Südafrika: Die Techno-Girls sind am Start

WIE EIN UNICEF-PROGRAMM IMMER MEHR MÄDCHEN IN JOBS BRINGT

Für Nokulunga Dladla (19), Spitzname „Noku“, änderte sich alles, als sie in die zehnte Klasse ging. Denn dort erhielt das Mädchen die Chance, ihre Talente im UNICEF-Programm „Techno-Girls“ auszuprobieren – ein steiler Weg nach oben begann.

Dass sie so später mal einen Doktortitel tragen und als Zahnärztin arbeiten würde, war für die damals 15-Jährige vollkommen undenkbar! Doch sie hat es geschafft: In einigen Monaten wird sie „Frau Doktor Dladla“ genannt werden. Sie ist damit die Erste in ihrer Familie, die eine Universität besucht hat. Ihre Eltern und Geschwister arbeiten hart dafür, damit Nokulunga in Pretoria studieren kann - Ärztin werden, gutes Geld verdienen. Doch ohne Motivation und ohne Unterstützung hätte sie es nicht geschafft.

Noku ist bald „Frau Dr. Dladla“

Nokulunga und das Techno-Girls Programm

 "Das Jahr damals in der zehnten Klasse war das beste Jahr meines Lebens", sagt Nokulunga. Das UNICEF-Programm unterstützt sie und andere Mädchen in Südafrika, etwa mit Praktika und Mentorenbetreuung. Nokulunga ging damals zur Schule, hatte sehr gute Noten – aber ans Studieren dachte sie nicht, es fehlten Geld und Fürsprecher. Doch durch die Teilnahme an dem Programm schöpfte sie Mut und Kraft. Sie ist eines von 10.000 Mädchen, das gezielt gefördert und betreut wurde – so fasste sie den Entschluss, zur Uni zu gehen und hart dafür zu arbeiten, unterstützt von ihrer Familie.

Zahnarzt Charles Parsons erklärt Noku in der Uni, wie man ein Zahn-Modell bearbeitet.
© UNICEF/UNI195241/Prusent

Mädchen in Südafrika

In Südafrika haben es gerade Frauen aus armen Verhältnissen noch sehr schwer, wenn es um Karriere geht. In vielen Familien sind Jungs zudem mehr wert als Mädchen und werden daher finanziell eher gefördert und bevorzugt. Mädchen gehen dann oft den schweren Weg – sie arbeiten in schlecht bezahlten Jobs, heiraten früh und werden ebenfalls früh schwanger. So oder so verdienen Mädchen und Frauen in Südafrika deutlich schlechter als Jungen und Männer – die sogenannte „Gender Gap“ – also die Lücke zwischen den Gehältern von Männern und Frauen bei gleicher Arbeit - wird auf 14 bis 17 Prozent geschätzt.

So funktioniert das UNICEF-Programm

Auch Bauplanung und Ingenieurwesen gehören zu den Berufen, in die Techno-Girls Einblicke erhalten – so wie diese zwei Mädchen.
© UNICEF/56491/Andolene Hofmeyr

  • Förderung von benachteiligten Mädchen: Das UNICEF-Programm „Techno-Girls“ gibt es seit 2006. Es entstand in Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen und der Regierung entstand. Alle Mädchen aus benachteiligten Gemeinden Südafrikas können daran teilnehmen – wenn sie zwischen 15 und 18 Jahren alt sind und gute schulische Leistungen zeigen.
  • Einblick in technische Berufe mit Zukunft: Durch das Programm sollen die Mädchen Einblicke in Wissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen oder Mathematik bekommen und ihre Talente finden. Derzeit erfahren Mädchen in rund 200 südafrikanischen Unternehmen, welche Jobperspektiven es für kluge, engagierte, junge Frauen in Südafrika gibt- zum Beispiel Ärztin, Ingenieurin oder Programmiererin.
  • Mentoren nehmen Ängste: Alle Mädchen werden durchgehend betreut – sie haben Mentoren, mit denen sie über mögliche Berufe und Werdegänge sprechen können - aber auch über ganz private Probleme. Zum Beispiel wie sie mit Gewalt umgehen sollten, HIV und Schwangerschaften vermeiden und ihren eigenen Weg finden können – in eine sichere, gesunde, erfolgreiche Zukunft.

Unterstützen Sie die Techno-Girls

Seit dem Start der „Techno-Girls“ konnten mehr als 10.000 Mädchen aus unterprivilegierten Gemeinden von dem Programm profitieren. Jedes Jahr sind 3.000 Mädchen zu Besuch in technischen Unternehmen. Sie finden das super? Dann unterstützen Sie UNICEF und die Techno-Girls mit einer Spende. Vielen Dank.

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