Kein Weg zu weit: Wie UNICEF Kinder in jedem Winkel der Welt impft

9. Oktober 2017 von Vera Mäusbacher

Kein Kind soll mehr an vermeidbaren Krankheiten sterben.

Deshalb hilft UNICEF, jedes zweite Kind weltweit zu impfen. Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir Impfprogramme in 95 Ländern. Es ist eine große Herausforderung, allein schon wegen der vielen freiwilligen und professionellen Helfer, die für diesen Job gebraucht werden. Diese 14 Fotos zeigen, was sie alles auf sich nehmen, um Kinder zu schützen.

...kein Berg zu hoch

 
© UNICEF Yemen/2017/Al-Zikri 

Nach zwei Jahren Krieg ist die Gesundheitsversorgung in Jemen zusammengebrochen. Diese UNICEF-Helfer sind fest entschlossen, Kinderleben zu retten – selbst wenn sie mit ihren Impfstoffen auf Berge klettern, schwere Lasten und drückende Hitze ertragen müssen.

Kriege sind ein perfekter Nährboden für Krankheiten. Weil viele Krankenhäuser in Yemen zerbombt oder verlassen worden sind, stirbt schätzungsweise alle zehn Minuten ein Kind an vermeidbaren Krankheiten. UNICEF tut alles dafür, um dies zu verhindern. In einer landesweiten Tür-zu-Tür-Kampagne werden fünf Millionen Kinder gegen Polio geimpft. Mobile Teams bringen die Hilfe selbst in abgeschnittene Gegenden und lassen sich weder von Kampflinien, hohen Bergen und tiefen Tälern aufhalten. Wir geben nicht auf - im Jemen sterben mehr Kinder an vermeidbaren Krankheiten als durch Gewalt.

  

 
© UNICEF/UNI199133/Panday | UNICEF/UNI199145/Panday 

Unwegsames Gelände ist kein Hinderungsgrund: Nach dem schweren Erdbeben in Nepal 2015 transportieren UNICEF-Helfer Impfstoffe gegen Masern, Röteln in die Provinz Gorkha.

Nach Naturkatastrophen breiten sich Krankheiten oft in rasender Geschwindigkeit aus. Es fehlt an sauberem Trinkwasser, Toiletten und Seife. UNICEF hat eine landesweite Impfkampagne gestartet, um 3,6 Millionen Kinder in Nepal vor einem Polio-Ausbruch zu schützen. Um die Kinder im Epizentrum zu erreichen, müssen die Helfer durch bergiges Gelände und reißende Fluten.

  

 
© UNICEF/UNI120787/Slezic

Najeeba ist seit Jahren als Gesundheitshelferin im Nord-Osten Afghanistans unterwegs. Sie hat das Vertrauen der Dorfbewohner und klärt über die Wirksamkeit von Impfungen auf.

Najeeba hat eine Vision: Sie träumt von einer Welt, in der alle Kinder geimpft sind und keine Angst mehr vor ansteckenden Krankheiten haben müssen. Seit 1980 haben Tausende UNICEF-Helfer wie Najeeba dafür gesorgt, dass die Impfraten weltweit gestiegen sind - und damit jedes Jahr drei Millionen Kindern das Leben gerettet.

...kein Fluss zu tief

 
© UNICEF/UNI184260/Lucky8 LLC

Drahtseilakt: Ein Träger mit einer Kühlbox auf dem Rücken überquert vorsichtig einen Fluß in Indien. Eine heikle Aufgabe – selbst bei tropischen Temperaturen müssen die Impfstoffe kühl bleiben.

Allein im Jahr 2016 hat UNICEF weltweit 2,5 Milliarden Impfdosen zur Verfügung gestellt. Von den UNICEF-Warenlagern geht es in jeden noch so entfernten Winkel der Welt. Kinder, die geimpft sind, haben bessere Überlebens- und Entwicklungschancen – egal, wo sie leben.

Das ist der Grund, warum UNICEF auch für Kinder in schwer erreichbaren Gegenden da ist – natürlich auch für die auf der anderen Seite des Flusses. Die Arbeit der Gesundheitshelfer hat sich ausgezahlt: In Indien ist die Kinderlähmung seit 2014 besiegt, Tetanus bei Neugeborenen und Müttern seit 2015. 

  

 
© UNICEF/UNI199153/Panday 
 
© UNICEF/UNI199159/Panday

Was die Auslieferung von Impfstoffen angeht, gilt Nepal als eines der härtesten Pflaster. Um nach dem Erdbeben 2015 in die Nähe des Epizentrums zu gelangen, machten Gesundheitshelfer und Träger selbst vor hohen Bergen und reißenden Flüssen nicht Halt.

Die Impfstoffe nur abzuliefern ist nicht genug. Um ihre Wirksamkeit zu erhalten, müssen sie in einer speziellen Impfbox kühl gehalten werden. Wenn etwas schiefgeht, war der lange, harte Weg umsonst.

Es ist nicht leicht, aber wir dürfen nicht aufgeben. Trotz aller Fortschritte sterben auch heute noch jeden Tag 16.000 Kinder unter fünf Jahren, weil sie keine medizinische Versorgung erhalten und nicht geimpft sind. 

...keine Straße zu lang und einsam

 
© UNICEF/UNI159314/Zaidi 

Auf dem Dach transportiert ein Jeep eine Box mit Polio-Impfstoff in eine einsame Gegend Pakistans. Selbst bei großer Hitze hält der Behälter seine wertvolle Fracht kühl.

Auch ohne Notsituation funktioniert das breite UNICEF-Netzwerk für Kinder, die sonst kaum Hilfe erhalten. Wo Armut, Benachteiligung und große Entfernungen das Gesundheitssystem zusammenbrechen lassen, machen die freiwilligen und professionellen Helfer den Unterschied: Die notwendige Ausrüstung zur Verfügung stellen ist eine nachhaltige, Langzeitstrategie, die besonders armen Gemeinden hilft.

…kein Wasser zu tief

 
© Gavi Path/Doune Porter 

Gesundheitshelfer bringen Impfstoffe zu den Kindern auf der Insel Sansibar. Dank der Unterstützung von Gemeinden, Organisationen und Regierungen kann UNICEF jedes Jahr drei Millionen Kindern durch Impfungen das Leben retten.

Weite Entfernungen sind nicht das einzige Hindernis. UNICEF arbeitet mit Dorfbewohnern zusammen, um Mythen und hartnäckige Vorurteile auszuräumen und sicherzustellen, dass Familien von der Wirksamkeit des Impfens erfahren.

  

 
© UNICEF/UNI144216/Zaidi

In dieser pakistanischen Provinz führt der Weg zu den Kindern nur über den Indus. Also kommen diese Gesundheitshelfer per Boot.

Dieses UNICEF-Team ist eines von den Tausenden, die seit 1998 an der Ausrottung von Polio in 122 Ländern beteiligt waren. Ein unglaublicher Erfolg, dank eines der effektivsten und kostengünstigsten Mittel, Kinderleben zu retten.

...auf Rädern

 
© UNICEF/UNI201631/Singh

Sanjay liefert den Impfstoff von UNICEF per Motorrad aus.

Heute sind mehr Kinder vor gefährlichen Krankheiten geschützt denn je. Aber es gibt noch viel zu tun: Mehr als ein Drittel der Kinder, die nicht ausreichend gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft worden sind, leben in Indien. Helfer wie Sanjay sind Teil der Lösung.  

  

 
© UNICEF Bangladesh/Akash

Fahrrad-Bote Johrul Islam aus Bangladesch nimmt seinen Job sehr ernst. Es gibt einen guten Grund: Er rettet Kinderleben. „Meine Aufgabe ist sehr wichtig”, sagt Johrul. „Diese Kühlboxen mit Impfstoffen von UNICEF müssen sicher ankommen.“

...aus der Luft 

 
© UNICEF/UNI122541/Sokol

Kinder in Südsudan beobachten, wie ein Flugzeug entladen wird. Die Hilfsgüter von UNICEF haben eine lange Reise hinter sich.

  

 
© UNICEF/UN055430/Modola

Frauen tragen frisch eingetroffene Kisten mit lebensrettenden Impfstoffen. Dieses Dorf im Südsudan ist nur per Flugzeug erreichbar. Auch unmittelbar nach der Unabhängigkeit des jüngsten Landes der Erde und bevor der Krieg wieder ausgebrochen ist, war Südsudan einer der am schwierigsten zugänglichen und gefährlichsten Orte für die Impfhelfer. Die Straßen sind unsicher und Reisen riskant. 

Wenn alles andere nicht mehr geht, helfen sogenannte „Rapid Response Missions“. Zu Fuß, per Boot, Flugzeugen und Hubschraubern versorgen mobile UNICEF-Teams die notleidende Bevölkerung mit dem Nötigsten und impfen die Kinder. 

...unterwegs

 
© GAVI

Der vierjährige Aush aus Indien erhält seine Polio-Impfung in einem fahrenden Zug. Fast ein Drittel der 27 Millionen Babys, die jedes Jahr in Indien geboren werden, bekommen im ersten kritischen Lebensjahr nicht die vollständige Dosis. Das macht sie anfällig für Krankheiten und schafft Nachholbedarf.

Impfungen retten Kinderleben – machen Sie mit?

So unspektakulär und einfach sie daherkommen: Impfungen retten unbestreitbar Leben und verhindern jedes Jahr bis zu drei Millionen Todesfälle! Unterstützen Sie die UNICEF-Arbeit im Gesundheitsbereich. 

Jeder Cent zählt, denn eine Dosis Impfstoff kostet nicht mal einen Euro.

100 Dosen Masernimpfstoff
7 Impf-Transportboxen
10 Impfschutzpakete mit Polio- und Tetanus-Impfstoff

Anmerkung der Redaktion: Dieser Blog ist eine Adaption des Original-Blogs von Rashini Suriyaarachchi, der hier im Original erschien.