„ICH WÜNSCHE MIR, DASS SYRIEN WIEDER SO WIRD, WIE ES WAR.“

11. März 2016 von Tim Rohde 1 Kommentar

+ + + Update: Mittwoch, 03. August 2016 + + +

In den vergangenen Tagen sind heftige Kämpfe rund um Aleppo ausgebrochen, viele Familien sind bedroht und von Hilfe abgeschnitten.

Auch Saja ist betroffen: In der Nacht von Sonntag (31.07.) musste das Mädchen mit ihren Eltern abermals Hals über Kopf – und barfuß – aus dem halbfertigen Rohbau in Aleppo fliehen, der seit einigen Monaten ihr Zuhause war.

Die Kinder in Aleppo und anderen Teilen Syriens brauchen nun mehr denn je unsere Hilfe! Die Familien müssen mit Nahrung, Medikamenten und sauberem Wasser versorgt werden!

Saja (12) aus Syrien

Saja ist ein fröhliches Mädchen. Sie lächelt schüchtern, schildert ihre Gedanken, erzählt ihre Geschichte. Doch hin und wieder gerät ihre Erzählung ins Stocken, und ein Ausdruck in ihren Augen verrät, dass sie bisher keine normale Kindheit hatte.

Es ist beeindruckend, mit welchem Mut Saja in die Zukunft schaut – nach fünf Jahren Krieg und nach allem, was sie durchgemacht hat.

Saja ist seit drei Jahren Flüchtling im eigenen Land. Seit drei Jahren ohne festes Zuhause, von ihrer Heimat getrennt. Sie ist eins von rund 5,4 Millionen Schulkindern in Syrien. Eines von Millionen Kindern, die aufgrund des Krieges keine normale Kindheit erleben dürfen.

Saja hat viel verloren, doch nicht ihre Zuversicht

Saja ist alt genug, um sich an die Zeit vor dem Krieg zu erinnern, an die Normalität und das Glück. „Vor dem Krieg konnten wir einfach nach draußen gehen und wussten, dass es sicher ist. Das Leben war wirklich schön.“

Doch der Krieg hat ihr Glück beendet – was Saja zu erzählen hat, sollte aus keinem Kindermund zu hören sein. „Meine Freunde wurden getötet, als wir bombardiert wurden: meine Freundinnen Fatima, Zahra, Cedra und Wala’a. Ich habe mein Bein verloren.“

Saja hat im Krieg ein Bein verloren

Saja hat im Krieg ein Bein verloren, doch ihre Lebensfreude hat sie nicht verloren. Sie macht weiter mit ihrem Lieblingssport: Fußball.
© UNICEF Syrien

Wie kann ein zwölfjähriges Mädchen derartige Erlebnisse verarbeiten?

Unverdrossen stellt sich Saja ihrem Schicksal. Sie möchte lernen, zur Schule gehen, in ihre Zukunft investieren – und nimmt dafür viele Hürden. „Meine Schule ist weit weg und es ist sehr anstrengend, bis dahin zu gehen. Es ist ein einziger Kampf, aber was soll ich machen?“ (lacht) „Ich liebe die Schule.“

Saja lernt und will zur Schule gehen

© UNICEF Syrien

Und sie ist dem Sport treu geblieben, trotz ihrer Verletzung. Hier findet sie Abwechslung, ein wenig Normalität und auch Spaß. „Wenn ich Fußball spiele, kommt es mir nicht so vor, dass ich etwas verloren habe.“

Saja möchte nicht, dass der Krieg ihr auch noch ihre Zukunft nimmt. Saja möchte endlich wieder zurück zur Normalität: „Ich wünsche mir, dass Syrien wieder so wird, wie es war.“

Lesen Sie hier alle Beiträge der Serie "Kindheit kann nicht warten: Flüchtlingskinder erzählen"

Die Kinder unter den Flüchtlingen werden häufig übersehen. Wir möchten ihnen eine Stimme geben und stellen Ihnen im Blog Mädchen und Jungen vor, die auf der Flucht sind. Einige von ihnen haben wir in Deutschland interviewt, andere sind in Syrien aus ihren Häusern vertrieben worden oder sind nach Jordanien oder Libanon geflohen. Egal, wo sie sind – sie sind in erster Linie Kinder.

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie UNICEF Kindern in Syrien und seinen Nachbarländern und auf den Fluchtrouten hilft.

KOMMENTARE

  • anonym
    07. August 2016 22:46 Uhr

    Ich bete für Syrien, das der furchtbare Krieg ein Ende nimmt und die Menschen wieder in ihre Heimat zurückkehren können!! Das das Land mit Hilfe anderer Länder, die die Zerstörung auch zu verantworten haben, wieder aufgebaut wird!

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