UNICEF: FUSSBALLSPIELEN FÜR DIE KINDERRECHTE
Donnerstag, 7. November 2013, 11:45 Uhr
von Kirsten Leyendecker | 0 Kommentare

UNICEF-Mitarbeiterin Kirsten Leyendecker unterstützt für mehrere Wochen ihre UNICEF-Kollegen in Argentinien. Von ihrer Arbeit dort und ihren Eindrücken im Land berichtet sie in unserem Blog.

Wenn ich hier in Argentinien neue Menschen kennenlerne, tauchen ziemlich schnell DIE zwei wichtigsten Themen auf: Politik und Fußball. Fußball ist überall auf der Welt ein emotionales Thema - eines, das mobilisiert. Dass man Fußball auch für die Kinderrechte nutzen kann, zeigt mir das spannende Projekt FUCoPA von UNICEF in Argentinien. Es geht um Gemeinschaftsfußball. Mädchen und Jungen sollen beim Spiel lernen, dass Dialog und Kooperation, Solidarität und Zusammenhalt auch im Alltag wichtig sind. Gewinnen tun nur die Mannschaften,  bei denen jeder Spieler vor einem Tor am Ball war. Außerdem brauchen die Teams kooperative und faire Fans. Auch das beschert der Mannschaft einen Punkt.

Erwachsene als Kinderrechtstrainer

Im Rahmen des FUCoPA-Projektes schult UNICEF Erwachsene, die mit Jugendlichen arbeiten. Die Erwachsenen sollen gestärkt werden, die Kinderrechte in ihrer Arbeit und ihrem Alltag zu stärken und Jugendliche in politische Entscheidungen einzubeziehen. Die Regierung sorgt zusammen mit UNICEF dafür, dass die Verantwortlichen aus Jugend-, Schul- und Gesundheitsämtern, aber auch Sportclubs und anderen Organisationen teilnehmen. Sie sollen starke Kinderrechtsschützer werden und die Idee des Gemeinschaftsfußballs kennenlernen. Die Idee tragen sie dann in Schulen und Heime. Dort vereinen sie Kinder und Jugendliche. Sie schaffen Räume, in denen die Kinder spielen können, ihre Rechte kennenlernen und ein besseres Miteinander üben. Es ist spannend zu sehen, wie die jungen Menschen in dieser Zeit lernen, Konflikte friedlich zu lösen. Diese Erkenntnis tragen sie in ihre Familien und in ihre Schulen.

Besondere Spielregeln

Sandra Quintana, Sozialarbeiterin aus Formosa: Das Fußballspielen „erlaubt uns über die Rechte zu sprechen, und die Jugendlichen lernen sie zu respektieren. Die Kinder können ihre eigenen Regeln aufstellen und sind selbst dafür verantwortlich, sie einzuhalten.“ Zu einer Mannschaft gehören drei Jungen und drei Mädchen, Fans und ein Delegierter. Die Jugendlichen legen die Regeln für das Spiel fest und werten sie direkt nach dem Spiel aus. Sie müssen allerdings fünf Grundprinzipien beherzigen:

1.    Gleichberechtigung und Inklusion2.    Für sich und andere sorgen3.    Jeder Beitrag zählt4.    Freiheit der Meinungsäußerung5.    Die Umwelt schützen

Der Schülerin María Florencia Moreno aus der nordöstlichen Provinz Formosa gefällt FUCoPA, „weil wir versuchen uns zu respektieren und die Meinung der anderen zu akzeptieren. Es geht also nicht darum, sich gegenseitig fertigzumachen, sondern den anderen zu verteidigen.“ 

Das Spielerische hilft, Missstände aufzudecken und Lösungen zu finden. In einem Fall spielten Kinder aus verschiedenen Schulen mit Kindern, die im Park Fußball spielten. Dabei stellte sich heraus, dass die Kinder aus dem Park nicht in die Schule gingen und auch keinen Personalausweis hatten. Die Sozialarbeiterin sprach mit der Schule und sorgte dafür, dass die Kinder einen Personalausweis erhielten, um in die Schule gehen zu können.

Ich habe Nicolas Rubio, einen Mitarbeiter der Barcelona Stiftung, bei seinen Recherchen in Argentinien begleitet. Die Stiftung möchte ein ähnliches Projekt in Rosario, der Geburtsstadt von Lionel Messi, aufbauen. UNICEF unterstützt bei der Partnersuche und Umsetzung. Bisher haben 247 Gemeinden,  1.764 Erwachsene und 12.910 Jugendliche bei den Aktivitäten in den nördlichen Provinzen Chaco, Corrientes, Formosa und Misiones mitgemacht.

Was für Fans sind Sie, wenn Sie Ihre Kinder, Freunde spielen sehen? Würden Sie auch Punkte für faires Verhalten bekommen?

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