10 DINGE, DIE SIE ÜBER IMPFUNGEN WISSEN SOLLTEN
Freitag, 20. April 2018, 13:30 Uhr
von Ninja Charbonneau | 0 Kommentare

AB DEM 24.04.2018 IST WELTIMPFWOCHE

Sie hat vor allem das Ziel, über die Wichtigkeit von Impfungen aufzuklären und Regierungen, Partner und Spender zur Unterstützung aufzurufen – jedes Jahr aufs Neue. Denn Krankheiten wie Masern, Kinderlähmung (Polio) oder Tetanus gehen uns alle an und lassen sich nur wirksam bekämpfen, wenn möglichst viele Menschen geimpft sind.

Masern-Impfung in Eritrea

Jetzt ganz tapfer sein… Eine Mutter in Eritrea lässt ihr Kind gegen Masern impfen.
© UNICEF/NYHQ2014-3533/Pirozzi

In Deutschland und anderen Industrieländern entscheiden sich einige Eltern bewusst dagegen, ihre Kinder zu impfen – mit so schwerwiegenden Folgen, dass darüber diskutiert wird, eine Impfpflicht einzuführen. Aber die Hauptlast der gefährlichen Krankheiten – und das sind Masern, Kinderlähmung und Co – tragen die Entwicklungs- und Schwellenländer.

In den betroffenen Ländern haben viele Eltern gar keine Wahl, weil sie es sich nicht leisten können, ihre Kinder impfen zu lassen, weil es keine Gesundheitsstation in erreichbarer Nähe gibt, weil Konflikte sie daran hindern oder weil ihnen das Wissen darüber fehlt, wie wichtig Impfungen sind.

WARUM IMPFUNGEN SO WICHTIG SIND

1. Kinderkrankheiten sind nicht harmlos

Jährlich sterben schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren weltweit an Krankheiten, vor denen sie durch verfügbare Impfungen geschützt gewesen wären. Jedes vierte Kleinkind starb weltweit an Lungenentzündung, Masern oder Durchfallerkrankungen. Ein Großteil der Ansteckungen hätte durch Impfungen vermieden werden können.

2. Beispiel Masern

Pro Jahr sterben rund 90.000 Menschen an Masern, vor allem Kinder unter fünf Jahren in afrikanischen und asiatischen Ländern. Aber: Noch vor einigen Jahrzehnten haben große Masern-Epidemien jährlich geschätzte 2,6 Millionen Menschen getötet. Durch Masern-Impfungen wurden zwischen 2000 und 2016 schätzungsweise über 20 Millionen Todesfälle vermieden – ein Rückgang um 85 Prozent.

Masern: Akram aus Afghanistan war nicht geimpft

Der 4-jährige Akram aus Afghanistan hat Masern. Seinen Eltern war nicht bewusst, wie wichtig es ist, ihren Sohn zu impfen.
© UNICEF/PFPG2013P-0357/Madhok

3. Jedes siebte Baby ohne Impfschutz

Weltweit hat fast jedes siebte Baby unter einem Jahr (19,5 Millionen in 2016) keinen ausreichenden Impfschutz – betroffen sind vor allem die Kinder aus den ärmsten Familien in Entwicklungs- und Schwellenländern, obwohl sie den Schutz am dringendsten brauchen. Denn Mädchen und Jungen aus armen Familien sind häufig bereits durch Mangelernährung geschwächt.

4. Konflikte fördern Krankheiten

Zwei Drittel der nicht geimpften Kinder leben in einem Konfliktland oder fragilen Staat ohne funktionierendes Gesundheitssystem. Wie wichtig Impfungen sind, sieht man auch daran, was ohne sie passiert. So ist zum Beispiel Kinderlähmung (Polio) in Syrien 2013 erstmals wieder aufgetreten, weil im Bürgerkrieg vielerorts das Gesundheitssystem zusammengebrochen ist und Routineimpfungen nicht mehr überall stattfanden.

Impfungen: Polioimpfung für die 4-jährige Rimas

Die Markierung am kleinen Finger der 4-jährigen Rimas bedeutet, dass sie ihre Polio-Impfung bekommen hat. Rimas stammt aus Syrien und ist mit ihrer Familie ins jordanische Irbid geflohen. Da Krankheiten keine Landesgrenzen kennen, hat UNICEF 2014 mehr als 22 Millionen Kinder im gesamten Nahen Osten gegen Polio geimpft.
© UNICEF DT/ Charbonneau

Im Jemen ist 2017 über eine Million Menschen an Cholera oder wässrigem Durchfall erkrankt, 58 Prozent der Fälle betraf Kinder. Unter Flüchtlingen der Rohingya-Minderheit ist 2017 eine Diphterie-Epidemie ausgebrochen, die sich im Flüchtlingslager schnell ausbreiten konnte. Durch breit angelegte Impfkampagnen ist es gelungen, die Epidemien einzudämmen. 

Bangladesch: Ein Kind bekommt in Cox's Bazar eine Impfung

Ein Junge in einem Flüchtlingslager für geflüchtete Rohingya in Bangladesch erhält eine Diphterie-Impfung.
© UNICEF/UN0155464/Sujan

5. Impfen unter Einsatz ihres Lebens

Für das Überleben und gesunde Aufwachsen von Kindern ist den UNICEF-Mitarbeitern und Tausenden freiwilligen Helfern kein Weg zu weit. Sie fahren von Ort zu Ort, gehen von Tür zu Tür, informieren Eltern und impfen jedes einzelne Kind. Viele Helfer riskieren sogar ihr Leben, damit auch in Konfliktregionen Mädchen und Jungen Impfschutz erhalten. Zum Beispiel wurden 2017 in Syrien, Jordanien, Irak und Ägypten mit Unterstützung von UNICEF rund neun Millionen Mädchen und Jungen gegen Kinderlähmung geimpft. 

Syrien: Die drei-jährige Nada erhält eine Impfung in den Straßen von Aleppo

Eine Gesundheitshelferin in einem stark zerstörten Viertel von Ost-Aleppo in Syrien gibt der 3-jährigen Nada eine Schluckimpfung zum Schutz vor Kinderlähmung (Polio).
© UNICEF/UN060902/Al-Issa

6. Logistische Herkulesaufgabe

UNICEF plant und organisiert riesige Impf-Aktionen von der Bestellung der Impfstoffe über den lückenlosen gekühlten Transport, Schulungen von Helfern bis hin zu Informations- und Aktivierungskampagnen – damit am Ende zum Beispiel über 100 Millionen Kinder in einem riesigen Land wie Indien innerhalb weniger Tage geimpft werden können.

7. Größter Impfstoff-Lieferant der Welt

UNICEF hat allein im Jahr 2016 rund 2,5 Milliarden Impfdosen für rund 100 Länder bereitgestellt und damit 45 Prozent aller Kinder weltweit mit Impfstoffen versorgt. Da wir ein großer Abnehmer sind, können wir die Kosten senken, zum Beispiel auf weniger als umgerechnet 70 Euro-Cent pro Dosis Fünffach-Impfstoff.

Zwischen 2000 und 2016 haben wir zusammen mit Regierungen und Partnern insgesamt über 1,9 Milliarden Kinder geimpft. Und warum tun wir das alles?

8. Impfungen retten Leben

Wir haben das Ziel fest vor Augen, dass kein Kind mehr an vermeidbaren Krankheiten sterben soll! Jedes Kind hat ein Recht auf Überleben und gesunde Entwicklung. Impfungen sind ein wichtiger Baustein, um dieses Ziel zu erreichen. Nach Schätzungen von UNICEF und WHO werden durch Impfungen jährlich bis zu drei Millionen Kinder gerettet.

Im Video erklärt Barbara Schöneberger, wie und warum wir zum Beispiel in Madagaskar Mütter und Neugeborene gegen Tetanus impfen.

9. Erfolgsstorys

Impfungen haben maßgeblich dazu geführt, die Pocken vollständig und Kinderlähmung (Polio) nahezu weltweit auszurotten. 2017 wurden weltweit nur 22 Polio-Fälle gemeldet, so wenig wie noch nie.

Laos: Kinder stehen an, um von den Helfern geimpft zu werden.

Als Reaktion auf den Ausbruch von Polio in 2015 und 2016 wurden im März 2018 etwa 460.000 Kinder in Laos gegen die Krankheit geimpft.
© UNICEF/UN0198144/Nazer

Tetanus bei Müttern und Neugeborenen, das in den meisten Fällen tödlich verläuft, wurde in fast allen Ländern der Welt eliminiert – übrigens auch dank der kontinuierlichen Unterstützung durch unsere Partner P&G (Pampers) und Kiwanis. Auch in den verbleibenden 15 Ländern wollen wir Neugeborenen-Tetanus endgültig beseitigen. 

10. Impfungen wirken

Sie gehören nachweislich zu den wirksamsten und effektivsten Maßnahmen, um das Überleben und gesunde Aufwachsen von Kindern zu sichern und haben dazu beigetragen, dass die Kindersterblichkeit seit 1990 halbiert wurde. Impfungen sind kostengünstig und in jedem Fall viel preiswerter, als Krankheiten zu behandeln und Epidemien zu bekämpfen, wenn sie erst einmal ausgebrochen sind.

Vielleicht tut eine Spritze einen kurzen Moment lang ein klein bisschen weh – aber dafür schützt sie zuverlässig vor Krankheiten, die lebenslange Folgen haben oder sogar tödlich verlaufen können.

Bangladesch: Ein Kind wird von einem UNICEF-Mitarbeiter geimpft

Aua! Dieser Junge in Bangladesch verzieht sein Gesicht, aber der kurze Pieks rettet ihm womöglich das Leben.
© UNICEF/UN0155470/Sujan

IMPFUNGEN SCHENKEN UND LEBEN RETTEN

Die diesjährige Weltimpfwoche steht unter dem Motto „Protected Togehter. #VaccinesWork“ ("Gemeinsam geschützt. Impfungen wirken"). Wollen Sie mithelfen, damit jedes Kind weltweit Zugang zu Impfungen haben kann?

In unserem Spendenshop können Sie zum Beispiel Impfstoffe gegen Masern, Polio oder Tetanus spenden – wir kümmern uns dann darum, dass Impfungen dort durchgeführt werden, wo sie gerade am dringendsten gebraucht werden.

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