WAS IM KOPF BLEIBT

15. August 2018 von Stefan Becker 1 Kommentar

UNICEF-Mitarbeiter erzählen von Erlebnissen und Projekten, die sie in den letzten Jahren besonders berührt haben.

Sofort ist da ein Bild im Kopf. Ein Stichwort reicht und die Erinnerung an diesen einen Menschen, diese eine Geschichte, dieses eine Ereignis ist wieder da. 

Zum Beispiel an die Begegnung mit einem vom Monsunregen betroffenen Jungen in Nepal. An den Briefwechsel mit einem preisgekrönten Fotografen, der sich um eine syrische Familie in Jordanien kümmert. An UNICEF-Innovationen, die in Burundi auch nachts noch das Licht brennen lassen. Oder an den Elan, mit dem sich unsere ehrenamtlich Engagierten in eine neue Aktion stürzen.

Wir haben uns für Sie bewusst erinnert und unsere ganz persönlichen "Highlights" zusammengestellt. Jede Kollegin, jeder Kollege unseres Blogger-Teams musste sich für einen Favoriten entscheiden. Herausgekommen ist eine spannende Liste an Empfehlungen zum Nachlesen und Weitererzählen. 

DIESE UNICEF-HIGHLIGHTS WERDEN WIR NIE VERGESSEN:

Jordanien: Motiv wählen, scharf stellen, auslösen. Und dann?

Fotograf Muhammed Muheisen mit Zahra

© Rosanna Wijngaards

Muhammed Muheisen ist Fotograf. Ein ziemlich guter sogar – zwei Pulitzer-Preise hat er schon gewonnen. Ende 2017 gewann er den UNICEF-Fotopreis für sein Portrait der fünfjährigen Zahra. 

Was mich bewegt, ist die Geschichte hinter dem Foto. Seit drei Jahren besucht Muhammed gemeinsam mit seiner Frau immer wieder Zahras Familie in einem Flüchtlingslager in Jordanien. Er hält den Kontakt zu dem Mädchen und seiner Familie: Sie werden Freunde.

Muhammed macht mehr, als nur ein Motiv zu wählen und den zu Auslöser drücken. Er wird selbst Teil der Geschichte, die er porträtiert hat. Was dann folgt, ist eine wunderschöne Freundschaft über alle Grenzen hinweg.

» Zur Geschichte von Zahra und Muhammed

Burundi: Licht ins Dunkel bringen!

Burundi: Innovation Lichtprojekt. Junge mit Stirnlampe

© UNICEF Burundi/2015/Nijimbere

Lesen im Schein einer funzeligen Lampe? Ich habe es geliebt. Das Gefühl von heimeliger Dunkelheit, nur der Strahl meiner Taschenlampe und das spannende Buch. Es erinnert mich an Zeltlager, lange Nächte und das Versinken in andere Welten.

Als ich für sechs Wochen in Burundi gearbeitet habe, habe ich hautnah erlebt, wie ein Licht im Dunkeln – was für mich früher mit Abenteuer verbunden war – für viele Kinder Luxus ist. Nur drei Prozent der Bevölkerung in Burundi haben das Glück, Strom zu haben. Was das bedeutet und wie das UNICEF-Team in dem ostafrikanischen Land mit innovativen Projekten Licht ins Dunkel bringt, lesen Sie hier.

» Zum Innovationsprojekt aus Burundi

Afghanistan: „Ich möchte lernen, bitte lasst mich!“

Afghanistan: Zahra besucht eine Schule im afghanischen Jalalabad

© UNICEF/UN0211466/Fricker

Klar bin ich zur Schule gegangen. Bis zum Abitur, und danach habe ich noch studiert. Obwohl ich eine Frau bin. Ist ja nichts Besonderes, denken Sie jetzt. Stimmt. Stimmt aber auch nicht.

In Afghanistan gehen 60 Prozent der Mädchen nicht zur Schule. Während für mich die tägliche Zeit im Klassenzimmer selbstverständlich war, müssen Madena (9) und Zahra (15) darum kämpfen – gegen scheinbar unüberwindbare Widerstände wie die Angst vor Anschlägen, Armut in ihren Familien und eine generelle Diskriminierung von Mädchen. Mit welcher Zuversicht die beiden ihre Träume verfolgen und wie andere starke Frauen sie dabei unterstützen, hat mich tief beeindruckt. 

» Zur Geschichte von Madena

Deutschland: #träumesindgrenzenlos bei den UNICEF-Engagierten

UNICEF-Ehrenamtliche mit der neuen Träume-Aktion

© UNICEF DT/Sebastian Bänsch

In diesem Jahr bin ich volljährig geworden – zumindest bei UNICEF. Mit 18 passte ich gut in unser ehrenamtliches Kreativtreffen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Juniorteams und Hochschulgruppen, in dem wir Ideen für unsere Kampagne #kindheitbrauchtfrieden entwickelt haben. 

Wir suchten eine Aktion, mit der wir die Solidarität der Menschen wecken können, indem wir zeigen, dass uns mehr verbindet als trennt. Herausgekommen ist die Aktion #träumesindgrenzenlos. Ich freue mich darauf, auch weiter mit allen UNICEF-Unterstützerinnen und Unterstützern zu träumen. Danke, dass es euch gibt!

» Zur Aktion #träumesindgrenzenlos

Philippinen: Entsetzen und Hoffnung – Kinderpornographie im Inselstaat

Philippinen: Frau im Gespräch mit Mädchen. Gesichter sind im Dunklen.

© UNICEF/UN014914/Estey

Online-Kinderpornographie und Kinderprostitution auf den Philippinen – das waren Themen der ersten Projektseite, die ich als Online-Redakteurin für UNICEF getextet habe. Ganz schön schwere Kost zum Einstieg. Ich las zum Beispiel über eine Mutter, die ihre neunjährige Tochter für pornographische Livestreams anbot. Sie ist kein Einzelfall in einem Land, in dem zehntausende Kinder gezielt missbraucht, ausgebeutet und verkauft werden. Immer wieder trifft es mich direkt ins Herz, wie gewalttätig manche Erwachsene mit Kindern umgehen. 

Zum Glück kennt UNICEF die Problematik auf den Philippinen genau. Neben allem Entsetzen hinterließ dies bei mir auch einen Hauch von Hoffnung: darauf, dass UNICEF einen konkreten Plan hat, um den Mädchen und Jungen zu helfen.

» Zum Projekt "Kinderschutz auf den Philippinen" 

Kosovo: (Geplatzte) Träume

Roma-Kinder im Flüchtlingslager Leposavic im Kosovo

© UNICEF/Lena Dietz

„Willst Du mit Dunja Hayali in den Kosovo fahren?“ Als mich diese Frage 2011 erreichte, musste ich nicht lange überlegen. Wir wollten mit einem Fernsehteam des ZDF Kinder und ihre Familien besuchen, die aus Deutschland in den Kosovo zurückkehren mussten, nachdem sie bereits viele Jahre in Deutschland gelebt hatten. Ein Großteil der Kinder war in Deutschland geboren und zur Schule gegangen. Sie hatten hier ihre Freunde und Deutsch war ihre Muttersprache – und meist die einzige. Ihre Geschichten haben mich tief getroffen und berührt. 

Umso schöner war das Lächeln des kleinen Ilir, der Glück hatte und im Kosovo weiter zur Schule gehen konnte. Nicht allen seinen Geschwistern ging es so gut. „Eigentlich wollte ich früher immer Stewardess werden“ – die Welt sehen, das scheint für Liridona, damals 17, absolut unerreichbar.

» Zum Reisetagebuch aus dem Kosovo von Dunja Hayali

Uganda: Vergesst die Papas nicht!

Ein Vater spielt mit seinem Sohn im Meer

© UNICEF/UN035756/LeMoyne

Bei unserer Arbeit sprechen wir oft von der Unterstützung für „Familien“ und meinen damit häufig: „Kinder und ihre Mütter“. Und das ist auch gut so! Denn die Bedeutung der Mütter ist nun einmal nicht zu unterschätzen, und Mutter und Kind sollen jede mögliche Unterstützung erhalten – besonders in Krisensituationen. 

Doch auch die Väter spielen eine wichtige Rolle – daran erinnern diese rührenden „Super-Papa“-Geschichten aus Uganda. Und außerdem: Ich bin selber Papa, und die Väter aus Uganda sprechen mir aus der Seele. Man kann sich nur ein Beispiel nehmen und selbst versuchen, ein kleiner Super-Papa zu sein… 

» Zu den Super-Papas aus Uganda

Syrien: Bitte mehr davon! 

UNICEF-Mitarbeiterin Basma Ourfali in Aleppo

© UNICEF Syria/2017/Khudr Al-Issa

Geht es Ihnen wie mir, dass Sie oft das Gefühl haben, die Welt wird immer unmenschlicher, die Kriege brutaler, die Worte hasserfüllter? Aber halt! Denn dieser Eindruck liegt auch daran, dass über negative Ereignisse oder Katastrophen mehr berichtet wird als über Fortschritte, Erfolge oder wenn jemand still und bescheiden einfach seine Arbeit gut macht.

So wie Basma, die während der heftigsten Kämpfe um Aleppo direkt an der Frontlinie wohnte und trotzdem jeden Tag zur Arbeit ging und sich für Kinder und Familien einsetzte. Und das tut sie weiterhin, in den Trümmern ihrer Heimatstadt in Syrien.

Basma gibt mir den Glauben an die Menschlichkeit zurück – und Ihnen bestimmt auch, wenn Sie diesen Text lesen und das Video ansehen.

» Zum Porträt über Basma Ourfali

Deutschland: Helden der Jugend

UNICEF-Aktion zum G20-Gipfel mit engagierten Jugendlichen

© UNICEF/DT2017-55876

Meine Arbeit in der Jugendkommunikation bringt es – tollerweise – mit sich, dass ich viel mit jungen Engagierten zusammenarbeite. Jugendlichen, die sich in ihrer Freizeit für Kinder und andere Jugendliche weltweit stark machen. Diese Zusammenarbeit ist nicht nur wunderbar, sie zeigt mir vor allem jeden Tag aufs Neue, wie wir unsere Welt gemeinsam zu einer besseren machen können bzw. es längst schon tun. 

Zu gerne würde ich Sie einmal mitnehmen, zum UNICEF-YouthFestival oder zu einem unserer JuniorTeamer-Workshops und Ihnen einige dieser „Changemaker“ vorstellen, die sich mit dem Status quo nicht zufriedengeben und für eine bessere Zukunft ihre Stimme erheben. Da dies leider nicht möglich ist, nehme ich Sie heute mithilfe eines Blog-Beitrags in meine UNICEF-Welt mit – eine Welt voller Kinderrechte-Helden.

» Zur Vorstellung der Kinderrechte-Helden

Nepal: Vielmehr als nur ein Zelt

Kinderfreundlicher Ort in Biratnagar, Nepal

© UNICEF DT/Stefan Becker

„Als ich aufwachte, stand mir das Wasser schon bis zu den Knien. Meine Eltern waren nicht zuhause, darum kletterte ich auf das Dach unseres Hauses, um mich zu retten. Wenn es in den Tagen danach wieder anfing zu regnen, hatte ich immer riesengroße Angst. Ich bin froh, dass es nun dieses Zelt gibt, in dem ich mit meinen Freunden spielen kann. Hier fühle ich mich sicher."

Ich traf Amos (12) aus Nepal im vergangenen Jahr und er berichtete mir vom Hochwasser, das sein Dorf im südlichen Flachland wenige Wochen zuvor überflutet hatte. Das Zelt, ein kinderfreundlicher Ort von UNICEF, errichteten unsere Helfer unmittelbar nachdem das Wasser zurückgegangen war. Ein sicherer Zufluchtsort für Mädchen und Jungen. Dort konnten Amos und seine Freunde ihre Sorgen vergessen, mit anderen Kindern zusammen sein, mit Betreuern über das Erlebte sprechen.

» Zur UNICEF-Hilfsarbeit in Nepal

WELCHE UNICEF-GESCHICHTEN SIND IHNEN IM KOPF GEBLIEBEN? 

Erinnern Sie sich auch an einen bewegenden Bericht aus unserem Blog, ein Hilfsprojekt, mit dem Sie persönlich etwas verbinden oder an ein Erlebnis aus ehrenamtlicher UNICEF-Tätigkeit? 

Schreiben Sie uns hier in den Kommentaren. Wir freuen uns über Ihre Erinnerungen!

KOMMENTARE

  • 03. September 2018 14:33 Uhr

    Hallo, ich bin ziemlich stark an ver-schiedenen "Stellen" im "Einsatz"! Nun, ich lese Kindern -und Erw.vor, ich betreue eine Flüchtl.Fam./3, Pers.-aus Eri = Eritrea!Mache Musik mit/Gitar= re. u. Gesang; und da sind noch
    einige andere Engagem. Dass aber alles -trotzdem ich selbst "BauJahr"1936- nun auch nicht mehr sehr jung bin. Mir geht es dabei gut, und auch mir macht es Spass. Was will ich mehr!
    Drücken SIE mir die "Daumen",
    dass auch ich dass alles, noch
    eine Weile so weiter machen kann. Di.

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