe für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten.
Nothilfe: Durch Spenden aus Deutschland wurden Einsätze in Ostafrika, Japan und Pakistan gezielt unterstützt.
- Während der Hungerkrise in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti wurden über 60.000 Tonnen Hilfsgüter von UNICEF in die Region gebracht. So konnte UNICEF 350.000 schwer mangelernährte Kinder mit Zusatznahrung therapieren. 3,2 Millionen Menschen wurden mit sauberem Trinkwasser versorgt; 7,9 Millionen Kinder gegen Masern geimpft. 600.000 Kinder erhielten Schulmaterial; 200.000 Mädchen und Jungen wurden in Kinderzentren betreut.
- Nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan sorgte UNICEF für sauberes Trinkwasser, Hygieneartikel und Kinderkleidung und stellte medizinische Untersuchungsgeräte und Impfbedarf zur Verfügung. 200.000 Kinder erhielten Schulmaterial, die „Schule in der Kiste“ kam vor allem in Notunterkünften zum Einsatz.
- Nach den Überschwemmungen in der pakistanischen Provinz Sindh half UNICEF, eine Million Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Rund 560.000 mangelernährte Kinder erhielten in 287 ambulanten Ernährungszentren Hilfe. Über 22.000 Latrinen für 600.000 Menschen wurden eingerichtet. Über eine Million Mütter wurden über Hygiene, Gesundheit und Ernährung informiert; 94.000 Mädchen und Jungen in einfachen Lernzentren unterrichtet.
Nachhaltige Entwicklungsarbeit: UNICEF Deutschland unterstützte zum Beispiel gezielte Entwicklungsprogramme zu Wasser, Hygiene und Gesundheit mit 7,05 Mio. Euro, Bildungsprogramme für benachteiligte Kinder mit 8,3 Mio. Euro, Programme zum Schutz von Kindern vor Gewalt und Ausbeutung mit 2,8 Mio. Euro und zum Schutz vor Aids mit 639.000 Euro. Ungebundene Mittel in Höhe von 36,1 Mio. unterstützen weltweite Maßnahmen: So hat UNICEF 2,47 Milliarden Dosen Impfstoff gegen Krankheiten wie Masern, Polio und Tetanus beschafft – damit werden 58 Prozent aller Kinder erreicht. UNICEF trug so dazu bei, dass 2011 die Übertragung des Polio-Virus in Indien gestoppt wurde. In Ghana, Liberia, Senegal und Uganda wurde Tetanus bei Neugeborenen erfolgreich bekämpft. Um Malariaerkrankungen weiter zurückzudrängen, stellte UNICEF rund 25 Millionen Moskitonetze bereit. UNICEF nutzte seinen weltweiten Einfluss auch, damit Impfstoffe und Basismedikamente für Kinder preisgünstiger werden.
Kosten
- UNICEF Deutschland hat 85,06 Prozent der Mittel für die weltweite UNICEF-Arbeit bereitgestellt. 1,79 Prozent wurden für die Arbeit in Deutschland eingesetzt – zum Beispiel für die Kampagnenarbeit für Kinderrechte und die Bildungsarbeit in Schulen. • Die Verwaltungskosten betrugen 4,57 Prozent, die Kosten für Öffentlichkeitsarbeit und Werbung betrugen 8,58 Prozent. (Vorjahr Verwaltungskosten 4,44%, Kosten für Öffentlichkeit und Werbung 8,75%).
- Innerhalb der weltweiten UNICEF-Arbeit fallen Aufwendungen an, die für die internationale Arbeit notwendig sind, aber nicht direkt einem einzelnen Projekt zuzuordnen sind. Dazu gehören Leitungs- und Steuerungsaufgaben sowie Informationsmanagement, Finanz- und Personalverwaltung in New York. Hierfür werden 6,5 Prozent der für die weltweite Arbeit bereitgestellten Mittel verwendet.
- Der Gesamtabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang – wurde durch die Rödl & Partner-GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach § 317 HGB geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Wirtschaftsprüfer bestätigen damit erneut, dass die Jahresabrechnung den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein zutreffendes Bild der Vermögens- und Ertragslage wiedergibt.
Unterstützer der UNICEF-Arbeit
- Ende 2011 wurde UNICEF in Deutschland durch rund 178.000 UNICEF-Paten mit einem regelmäßigen monatlichen Beitrag unterstützt. Insgesamt erhielt UNICEF Deutschland im vergangenen Jahr 1,73 Millionen einzelne Spenden. Zahlreiche Unternehmen und Stiftungen trugen zu dem Ergebnis bei.
- Die Einnahmen aus dem Verkauf von Grußkarten betrugen 15,68 Millionen Euro. Wie im Vorjahr wurden die meisten Karten (52 Prozent) über das ehrenamtliche Netzwerk verkauft. Allein in der Vorweihnachtszeit organisierten die UNICEF-Ehrenamtlichen 620 Verkaufsstände unter anderem auf Weihnachtsmärkten.
- 8.000 ehrenamtliche Helfer in 150 UNICEF-Gruppen unterstützen die Arbeit in Städten und Gemeinden durch Informationsarbeit, Veranstaltungen, Spendenaktionen und den Verkauf von Grußkarten. 2011 organisierten sie allein 220 Ausstellungen in Schulen oder Bibliotheken zu Themen wie „ Kinder haben Rechte“ oder „Schulen für Afrika“. Über 100 Aktionen wurden für die von der Hungerskatastrophe in Ostafrika betroffenen Kinder organisiert – von der Spendensammlung bis zum Wunschbaum.
- 37.500 Kinder und Jugendliche aus Deutschland haben sich 2011 an der UNICEF-JuniorBotschafter-Aktion beteiligt. Rund 2.695 Schüler und Lehrer wandten sich mit individuellen Anfragen zu Kinderrechtsthemen an UNICEF. Erstmals beteiligten sich auch 127 Bundestagsabgeordnete am „Aktionstag Kinderrechte“ am 20. November.
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