Pressemitteilung
ÜBERSCHWEMMUNGEN IN PAKISTAN: 2,7 MILLIONEN KINDER BRAUCHEN DRINGEND HILFE
Köln
Mittwoch, 12. Februar 2014, 15:57 Uhr

UNICEF BEFÜRCHTET DIE AUSBREITUNG VON KRANKHEITEN UND BITTET UM SPENDEN

In den Überschwemmungsgebieten in Pakistan sind 2,7 Millionen Kinder dringend auf Hilfe zum Überleben angewiesen. Sie brauchen so schnell wie möglich Nahrungsmittel, Trinkwasser und medizinische Notversorgung. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Millionen Frauen und Kinder kämpfen unter extrem harten Bedingungen um ihr Überleben“, sagte Martin Mogwanja, Leiter UNICEF Pakistan. UNICEF befürchtet die Ausbreitung von Krankheiten und hat bereits mehr als eine Million Dosen einer Zucker-Salz-Mischung sowie Zink zur Behandlung und Vorbeugung von Durchfallerkrankungen in das Notstandsgebiet bracht. Erdnusspaste für 16.000 mangelernährte Kinder und proteinhaltige Kekse für schwangere Frauen sind in die besonders schwer getroffene Nordwestregion unterwegs. UNICEF bittet dringend um Spenden. Erst ein Drittel der für Soforthilfe benötigten 47 Millionen US-Dollar steht bislang zur Verfügung.

„Dies ist die größte Naturkatastrophe, die Pakistan je getroffen hat“, sagt Martin Mogwanja. „Wir müssen jetzt Leben retten und die 1,8 Millionen Menschen, die obdachlos geworden sind, mit dem Nötigsten versorgen.“ In den südlichen Landesteilen steigen die Wasserpegel weiter an, im Nordwesten behindern heftige Regenfälle die Nothilfe. Die Zerstörungen treffen eine sehr arme Bevölkerung.

UNICEF schätzt die Zahl der betroffenen Mädchen und Jungen insgesamt auf sechs Millionen. 2,7 Millionen von ihnen sind auf sofortige Hilfe angewiesen. Vor allem der Mangel an sauberem Trinkwasser und die schlechten hygienischen Bedingungen durch überschwemmte Latrinen und Tierkadaver bringen Kinder in Lebensgefahr. Kinder, die durch verschmutztes Trinkwasser an Durchfall erkranken, können sehr schnell an innerer Austrocknung sterben. UNICEF will deshalb noch in dieser Woche insgesamt 4,2 Millionen Dosen Zucker-Salz-Mischung in das Notstandsgebiet bringen.

Besonders die Kinder, die mit ihren Familien in Notunterkünften Zuflucht suchen, sind durch leicht übertragbare Infektionskrankheiten wie Masern in Gefahr. Mit Unterstützung von UNICEF wurden bereits mehr als 3.500 Kinder gegen Masern geimpft. UNICEF bereitet in acht besonders betroffenen Gebieten der Region Punjab eine Impfkampagne vor, die am 16. August starten soll. Dabei sollen alle Kinder in den Auffanglagern geschützt und mit Vitamin-A zur Stärkung ihrer Abwehrkraft versorgt werden.

UNICEF versorgt gegenwärtig mehr als 830.000 Menschen mit Trinkwasser, darunter mehr als 500.000 Kinder. In den Regionen Swat, Kohat, Charsadda, Nowshera, Batkhela, Timergara, Matta und Peschawar werden über 100 Brunnen repariert. 29 Tankwagen versorgen die Menschen täglich mit Trinkwasser. Mehr als 25.000 Eimer und Wasserkanister sowie mehr als 20.000 Sets mit wichtigen Hygieneartikeln wie Seife wurden bereits verteilt.

UNICEF ruft zu Spenden für die Flutopfer auf:

Spendenkonto: 300.000Bank für Sozialwirtschaft Köln BLZ 370 205 00

Fotos und TV-Material aus dem Notstandsgebiet stellen wir gern zur Verfügung. Kontakt: UNICEF-Pressestelle,Helga Kuhn.

Helga Kuhn

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