HURRIKAN „IRMA“: GLÜCK IM UNGLÜCK
Freitag, 24. April 2020, 11:44 Uhr
von Verena Linde | 1 Kommentar

Das Kindermagazin GEOlino stellt in jeder Ausgabe ein UNICEF-Projekt vor. In Heft 3/2020 erschien eine Reportage über die 11-jährige Jerrene, die wegen des Hurrikans "Irma" ihre Heimatinsel verlassen musste.

Die elfjährige Jerrene lebt im Karibikstaat Antigua und Barbuda. Als vor zweieinhalb Jahren Hurrikan »Irma« die Insel Barbuda heimsuchte, musste sie fliehen – auf die Nachbarinsel Antigua

Die Pausenglocke läutet. Sogleich beginnen Jerrene und ihre Freundinnen zu kichern und zu schnattern. Sie schlendern nach draußen auf den Schulhof ihrer Schule in Saint John’s, der Hauptstadt des Karibikstaates Antigua und Barbuda. Die Sonne scheint, die Luft ist warm, das Meer rauscht in der Ferne. Doch so unbeschwert, wie es auf den ersten Blick scheint, ist Jerrenes Leben nicht. 

Schule in Antigua: Jerenne hat Spaß im Klassenraum.

Die elfjährige Jerrene fühlt sich wohl: Ihre neue Schule auf Antigua ist viel besser als die alte – deshalb bleibt die Familie noch auf der Insel. 
© UNICEF/UNI227653/LeMoyne

Denn eigentlich ist St. John’s nicht Jerrenes Heimatstadt. Sie stammt von der anderen Insel des Zweiinselstaates, von Barbuda. Dort erreichte ihre Familie vor zweieinhalb Jahren eine Warnung: Sie sollten die Insel verlassen, schnell, weil der Hurrikan Irma alles zu verwüsten drohte. Der Wirbelsturm hatte sich über dem Atlantischen Ozean zusammengebraut und steuerte auf die Karibik zu. 

Zum Glück fand die vierköpfige Familie auf der Schwesterinsel Antigua Unterschlupf. Zwar rüttelte Irma auch hier an den Wänden der Häuser, fegte Dächer fort und kippte Strommasten um – Kleinigkeiten im Vergleich zur Verwüstung, die der Wirbelsturm auf Barbuda anrichtete. Jerrene und ihre Familie sahen es kurz darauf in den Nachrichten: Fast allen Häusern fehlten die Dächer, Palmen standen wie kahle Pfeiler in der Landschaft, überall lagen Bretter, Schutt und Müll.

Verwüstung durch Hurrikan Irma: Eine zerstörte Hütte.

Nachdem Hurrikan Irma im September 2017 über Jerrenes Heimatinsel Barbuda hinweggefegt war, stand kaum noch ein Haus.
© UNICEF/UN0345661/LeMoyne

Etwas später, nachdem der Sturm vorbeigezogen war, fuhr Jerrenes Vater nach Barbuda und schaute nach dem Haus der Familie. Die Mauern standen noch, durch die Luft geschleuderte Gegenstände hatten aber Löcher in das Dach geschlagen. Trotzdem, es würde sich reparieren lassen.

Dennoch entschied die Familie, erst einmal auf Antigua zu bleiben. Denn die weiterführende Schule, die Jerrene und ihr 13-jährige Bruder James hier besuchen, ist viel besser. Auf Barbuda waren von den 15 Lehrern nur acht ausgebildet.

Antigua: Mädchen wärmen sich vor dem Sport auf.

Nach der Schule macht Jerrene gern Sport, zum Beispiel Netball. Ähnlich wie beim Basketball ist dabei das Ziel, den Ball in einen Korb zu werfen. 
© UNICEF/UN0345650/LeMoyne

Jerrene vermisst ihre Heimat sehr, doch zugleich ist sie froh über ihre Chance an der neuen Schule. Denn mit einem guten Abschluss kann sie eines Tages wählen, wo sie ihr Leben verbringen will – auf Antigua, Barbuda oder vielleicht auch an einem anderen Ort auf der Welt.

Schule in Antigua: Mädchen flechten sich die Haare.

Plauderpause: Jerrene sitzt mit ihren Freundinnen draußen vor dem Schulgebäude. Einige der Mädchen lebten ebenfalls auf der Nachbarinsel Barbuda, bevor der Sturm sie vertrieben hat.
© UNICEF/UN0345669/LeMoyne

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KOMMENTARE

  • 25. April 2020 10:36 Uhr

    Hallo Verena Linde,
    ich finde es sehr toll und interessant, das Sie als Textredakteurin arbeiten.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an Ihrer Arbeit und bleiben Sie gesund.
    MfG
    Stawros

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