Saja gibt nicht auf!

Mittwoch, 14. Juni 2017, 09:14 Uhr
von Tim Rohde | 2 Kommentare

Erinnern Sie sich an Saja?

Bereits vor etwas mehr als einem Jahr hatten wir hier in unserem Blog über das syrische Mädchen berichtet. Nun haben unsere Kollegen vor Ort Saja ein weiteres Mal besucht. 


© UNICEF Syrien

Saja lebt mit dem Krieg, seit sie sieben Jahre alt ist.
© UNICEF

Saja kann sich noch an die Zeit vor dem Krieg erinnern, an die Normalität und das Glück. „Vor dem Krieg konnten wir einfach nach draußen gehen und wussten, dass es sicher ist. Das Leben war wirklich schön.“

Doch der Krieg hat ihr Glück beendet: Familienangehörige sind gestorben. Vier ihrer Freundinnen wurden bei einem Bombenangriff getötet. Sie selbst verlor ein Bein.

Spielen vor Ruinen: So sieht Sajas Heimat heute aus.
© UNICEF/UN055883/Al-Issa

Sajas Lächeln ist getrübt

Mittlerweile ist Saja 13 Jahre alt. Seit mehr als sechs Jahren, seit ihrem siebten Lebensjahr, herrscht Krieg in ihrer Heimat.

„Ich bin traurig und habe Angst“, gibt Saja heute zu. Wie sonst sollte es einem Kind gehen, das seit sechs Jahren inmitten eines Krieges lebt? Im neuen Video berichtet sie von ihrer Situation.

Sajas Lächeln ist nun getrübter, der Blick ein wenig leerer. Ihre Erzählung gerät ins Stocken, als sie sich an den Tod ihres Bruders erinnert. Die Worte fallen ihr schwer. Es tut weh, ein fröhliches Mädchen wie Saja so zu sehen.

Und Saja ist nur eines von mehr als acht Millionen syrischen Kindern, die durch den Krieg ihrer Kindheit beraubt sind. Es sind Kinder, die endlich ihre Kindheit zurückhaben möchten!

Doch Saja gibt nicht auf

Saja schaut nach vorne. „Trotz meiner Probleme will ich unbedingt zur Schule gehen“, sagt die 13-Jährige. „Ich will meinen Traum erreichen. Wenn ich nicht lerne, wie soll ich dann meinen Traum erreichen?“

Ihr Traum: Sportlehrerin werden. Anderen Kindern helfen. Ihr Land zu einem besseren Ort machen. „Wir brauchen Bildung, um unsere Träume zu erreichen.“

Für Saja ist die Schule immens wichtig. Sie gibt ihr ein Stück Hoffnung, etwas Normalität und Halt, einen geregelten Alltag inmitten ihrer zerstörten Heimat.

Seit Beginn des Konflikts ist UNICEF für die Kinder in Syrien da, unterstützt zum Beispiel die Wasserversorgung, organisiert medizinische Hilfe für Schwangere und Kinder, richtet Notschulen und Kinderzentren ein.

Beeindruckend: Auch nach mehr als sechs Jahren Krieg und vielen Schicksalsschlägen hat Saja ihren Mut und ihre Lebensfreude nicht verloren.

Wie lange noch wird sie ihr Lächeln und ihre Zuversicht bewahren können?