25 Jahre Kinderrechte: Kinder in Afghanistan

DIE KINDERRECHTE VERWIRKLICHEN – FÜR JEDES KIND!

UNICEF ZUM THEMA 25 JAHRE KINDERRECHTE

Im November 2014 werden die Kinderrechte 25 Jahre alt. UNICEF ruft zu diesem Anlass zu verstärktem Einsatz für die universelle Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes auf. Ein Vierteljahrhundert nach ihrer Verabschiedung müssen Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft deutlich mehr tun, um die Kinderrechte auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung für jedes Kind zu verwirklichen. Schwere Kinderrechtsverletzungen wie Kinderarbeit und sexuelle Ausbeutung dürfen nicht länger hingenommen werden. Das Wohlergehen von Kindern muss endlich zum Maßstab für sozialen Fortschritt und die Zukunftsfähigkeit eines Landes gemacht werden. Praktisch alle Staaten der Erde haben sich mit ihrer Unterschrift unter die Kinderrechtskonvention dazu verpflichtet.

Eine bessere Welt für Kinder ist möglich

Der Geburtstag der Kinderrechte in diesem Jahr bietet die Chance, das Engagement für eine kindergerechte Welt weiter voranzutreiben – insbesondere für arme und benachteiligte Mädchen und Jungen. Denn Fortschritte für Kinder sind auch unter schwierigsten Bedingungen möglich – dies haben die vergangenen 25 Jahre gezeigt. Das politische Bekenntnis zu den Kinderrechten seit 1989 hat weltweit Investitionen in die soziale und medizinische Grundversorgung, den Schutz und die Beteiligung von Kindern ausgelöst.

Überleben und Entwicklung
Seit 1990 ist es gelungen, die Überlebenschancen von Kindern weltweit deutlich zu verbessern. So konnte durch einfache und kostengünstige Maßnahmen wie Impfkampagnen oder bessere Hygiene das Leben von 90 Millionen Kindern unter fünf Jahren gerettet werden. Doch trotz allen technischen Fortschritts erleben bis heute pro Jahr rund 6,6 Millionen Mädchen und Jungen nicht einmal ihren fünften Geburtstag – nur weil es an Medikamenten, sauberem Trinkwasser oder Gesundheitshelfern fehlt.

Bildung
Das Recht auf Bildung ist heute für viele Kinder auch in armen Ländern näher gerückt. So stiegen weltweit die Einschulungsraten, mehr Kinder als je zuvor schließen die Grundschule ab. Aber 57 Millionen Mädchen und Jungen im Schulalter haben bis heute keinen Platz im Klassenzimmer.

Kinderschutz
Weltweit gibt es erfolgreiche Maßnahmen gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung, Missbrauch von Kindern als Soldaten und gefährliche Traditionen wie die Mädchenbeschneidung. Doch bis heute müssen allein 168 Millionen Mädchen und Jungen unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Und nur fünf Prozent aller Kinder leben in Ländern, in denen jede Gewalt gegen Kinder verboten ist.

Allerdings sind die Chancen für Kinder bis heute sehr ungleich verteilt – oft auch innerhalb eines Landes.

Soziale und medizinische Fortschritte kommen oft nicht bei den ärmsten Kindern in Slums oder in ländlichen Regionen an. Sie profitieren auch kaum vom Wirtschaftswachstum in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern: 75 Prozent der armen Kinder wachsen heute in Ländern mit mittlerem Einkommen auf.

Besonders bedroht sind die Rechte von Kindern in Krisengebieten und in fragilen Staaten, in denen staatliche Strukturen nicht funktionieren. In Bürgerkriegsländern wie Syrien und Südsudan oder in Krisenregionen wie im Norden von Nigeria sind Kinder Zielscheibe von Terror und Gewalt. Acht der zehn Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit sind so genannte fragile Staaten – beispielsweise Somalia, die Zentralafrikanische Republik und Mali.

Immer mehr Kinder wachsen in Regionen mit extremen Wetterphänomenen wie Dürren, Stürmen und Überschwemmungen auf – eine Folge des globalen Klimawandels. Ihre Familien können sich davor kaum angemessen schützen. Die Zahl der betroffenen Kinder wird sich in diesem Jahrzehnt auf 175 Millionen pro Jahr erhöhen – gegenüber 66,5 Millionen in den 1990er Jahren.

Kinderrechte umfassend verwirklichen!

Indien: Junge Reporter berichten regelmäßig über die Kinderrechte

In Jaumner in Indien nehmen junge Reporter ihr Recht auf Beteiligung wahr. Sie berichten jeden Monat in der von UNICEF unterstützten Zeitung "Voice of children" über die Kinderrechte in ihrem Dorf und richten Fragen an die lokalen Politiker.
© UNICEF/INDA2011-00023/Crouch

Der UN-Konvention über die Rechte des Kindes kommt heute eine immer wichtigere Bedeutung zu. Denn es ist keine Frage von Mitleid oder karitativer Einstellung mehr, allen Kindern angemessene Lebensbedingungen zu garantieren. Es ist eine völkerrechtliche Verpflichtung. UNICEF ist in der Konvention explizit genannt und beauftragt mitzuhelfen, die Kinderrechte zu verwirklichen. UNICEF fordert deshalb:

Kinder müssen zum Maßstab einer zukunftsfähigen Gesellschaft werden.
Damit die Kinderrechte überall auf der Welt durchgesetzt werden, braucht es stärkeren politischen Willen, angemessene Budgets und aussagekräftige Daten, um die Kinderrechte auch für alle benachteiligten Kinder zu verwirklichen.

Kinder brauchen in ihren Familien, Schulen und Gemeinden ein positives und beschützendes Umfeld.
Sie müssen ihre Meinung einbringen und sich an Entscheidungen beteiligen können. UNICEF unterstützt in seinen Programmen in Entwicklungs- und Schwellenländern den Aufbau kinderfreundlicher Schulen. In Deutschland fördert UNICEF Initiativen wie „Kinderfreundliche Kommunen e.V.“

Bei Kinderrechtsverletzungen muss weltweit „Null Toleranz“ gelten.
Missbrauch, Ausbeutung, Gewalt und Terror gegen Kinder müssen weltweit geächtet und verfolgt werden. Jedes Kind braucht Schutz und Hilfe im Krieg. Und in jedem Land der Erde muss Gewalt an Kindern ausdrücklich verboten werden.

Kinderrechte müssen auf die internationale politische Agenda.
Es muss gelingen, dass kein Kind mehr an vermeidbaren Krankheiten oder Mangelernährung stirbt und dass jedes Kind eine gute Schulbildung erhält. Die Rechte der zukünftigen Generationen müssen Leitlinie bei der Festlegung neuer, nachhaltiger Entwicklungsziele nach 2015 sein. Deutschland soll den G8-Vorsitz im Jahr 2015 nutzen, um konkrete Verbesserungen für Kinder weltweit voranzutreiben.

Die Bundesregierung muss die international verbrieften Rechte der Kinder umfassend verwirklichen.
So muss zum Beispiel der Kampf gegen Kinderarmut in Deutschland Priorität in Bund, Ländern und Gemeinden haben. Die Kinderrechte müssen explizit im Grundgesetz verankert und unabhängige Ombuds- und Beschwerdestellen für Kinder eingerichtet werden, wie sie in über 70 Ländern bereits selbstverständlich sind.

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