RICHTIG SPENDEN: FÜNF TIPPS, WIE SIE MEHR AUS IHRER SPENDE MACHEN

19. Dezember 2017 von Ninja Charbonneau 0 Kommentare

Die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel ist in Deutschland traditionell die Haupt-Spendenzeit. Hier haben wir die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie dafür sorgen können, dass Ihre Spende die größtmögliche Wirkung hat.

1. Entscheidungsfreude lohnt sich

Nichts ist schwerer als Entscheidungen zu treffen. Beim Spenden macht es trotzdem Sinn, sich für eine oder zwei Organisationen zu entscheiden, anstatt den Betrag breit zu streuen. Vor allem, wenn die Organisationen, mit denen Sie sympathisieren, ähnliche Ziele verfolgen. Denn bei jeder Spende fallen Verwaltungskosten an – ich finde, es gehört zur Ehrlichkeit dazu, das klar zu sagen.

Richtig spenden: Schüler lernen Rechnen in einer Notschule für Rohingya-Flüchtlinge

© UNICEF/UN068434/Noorani

Spenden müssen verbucht werden. Der Geldfluss in die Programme und die Arbeit vor Ort müssen überwacht werden. So wird sicher gestellt, dass Ihr Geld ankommt und wirkungsvoll eingesetzt wird.

Kurz gesagt, Verwaltungskosten sind notwendig, damit eine Hilfsorganisation seriös arbeiten kann. Angenommen, Sie spenden also an fünf Organisationen 20 Euro statt 100 Euro an eine, dann fallen auch fünf Mal Verwaltungskosten an. Mit einer klaren Entscheidung machen Sie entsprechend mehr aus Ihrer Spende.

2. Bitte geben Sie uns Ihr Geld…

… und nicht Ihre aussortierten Sachen. Warum? Auf den ersten Blick scheint es zwar naheliegend zu sein, dass man beispielsweise gut erhaltene Winterjacken an Kinder in Syrien schickt, wo viele Kinder sie gerade brauchen. Aber als international tätige Hilfsorganisation können wir Sachspenden leider nicht annehmen – der Aufwand für das Sortieren, Verpacken und Verschicken wäre einfach zu hoch und damit auch zu teuer. Deshalb besorgen wir die benötigten Hilfsgüter zentral zu günstigen Konditionen und kaufen sie wann immer möglich vor Ort im jeweiligen Land oder der Region. 

Richtig spenden: Zwei irakische Flüchtlingsjungen mit einem UNICEF-Winterhilfspaket

© UNICEF/UN048908/Anmar

Wo es Einkaufsmöglichkeiten gibt, gehen wir außerdem immer häufiger dazu über, notleidenden Familien Gutscheine zu geben, mit denen sie sich auf den Märkten und in Geschäften selbst mit dem Nötigsten versorgen können. Das gibt ihnen mehr Wahlfreiheit und Würde und stärkt die lokale Wirtschaft. So können zum Beispiel Eltern in Damaskus oder Aleppo, die durch den Krieg alles verloren haben, Kleidung für ihre Kinder besorgen.

3. Ohne Zweck ist der beste Zweck

Spenden, ohne einen bestimmten Zweck anzugeben ist nicht zwecklos – im Gegenteil! Spender möchten verständlicherweise wissen, was mit ihrem Geld passiert und ob es sinnvoll eingesetzt wird. Manche möchten deshalb am liebsten genau dieses eine Kind oder diese eine Schule unterstützen. Es gibt aber gute Gründe, weshalb das nicht sinnvoll ist.

Zum einen wäre der Verwaltungsaufwand sehr hoch. Zum anderen stellt sich die Frage: was sagt man den anderen Kindern oder der Nachbarschule, die keine Unterstützung bekommen? Wem ein bestimmtes Thema oder ein bestimmtes Land besonders am Herzen liegt, kann das bei uns im Verwendungszweck angeben, zum Beispiel das Spendenstichwort „Nothilfe Syrien“ oder „Bildung“. Als Spenderin oder Spender kann ich mich darauf verlassen, dass mein Beitrag dann auch dafür eingesetzt wird. Sie wissen also, wofür Sie spenden – und geben der Hilfsorganisation trotzdem die nötige Flexibilität, um das Geld dort einzusetzen, wo der Bedarf am größten ist.

Am liebsten sind den Hilfsorganisationen aber eigentlich zweckungebundene Spenden. Es ist nämlich so, dass zum Beispiel häufig gespendet wird, wenn über eine Notlage viel berichtet wird – wie nach einem Hurrikan oder Erdbeben. 

Hurrikan Irma: Junge steht vor vom Wirbelsturm zerstörten Häusern

© UNICEF/UN0119399

Und das ist gut so! Aber damit man einerseits schnell reagieren kann, sobald eine solche Katastrophe eintritt, und andererseits auch den Menschen helfen kann, deren Situation keine Schlagzeilen macht, brauchen Hilfsorganisationen einen möglichst großen Teil von Spenden ohne Zweckbindung.

  

  

4. Mut zur Bindung: die Patenschaft

Jede Spende ist wertvoll und trägt zur Hilfe bei. Der nachhaltigste Weg ist eine Dauerspende, die bei uns als Patenschaft bezeichnet wird. Eine UNICEF-Patenschaft unterstützt nicht ein einzelnes Kind, sondern zielt auf langfristige Entwicklung und Chancen für alle Kinder.

Richtig spenden: UNICEF-Mitarbeiter bei einer Hygiene-Schulung mit einer Gruppe Kinder im Südsudan

© Kate Holt/UNICEF/PRESS HANDO

Der Vorteil für Spender ist, dass sie dauerhaft helfen, ohne dass sie jedes Mal eine neue Überweisung machen müssen. Der Vorteil für Hilfsorganisationen ist, dass sie sich auf die Unterstützung verlassen und damit viel besser planen können. Und mit guter Planung wiederum lassen sich Kosten sparen.

Ein Beispiel: Ein neues Wassernetzwerk in einem Flüchtlingslager aufzubauen bringt erst einmal sehr hohe Investitionskosten mit sich, langfristig wird die Versorgung dadurch aber viel günstiger, als Wasser mit Lastwagen zu bringen. Patenschaften ermöglichen also Weitsicht.

Richtig spenden: Sauberes Trinkwasser für Flüchtlingskinder im Domiz Camp im Irak

© UNICEF/UKLA2012-00944/Schermbrucker

Übrigens, diese Bindung muss nicht für immer bestehen. Sie können eine UNICEF-Patenschaft jederzeit kündigen, auch ohne Angabe von Gründen.

5. Spenden ist besser als nicht spenden!

Wenn Sie diesen Blog lesen, sind Sie am Thema Spenden zumindest interessiert. Sehr gut! Sollten Sie dennoch, wie viele von uns, manchmal unsicher sein, ob Spenden etwas bringt, möchte ich für Sie hier unseren Chef zitieren: „Nicht spenden nützt gar nichts!“

In diesem Sinne: Ich bin überzeugt davon, dass Spenden eine Form der gelebten Mitmenschlichkeit ist und dazu noch eine sehr einfache Art, zu helfen. Mir persönlich fallen wenig Gründe ein, warum man nicht spenden sollte, wenn man es sich leisten kann und nicht gerade selbst in einer schwierigen Situation ist.

Gemeinsam können wir viel bewegen!

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